Sammlung von Newsfeeds

Pfadfinderburg Berlin-Tegel

Scouting - vor 3 Stunden 25 Minuten

Die Pfadfinderburg in Berlin-Tegel ist das Heim vieler Gruppen des Deutschen Pfadfinderbundes. Es handelt sich um ein Selbstversorgerhaus und bietet auf vorhandenen Matratzenlagern und selbstmitgebrachten Isomatten Platz für um die 40 Personen (gemäß der Angabe unter Gruppenunterkünfte sogar für insgesamt 90 Personen) auf einfachem Niveau. Die Übernachtungspreise liegen bei um die 5€ pro Person und Nacht. Hier geht es zur Homepage der Pfadfinderburg.

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Kategorien: Pfadfinder

Minderjährige Gruppenführer?

Scouting - vor 3 Stunden 45 Minuten

Oft reagieren Eltern mit Überraschung auf die Feststellung, dass der Gruppenführer, dem ihr Kind anvertraut ist, noch nicht volljährig ist. „Ist das denn erlaubt?“ ist eine ebenso gängige Frage wie „Was sagt denn die Versicherung dazu?“ Manche Pfadfinderverbände fordern die generelle Volljährigkeit ihrer Gruppenführer, sehen sich aber dann mit dem Problem konfrontiert, dann möglicherweise unter einem gewissen Gruppenleitermangel zu leiden. Aber was sagt denn nun eigentlich „das Gesetz“ dazu?Die Aufsicht ist weder an das Geschlecht noch an das Alter gebunden. Ist der aufsichtsführende Gruppenleiter selbst noch minderjährig, bedarf er zur Übernahme bestimmter Rechte und Pflichten jedoch immer der Genehmigung seines gesetzlichen Vertreters (zumeist die Eltern). Hier bietet die verbreitete Methode des stillschweigenden Einverständnisses (frei nach dem Motto „Die Eltern wissen, dass ihr Kind alleinverantwortlich eine Gruppe führt; sie haben nicht protestiert, also sind sie einverstanden“) keine stabile Basis. Ebenso sollte den Eltern der Gruppenmitglieder das Alter der Gruppenführer bekannt sein oder zumindest die gängige Praxis, dass auch Minderjährige Aufsichtspflichten in der Gruppe übernehmen. Ein allgemeiner Infozettel, der an alle Eltern gegeben wird, und in dem dieser Umstand (Jugend führt Jugend) erläutert wird, kann dieser Informationspflicht hinsichtlich einfachen Veranstaltungen (Gruppenstunden) genüge tun.

Doch die allerwichtigste Feststellung ist: Die Aufsicht über Minderjährige erfordert Vernunft, Sachverstand, Erfahrung sowie überlegtes Denken und Handeln. Das sollte jedem bewusst sein, der die Führung einer Gruppe einer Person anvertraut – unabhängig davon, ob diese Person volljährig oder eben noch nicht volljährig ist. Es müssen Voraussetzungen erfüllt sein, damit jemand mit der Leitung einer Gruppe betraut werden darf. Neben seiner Persönlichkeit und Reife zählt auch seine Schulung dazu: In Gruppenführerkursen muss er auf seine Tätigkeit ausreichend vorbereitet worden sein, hierzu gehört ein Kurs in Erster Hilfe ebenso wie rechtliche Aspekte der Aufsichtspflicht. Erst nach einer intensiven Phase der Einarbeitung kann er verantwortungsbewusst auf die Gruppe „losgelassen“ werden.

Ein wichtiger Aspekt ist auch, wie verantwortungsvoll der Umfang der Tätigkeit ist. Ein in diesen Dingen geschulter Vierzehnjähriger kann durchaus eine Gruppenstunde allein bewältigen, sofern ein erfahrener und älterer Gruppenführer sich in Rufweite befindet. Jedoch: Allein mit den Pimpfen diesen Gruppenführer drei Wochen auf Großfahrt (egal ob Deutschland oder Bosnien) zu lassen, dürfte – Vertrauen hin oder her – definitiv einen Akt der Unvernunft darstellen. Selbst für eine Wochenendtour in die nähere Umgebung sollte die Verantwortung zumindest bei einem mindestens Sechszehnjährigen liegen. Fragen, die sich hier stellen, sind natürlich auch, wie die Unterkunft beschaffen ist, wie im Notfall Hilfe erreicht werden kann, wie alt die Gruppenmitglieder sind und welche Größe die Gruppe hat. Sprich: Die Risiken müssen genau abgewogen werden.

Zu bedenken sind auch abweichende gesetzliche Regelungen in anderen Ländern. Schon im nahen Frankreich sind minderjährige Gruppenführer schlicht und ergreifend verboten. Auch eine französischsprachige „Erlaubniserklärung“ seiner eigenen Eltern und seines Pfadfinderbundes kann diesen Umstand nicht ändern. Grenzübertritte, Reise- und Zeltplatzbuchungen sind unter der Leitung Minderjähriger ebenfalls nicht problemlos möglich.

Vorbedingung für den Erwerb der bundeseinheitlichen Jugendgruppenleitercard (Juleica) ist übrigens eine Ausbildung von mindestens 40 Stunden in Gruppenpädagogik, Aufsichtspflicht, Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, Methoden, ein Erster-Hilfe-Kurs und das Mindestalter von 16 Jahren.

Quelle: scouting 03-09

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Kategorien: Pfadfinder

Ankündigung: Serverumzug im Bundesamt

Neues von der DPSG - Do., 11/14/2019 - 10:44
Um weiterhin zuverlässige und sichere IT-Systeme zu haben, stehen umfangreiche Arbeiten an den Servern im Bundesamt an. Vom 18. bis 22. November werden daher teilweise alle Dienste (NaMi, E-Mail, Telefon) für längere Zeit nicht wie gewohnt funktionieren. Ab Montag, den 25. November sind dann alle Dienste wieder wie gewohnt zu erreichen.
Kategorien: Pfadfinder

Einfach mal „Danke“ sagen

Scouting - Do., 11/14/2019 - 04:04

Jetzt wieder an ein „Dankeschön“ denken

Rund um die Weihnachtszeit bietet sich so manche Gelegenheit DANKE zu sagen.
DANKE zu sagen für die unermüdlichen Kräfte des Stammes, die Elternvertreter- einfach an alle, die mithelfen, damit die Arbeit der Gruppe funktioniert. Für Pfadfinder haben wir hier einige ganz besondere Ideen: Emaille-Becher „Robert Baden-Powell“ Emaille-Becher Robert Baden-Powell
Gravierter Emaille-Becher, sandgestrahlt mit Konterfei Robert Baden-Powell, Gründer der Pfadfinderbewegung
Weiß mit schwarzem Mundrand
Höhe 85 mm
Durchmesser 90 mm

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99 Teile, 100 x 140 mm
Das Miniatur-Puzzle zeigt vier verschiedene Bildnisse vom Gründer der Pfadfinderbewegung Robert-Baden-Powell.

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Auf der Basis gibt es Zangen, die flache und runde Objekte erfassen und Drähte schneiden können. Enthalten sind auch eine Holzsäge, ein Messer, ein Schraubenzieher und einen flachen Schraubendreher, eine Flasche und Dosenöffner, eine Nagelfeile.

Verpackt in einer Schutzhülle zum Tragen am Gürtel.
Größe: 105 x 45 x 23 mm
Gewicht mit Hülle: 280 g

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1 Flasche Lagerfeuertröpfchen
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1 Flasche Lagerfeuertröpfchen
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1 Flasche Lagerfeuertröpfchen
1 Buch „Der Wolf, der nie schläft“
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Spanien ist ein ernst zu nehmender Konkurrent für Italien.
Tempranillo ist populärer denn je. La Mancha ist das größte Anbaugebiet Spaniens, südlich von Madrid gelegen!
2011 Tomelloso Surroundings Allozo Crianza 3 Flaschen Lagerfeuertröpfchen 19,40 € 6 Flaschen Lagerfeuertröpfchen 33,20 € Achtung Porto!
Sofern kein Buch mitbestellt wird, müssen wir aus Portogründen immer einen Unkostenbeitrag für Porto- und Versandkosten von 5,30 Euro abrechnen. Der Wolf, der nie schläft
Das abenteuerliche Leben des Lord Baden Powell, Gründer der Pfadfinderbewegung Impeesa – Der Wolf, der nie schläft
So nannte man den Gründer der Pfadfinderbewegung, der größten Jugendbewegung der Welt. Dies ist seine erstaunliche und abenteuerliche Lebensgeschichte.
Für Pfadfinderinnen und Pfadfinder und solche, die es werden wollen, schrieb Walter Hansen dieses Buch. Und natürlich auch für Erwachsene, die sich gerne an ihre Pfadfinder-Zeit erinnern sowie für alle Leserinnen und Leser, die sich über Lord Baden-Powell und die Pfadfinderbewegung informieren möchten. Walter Hansen, selbst Pfadfinder, studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität zu München, war leitender Redakteur von großen Tageszeitungen und lebt jetzt als freier Schriftsteller in München. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und mit Preisen ausgezeichnet.

Autor: Walter Hansen
ISBN 978-3-947847-00-6
Format: 14,8 x 21 cm, 208 Seiten
komplett überarbeitete Neuauflage, Hardcover

14,80 €  Hier bestellen Pfadfinder- und Jugendbewegung 2019/2020 Download here Spurbuchverlag, Am Eichenhügel 4, 96148 Baunach
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Kategorien: Pfadfinder

Monatsbericht der Pollution Police

Scouting - Mi., 11/13/2019 - 07:00

Gut Pfad!
Unseren Monatsbericht Oktober findest du hier:
http://www.pollutionpolice.com/aktuell.html

Diesmal:
Auf der MIPCOM Junior in Cannes
Heimreinigung und Gruppenraumtausch
Landschaftspark bei Dunkelheit
Gruppenstunde mit Thema Stunts
Leiterfahrt nach Dänemark
Thomas Heldt spricht in Hörspiel Folge 18

Klick mal rein! Es lohnt sich!
Herzliche Grüße
Deine Pollution Police Pfadfinder

Kategorien: Pfadfinder

Bericht Missbrauchsseminar

Scouting - Di., 11/12/2019 - 06:50

15 Teilnehmer waren der Einladung zum Seminar „Wie weiter nach Missbrauch“ vom 08.-10. November auf Burg Ludwigstein gefolgt. Es war wohl das erste Seminar der bündischen Jugend, welches unmittelbar die Möglichkeit eröffnete, mit Betroffenen aus ihren Reihen ins Gespräch über deren Wünsche und Forderungen in Hinblick auf Aufarbeitung zu kommen. Es war aber auch – und dies war vielleicht noch wichtiger – für die meisten der Betroffenen die erste Möglichkeit, in größerem Kreis mit jenen zu sprechen, die sich in den Bünden für Aufarbeitung einsetzen. In vertrauensvoller Atmosphäre fanden sie den Mut, in der Gruppe von den eigenen, schwierigen Erfahrungen zu berichten. Die Bereitschaft der Gruppe, ihre Worte auch anzunehmen, ließ Stärke erwachsen. Zweifelsohne war die emotionale Dichte auch eine Herausforderung.

Andreas Huckele, (Autor, Dozent und Supervisor) gab einen Einstieg zu der Frage, wie die Forderung nach Aufklärung und Aufarbeitung von Betroffenen selbst erfolgreich geschehen kann, zumal wenn der Versuch klärender Gespräche nicht unmittelbar zu spürbarer Resonanz und Veränderung führt. Seine These: Einmal das Gespräch suchen, wenn einem danach ist, muss reichen. Erfolgt keine angemessene Reaktion, sucht man sich Verstärkung und wendet sich an Außenstehende, wie die Justiz oder die Presse. Tatsächlich erleben Betroffene in der Regel, dass sie immer und immer wieder innerhalb des Missbrauchskontextes, der übergeordneten Organisation, einen Gesprächsversuch nach dem anderen unternehmen, ohne dass sich irgendetwas ändert oder eine echte Reaktion erfolgt.

Den anwesenden aktiven Mitgliedern aus Organisationen der bündischen Jugend stellte sich somit unmittelbar die Frage, ob ein Selbstreinigungsprozess von betroffenen Organisationen überhaupt möglich ist. Denn jede/r weiß um die Hemmungen und Widerstände, aber auch ganz praktischen Schwierigkeiten des Unterfangens Aufklärung und Aufarbeitung. Angefangen von begrenztem Wissen, unvollständigen Archiven bis hin zu aus Eigenmitteln gar nicht finanzierbarer eventueller externer Aufarbeitung. Die Forderung, dass ein krankes System dann halt eben zugrunde gehen werde, wenn es nicht in der Lage sei zu genesen, dürfte sich wohl kaum ein aktiver Angehöriger der Bewegung freudig anschließen.

Eine Organisation wird oder wurde dann zur Täterorganisation, wenn Täter über ihre bloße Anwesenheit hinaus raumergreifende Dominanz gewannen – nicht unbedingt (aber oft) durch Führungspositionen, aber auch dadurch, dass durch ihre Dominanz anderen die Anwesenheit unangenehm wurde bis hin zur Verdrängung. Auf jeden aktiven Angehörigen der Bewegung mit Missbrauchserfahrung kommen zahlreiche weitere, welche sich längst und zumeist stillschweigend aus der Bewegung zurückgezogen haben. Es nützt den Betroffenen auch ein Schuldspruch vor Gericht nichts, wenn im Anschluss die Täter wieder in der Bewegung und den Freundeskreis eingegliedert werden, wohingegen die Betroffenen die Anwesenheit von Tätern und denjenigen, welche diese schützten, nicht ertragen und sich zurückziehen. Auch in diesem Sinne „täterfreundliche“ Veranstaltungen und Orte verdrängen Betroffene aus der Bewegung.

Ganz wesentlich ist die Frage nach Sinn und Zweck von Aufarbeitung. Hier ist sehr frühzeitig das Gespräch mit Betroffenen, die dazu bereit sind, zu suchen. Welche Erwartungshaltung sie an die Aufarbeitung haben und welche Ziele ihnen wichtig wären. Aus vergleichbaren Kontexten weiß man bereits, dass die Identifizierung der Täter, die Aufdeckung der von ihnen verübten Taten, besonders die Klärung, inwieweit das umgebende System darin verstrickt war, die Anerkennung der Schuld vielen Betroffenen wichtig sind. Darüber hinaus aber auch, in welcher Form Veränderung erfolgt, welche eine Wiederholung zumindest erschwert. Da öffentliche Aufarbeitung für Bünde ohne ausreichende Finanzmittel für Entschädigungszahlungen die einzig mögliche Form der Wiedergutmachung darstellt, ist es hier besonders wichtig, direkt mit Betroffenen als Beteiligten auf gleicher Augenhöhe zusammenzuwirken.

Und: Es besteht berechtigte Ungeduld. Es geht nicht an, dass Betroffene, die sich offenbart haben, über Wochen hinweg keine richtige Antwort erhalten oder den Eindruck haben müssen, dass ihren Hinweisen auch nach über einem Jahr noch nicht nachgegangen wurde, nur weil (beispielsweise) die Bundesführung zwischenzeitlich neu gewählt wurde oder das Motto des nächsten Lagers erst noch gefunden werden musste.

Als besonders belastend erlebten viele der Betroffenen die Archivführung mit Sven Reiß und die Erkenntnis, dass der sexuelle Missbrauch in der Jugendbewegung seit Gründung als „pädagogischer Wert“ hofiert und bis in die achtziger Jahre von vielen Akteuren auch offensiv vertreten wurde. Die Frage nach der aktiven Rolle von Archiven und der Notwendigkeit einer Positionierung für Aufarbeitung wurde deutlich. Aber auch, dass viele bestehende kleine Bundesarchive gegenwärtig möglicherweise entsprechende Unterlagen, die Auskunft geben könnten, falls überhaupt vorhanden (und nicht bewusst im Laufe der Jahre vernichtet), eher in Giftschränken vor den Augen der Öffentlichkeit verschließen.

Es dürften sich auch gegenwärtig in vielen Organisationen Personen befinden, welche zu Aufarbeitung zumindest ambivalente Gefühle hegen, wenn nicht sogar aktiv dazu beitragen, sie zu behindern. Sei es, um die Organisation zu schützen, sei es, sich selbst zu schützen. Eine gelingende Aufarbeitung sorgt dafür, dass nicht nur identifizierte Täter, wo noch vorhanden, aus der Organisation ausgeschlossen werden, sondern darüber hinaus auch jene, bei denen es sich um Unterlassungssünder handelt. Denn Personen, die, obgleich sie vom Missbrauch wussten, nicht eingriffen, leisteten einen aktiven Beitrag dazu, dass er möglich wurde und tragen dafür somit eine erhebliche Mit-Verantwortung. Ohne Umstehende, die wegsehen, ist Missbrauch nicht oder nicht über lange Zeiträume möglich.

Konträr diskutiert wurden die Formen, in denen gegenwärtig Aufarbeitung betrieben wird. Bisweilen zeigt sich, dass im Vorfeld die Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen nicht angehört und angemessen berücksichtigt wurden. Doch es gibt auch nicht „die Betroffenen“ als homogene Gruppe, ihre Bedürfnisse und Wünsche können sehr unterschiedlich sein. Umso wichtiger, miteinander im Gespräch zu bleiben beziehungsweise dieses unmittelbar aufzunehmen. Aufarbeitung soll aber auch oder sogar in erster Linie den Betroffenen dienen und durch diese nicht als belastend, sondern heilsam erfahren werden. Dieses Seminar mag dafür ein erster Schritt gewesen sein.

Kategorien: Pfadfinder

Positionierung der Balduinstein

Scouting - Mo., 11/11/2019 - 13:45

Wohl in Reaktion auf das im April mit Schuldspruch beendete Verfahren gegen seinen langjährigen sozusagen-Herbergsvater (Revision wurde eingelegt, das Urteil ist nicht rechtskräftig) und nicht abklingender Kritik am Bildungswerk Balduinstein hat der Verein vor kurzem eine Positionierung auf seiner Internetseite veröffentlicht. Darin erklärt der Trägerverein u.a., dass das Freie Bildungswerk sich seiner Verantwortung für das Wohl von Kindern und jugendlichen Besuchern bewusst sei und ein Schutzkonzept zur Minimierung von Gefährdungssituationen in Bearbeitung sei. Jegliche Gefährdung des Kindeswohls, insbesondere jegliche Form sexueller Gewalt, habe bei ihnen keinen Platz. Alle Vereinsmitglieder Bildungswerkes hätten eine umfassende Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben, was sie fortan auch von erwachsenen Übernachtungsgästen bei Veranstaltungen des Burgvereines erwarten würden. Die Selbstverpflichtungserklärung umfasst auch die Aussage darüber, dass keine der in § 72a SGB VIII aufgeführten Straftaten begangen wurde, keine Verurteilung einer solchen Straftat erfolgte noch ein solches Verfahren gegenwärtig anhängig sei.

Das ist ein richtiger und guter Schritt. Mit Erstellung eines Schutzkonzeptes für einen Veranstaltungsort würde das Bildungswerk Balduinstein zu den Vorreitern in der Prävention innerhalb der Pfadfinder- und Jugendbewegung werden, denn über ein solches Konzept verfügen viele der bekannten anderen Veranstaltungsorte noch nicht.

Die Frage, die sich hierbei jedoch zwangsläufig stellt, ist, warum diese Maßnahmen erst jetzt erfolgen. Seit 2013 war der Vorstand des Bildungswerkes über den Tatverdacht gegen ihren sozusagen-Herbergsvater und damaligen Angehörigen des Vorstandes informiert. Dies geht aus einer gerichtlichen Zeugenaussage ebenso hervor wie aus einer entsprechenden Beschwerde des Nebenklägers (denn es war nicht zulässig, die Akten des Verfahrens zu verbreiten). Im Januar 2016 wurde die damalige erste Vorsitzende zudem persönlich von der Verfasserin dieses Beitrages in geeigneter Form darauf aufmerksam gemacht, dass immer noch ermittelt wird und der Versuch, die Burg Balduinstein aus ihrer Krise herauszuführen, zum Scheitern verurteilt sei, weil der Ansprechpartner immer noch unverändert wäre. Im Frühjahr 2016 erklärte das zuständige Jugendamt, die Vorsitzende habe ihnen gegenüber erklärt, dass die Person unter Tatverdacht beurlaubt sei. Dies war eine Behauptung, bei welcher es sich offenbar um eine substanzlose Ausflucht oder zeitlich begrenzte Handlung  handelte, denn bereits im Juli des Jahres war die Person nachweislich wieder tätig. Auch wenn mit Eintragung vom August 2016 eine personelle Veränderung im Vorstand erfolgte, so sorgte doch auch die neue erste Vorsitzende nicht für den Auszug des sozusagen-Herbergsvaters, auch über eine offizielle Entbindung von seinem Amt wurde nichts bekannt, ebensowenig von einem Ausschluss aus dem Trägerverein. Auf entsprechende Anfragen wurde nicht reagiert. Deshalb trägt auch der derzeitige Vorstand die Verantwortung dafür, dass eine Person unter Tatverdacht offenbar weiterhin (und zwar über insgesamt sechs Jahre hinweg (!)) auf der Jugendburg tätig sein konnte. Es ist in der Prävention nicht üblich, die Unschuldsvermutung aus dem Strafrecht anzuwenden. Es besteht hinsichtlich Prävention ein breiter fachlicher Konsenz für eine sofortige Beurlaubung bei dem Bekanntwerden von Vorwürfen – auch zum Schutz der Person unter Verdacht!

Nun begrenzt sich die Problematik des Bildungswerkes aber eben nicht auf eine einzelne verurteilte Person. Es gibt überdeutliche Hinweise darauf (wohl eher: Feststellungen von Gerichten), dass auf der Burg und auch im mit diesen Personen verwobenen Bildungswerk ein Netzwerk sexuellen Missbrauchs bestand. Und folgt man historischen Dokumenten und Aussagen (mutmaßlicher) früherer Betroffener ebenso wie erfolgten Verurteilungen, zieht sich die Geschichte des sexuellen Missbrauchs auf Burg Balduinstein bis zu seiner Gründung zurück. Hier bestünde die augenscheinliche Notwendigkeit einer umfassenden Aufarbeitung der Vergangenheit durch das Bildungswerk und dessen Veröffentlichung. Es gibt bislang keine Hinweise darauf oder Ankündigungen dazu, dass dies geschehen wird. Dies wäre aber – ebenso wie der Rücktritt oder noch besser Austritt aller Personen, die mit zu eklatanten Fehlentscheidungen der letzten Jahre beigetragen haben -,  notwendig, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Das denkt jedenfalls die Verfasserin dieser Zeilen darüber.

Die Positionierung des Bildungswerkes ist selbstverständlich ausdrücklich zu begrüßen, aber das allein reicht eben nicht aus, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. An einen größeren Verteiler erfolgte stattdessen angeblich erst vor kurzem eine Mitteilung des Bildungswerkes, worin einer Person, welche sich kritisch über das Bildungswerk geäußert hatte, wohl Verleumdung vorgeworfen wurde. Nun ist Verleumdung, wenn man erweislich unwahre Dinge behauptet und der Verbreiter darum weiß, dass es sich um die Unwahrheit handelt. Das ist nun spekulativ: Sollte der Vorstand des Bildungswerkes hingegen wissen, dass die über das Bildungswerk verbreiteten Tatsachenbehauptungen zutreffen, so war sein Schreiben selbst verleumdend, denn er hätte dann darin eine namentlich genannte Person unzutreffend der bewussten Lüge bezichtigt.

Ob es sich aber bei den behaupteten Dingen überhaupt um eine Unwahrheit handelte, ist noch ebensowenig gerichtlich geklärt, wie der Umstand, ob es sich gar um eine bewusste Lüge handelte. Hinweise darauf, dass bestimmte Gegebenheiten auf der Burg, aber auch im Bildungswerk selbst aktiv mit dazu beitrugen, dass dort sexueller Missbrauch erfolgen konnte, gibt es jedoch zuhauf: Darunter auch eine ganze Latte an äußerst soliden Beweisen in Form von Gerichtsurteilen etc. (Stichwort Privatzimmer, Mitgliedschaft von (späteren) Tätern im Trägerverein auch an führender Position usw.).

Die Notwendigkeit, neben Prävention auch Aufarbeitung der Vergangenheit zu betreiben, ist augenscheinlich vorhanden. Stattdessen Energien darauf zu verwenden, Kritiker mundtot zu machen, ist hingegen m.E. keine vertrauensbildende Maßnahme, selbst wenn (wohlbemerkt wenn!) die ein oder andere Kritik ihren Wahrheitsgehalt erst noch gerichtlich erweisen muss. Für mich zeigt sich darin, dass Rechtsanwälte (auch solche im Vorstand der Balduinstein) vielleicht berufsbedingt dazu tendieren, Lösungen auf dem juristischen Wege zu suchen; wo doch stattdessen Kommunikation, Aufarbeitung und Selbstreflexion notwendig wäre.

Und diese kritischen Zeilen sollen gewiss keine Retourkutsche für eine vor Monaten angedrohte Unterlassungsklage (auch) gegen meine Person sein. Selbstverständlich hat das Bildungswerk das Recht, sich gegen Lügen zu Wehr zu setzen. Es wäre allerdings auch angezeigt, sich intern damit auseinanderzusetzen, ob es sich überhaupt um Lügen handelt. Und wenn der gegenwärtige Vorstand das nicht beurteilen kann, weil ihm das notwendige Hintergrundwissen fehlt, dann steht zu befürchten, dass der von ihm eingeschlagene juristische Weg zu unerfreulichen Überraschungen für ihn selbst führen könnte; dass die vermeintlichen Lügen auf Basis solider Informationen erfolgten, die er selbst nicht hatte oder nicht entsprechend bewerten wollte. Um etwas wahrzunehmen, muss man es vielleicht zunächst erstmal als wahr annehmen. Und diese letzten Sätze sind selbstverständlich eine persönliche Meinung der Verfasserin und keine Tatsachenbehauptung, die bewiesen werden muss und auch keine offizielle Haltung der Redaktion oder des Verlages. Beschwerden und juristische Drohungen also bitte direkt an mich, die Adresse ist ja hinlänglich bekannt.

Frage am Rande: Wurde eigentlich die Sportjugend Hessen darüber informiert, dass deren Verhaltenskodex bis auf punktuelle Abwandlung wörtlich als Selbstverpflichtungserklärung für das Bildungswerk übernommen wurde?

Wer sich nun trotzdem noch fragt, wo denn nun eigentlich ein grundsätzliches Problem hinsichtlich Balduinstein existiert, darf hiermit eine Premiere erleben: Folgt nachfolgendem Link und gelangt zum eisbrecher, wo Annemarie Selzer über das Geschehen einen umfassenden Artikel verfasste, welcher von der eisbrecher-Redaktion kostenfrei (!) allen zur Verfügung gestellt wird. Natürlich freuen sich alle Zeitschriften der Pfadfinder- und Jugendbewegung, wenn man das weitere Erscheinen mit einem Abo unterstützt.

Kategorien: Pfadfinder

Vorgestellt: Die Pfadfinder im Mühlenbecker Land

Scouting - So., 11/10/2019 - 04:45

Die Pfadfinder im Mühlenbecker Land e.V. sind ein kleiner lokaler, freier, gemischter, interkonfessioneller Stamm mit ca. 50 Mitgliedern, der seit 2004 als eigenständiger Verein existiert. Sie sitzen im Mühlenbecker Land, OT Schildow am nördlichen Stadtrand von Berlin auf Brandenburger Seite. Die Wurzeln liegen in der im PbW aufgegangenen Pfadfinderschaft Germania, die Mitbegründer der WFIS war. Sie selbst sind ebenfalls WFIS – Mitglied, sowie des KJR Oranienburg. Die Pfadfinderarbeit ist sowohl scoutistisch als auch bündisch geprägt. Neben den Gruppenstunden sind ihnen Lager und Fahrten mit ausländischen Pfadfindern im Sinne der Friedenspfadfinderei wichtig, was sie in den letzten Jahren u.a. schon nach England, Schweden, Dänemark, Italien, Malta, Rumänien und Polen geführt hat. 2017 mussten sie ihr bisheriges Heim verlassen und einem Kindergarten weichen.

Mehr Infos gibt es auf der Stammeshomepage und auf  Facebook.
https://pfadfinder-schildow.de/index.php/ueber-uns/geschichte
https://www.facebook.com/pfadfinderschildow/

Neugierig geworden? Mehr Informationen zu über 150 weiteren Pfadfinderorganisationen in Deutschland findest du im Standardwerk „Pfadfinderbünde &-verbände“ aus dem Spurbuchverlag (ISBN 978-3-88778-370-9).

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Kategorien: Pfadfinder

Ludwigstein: Jugendbünde wieder willkommen

Scouting - So., 11/10/2019 - 04:20

Heute vor 5 Jahren:
Pressemitteilung der Stiftung Jugendburg Ludwigstein:

„Neudefinition der Begegnungsstätte 

Jugendbünde ab sofort wieder auf Burg Ludwigstein willkommen

„Jetzt kann 2015 mit den 600-Jahr-Feiern unserer Burg kommen!“, freute sich Selmar Sechtling, Betriebsleiter der Burg Ludwigstein, am Samstag nach der Ordentlichen Mitgliederversammlung (OMV) der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein. Ohne Gegenstimmen hatten die Mitglieder zuvor die vom Dialog der Bünde vorgestellten Kriterien zum Zugang der Burg angenommen. Damit besteht nun eine solide Basis für die Zukunft der Burg als jugendbewegtem Begegnungsort. Bündische Gäste sind ab sofort wieder herzlich willkommen.

Vor dem Hintergund eines längeren Konfliktes über den Zugang der Bünde zur Burg unterstellte im Oktober vergangenen Jahres ein Internetartikel der Burg, dass dort „rechte Milieubildung“ durch einzelne Jugendbünde stattfinde. Diese Anschuldigungen wurden durch eine Prüfung des hessischen Sozialministeriums schnell entkräftet. Der Schwere der Vorwürfe geschuldet, beschlossen die Burg-Verantwortlichen dennoch, alle jugendbewegten Veranstaltungen auf dem Burgberg für ein Jahr auszusetzen. Diese Zäsur nutzten Burggremien und Jugendbünde, die Vorwürfe aufzuarbeiten und sich eindeutig zu positionieren.

Im Rahmen des „Dialogs der Bünde“ entwickelten die Gruppen in Eigenregie klare Regeln für den Zugang und das Miteinander auf der Burg Ludwigstein. Diese beinhalten ein klares Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, den Ausschluss von Extremisten und eine klare Absage an deren Positionen. Weiterhin wurde ein transparenter Umgang mit Kritik untereinander beschlossen. Nach fünf arbeitsintensiven Wochenenden seit Februar 2014 hatten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Bünde einstimmig auf die Kriterien zum Zugang auf Burg Ludwigstein geeinigt. „Das Zusammenwirken der Beteiligten im Dialog der Bünde ist in seiner intensiven, hoch transparenten und demokratischen Arbeitsweise in der Geschichte der Deutschen Jugendbewegung modellhaft.“ sagte Matthias Mack aus dem Sprecherkreis des Dialogs.

Parallel arbeiteten die ehren- und hauptamtlichen Burgverantwortlichen die Vorwürfe vom Oktober 2013 auf. Mit Hilfe des beratungsNetzwerks hessen setzten sie sich intensiv unter anderem mit dem Thema „Grauzonen des Rechtsextremismus“ auseinander. Sie unterstrichen ihre Grundhaltung gegen Rechtsextremismus und entwickelten einen neuen Leitfaden für Konfliktfälle. Die Burg wird zukünftig schneller und transparenter auf Kritik reagieren. „Mit dem eingeschlagenen Weg sind wir zuversichtlich, auch unsere Kritiker überzeugen zu können,“ so Stephan Sommerfeld, Leiter der Jugendbildungsstätte. Zudem werden die Themen Demokratie und Extremismusprävention künftig stärker in den Fokus der Bildungsarbeit gerückt und die Burggeschichte kritisch reflektiert.

Während der Mitgliederversammlung haben Bünde und Burggremien ihre Ergebnisse vorgestellt. Diese werden nun zu einem tragfähigen Konzept einschließlich eines neuen Beschwerdemanagements zusammengeführt. Die Teilnehmer der OMV nahmen das Erreichte sehr positiv auf und bestätigten die Arbeitsergebnisse der Bünde einstimmig.

Die Versammlung bat den Vorstand der Stiftung Jugendburg Ludwigstein, die Jugendbünde ab sofort wieder auf der Burg willkommen zu heißen. „Die jugendbewegten Bünde haben mit dem belastbaren Kriterienkatalog ein klares Bekenntnis zur Burg Ludwigstein als gemeinsamen Begegnungsort abgegeben“, begründete der Stiftungsvorsitzende Alexander Liebig den unmittelbar auf die OMV folgenden Vorstandsentscheid im Sinne dieses Votums. „Wir freuen uns auf unsere jugendbewegten Besucher. Sie sind diejenigen, die die Burg seit hundert Jahren maßgeblich tragen und prägen!“

BU: Übergabe des Kritierienkatalogs für den Zugang auf Burg Ludwigstein durch Vertreter des Dialogs der Bünde an die Vereinigung Jugendburg Ludwigstein. (v.l.) Jörg Rothhämel (Vereinigung Jugendburg Ludwigstein/VJL), Kurator Thiemo Gerbich, VJL-Vorsitzender Matti Zimmer, Bildungsstätten-Geschäftsführer Stephan Sommerfeld, Kuratoriums-Vorsitzender Holger Pflüger-Grone, Kurator Florian Horst, Katja Gerbich (Sprecherin Dialog der Bünde), Vorstandsvorsitzender Alexander Liebig, Vorstandsmitglied Roland Lentz, VJL-Vorsitzende Tatjana Wander, Vorstandsmitglied Jörg Zimmer, Matthias Mack, Wolfgang Lauss, Jasmin Stübiger, Raphael Ferres, Sarah Petersen-Krauß (alle fünf Sprecher Dialog der Bünde), Burgbetriebsleiter Selmar Sechtling, Ulrich Jakesch (Sprecher Dialog der Bünde).“

Kategorien: Pfadfinder

Buchvorstellung: Oss Kröher 90 Jahre

Scouting - Sa., 11/09/2019 - 04:20

Am 17. September 2017 hat Oskar Kröher, Oss, der bekannte Volkssänger, Liederdichter, Protestsänger, Chansonnier, Komponist und Naturschützer aus Pirmasens sein neunzigstes Lebensjahr vollendet. Aus diesem Anlass widmete ihm der „Mindener Kreis e.V.“ dieses Heft. Es startet mit einer Würdigung von Jürgen Reulecke, in der er – ausgehend vom „Daimon“ aus Goethes „Urworten orphisch“ – fünf „wachsende Ringe“ in Oskar Kröhers langem Leben, beginnend mit dem 17. September 1927, aufzeigt. Anschließend hält Eckard Holler eine Lobrede auf den Jubilar. Daran schließt Fritz Schmidt an mit Ausführungen über den „Sänger und Connaisseur“. Der Verlauf des langen Lebens von Oss wird sodann
beschrieben von Eberhard Schürmann, der den Schwerpunkt der Darstellung auf die familiäre Herkunft von Oss sowie seine Jugend und die Erlebnisse in Kriegs- und Nachkriegszeiten legt. Helmut König, der ausgewiesene Experte des bündischen Gesangs, rezensiert dann die Gesamtausgabe der von Hein & Oss besungenen siebzehn CDs. Klaus Hinkel, ein Weggefährte von Oss‘ Jugendzeit in Pirmasens und Begründer des Spurbuchverlags, gewährt einen kurzen Rückblick auf vergangene Zeiten, und anschließend kommen Mitglieder des Maulbronner Kreises sowie verschiedene frühere und jetzige Laudatoren der Sangeskunst von Hein & Oss zu Wort. Abschließend wird ein neuer Beitrag des Naturschützers
Oskar Kröher über den Uhu aus der „Pirmasenser Zeitung“ vom April 2017 nachgedruckt. Zahlreiche Fotos und Illustrationen runden das so entstandene vielschichtige Bild des Jubilars ab.

Mindener Kreis
Oss Kröher 90 Jahre
152 Seiten | Softcover | 14,8 x 21,0 cm
[D] 16,80 €
ISBN 978-3-88778-514-7

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Kategorien: Pfadfinder

Landheim des Weinbacher Wandervogels

Scouting - Fr., 11/08/2019 - 04:55

Das Landheim des Weinbacher Wandervogels in Kleinweinbach ist erst seit kurzem für externe Nutzer geöffnet. Mit angrenzendem Bachlauf und fast ganz von Wald umgeben, ist es gerade für Jüngere ein idealer Raum zur freien Entfaltung und ein schöner Ausgleich zur Stadt. Bis zur Lahn und auch zum Bahnhof Aumenau geht es auf direktem Wanderweg etwa 5 km durch den Wald. Die Küche ist mit Geschirr und grossen Töpfen für mindestens 20 Personen ausgerüstet. Es gibt einen normalgroßen Kühlschrank und einen Grossküchen-Gasherd, sowie einen Holzofen. Es gibt eine Doppeldusche, zwei Waschbecken, zwei Toiletten. In Weinbach und Laubuseschbach gibt es Nahkaufmärkte, Metzger und Bäcker (jeweils etwa 5 km). Die zum Zelten geeignete Wiese ist zum Bach hin abschüssig, hat aber auch mehrere grössere waagrechte Absätze. Zudem existiert im Wald eine kleine, einfache Blockhütte für bis zu sechs Personen. Hier geht es zur Homepage der Unterkunft.

Bildnachweis: Weinbacher Wandervogel

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Kategorien: Pfadfinder

Bundesverdienstkreuz für Daddy

Scouting - Do., 11/07/2019 - 04:03

Wie in der BdP-Zeitschrift „pfade“ berichtet wurde, erhielt Frank-Helmut Zaddach (Daddy) Anfang September das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Daddy gründete die Wolfsburger Stamme des BdP und war lange Jahre auf Landesverbandsebene u.a. als Vorsitzender tätig. 2019 wurden bundesweit nur 25 Personen in Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Kategorien: Pfadfinder

Scouting Jahrbuch 2018

Scouting - Mi., 11/06/2019 - 05:58

Das Scouting-Jahrbuch 2018 ist erschienen. Im Jahrbuch werden die wichtigsten Ereignisse der Pfadfinder- und Jugendbewegung aus dem betreffenden Jahr dokumentiert und kommentiert. Dazu gehörten die Veranstaltungs-Highlights des Jahres, die schönsten Fahrtenberichte aber auch historische Artikel, pädagogische Abhandlungen, wichtige Beiträge zur Kultur der Pfadfinder- und Jugendbewegung, das Bücherbrett und vieles mehr. Eine zeitlose, solide Dokumentation und Erinnerung. Leseprobe Hier geht es zur Bestellung Aus dem Inhalt des Jahrbuches 2018:
Wer hat’s erfunden? Die zeitlosen Werte der Pfadfinder- und Jugendbewegung können ein Leitmotiv für die Zukunft sein
Fahrtenberichte: Vier Wochen in Lappland, Familien-Abenteuer im schwedischen Indian Summer, Unterwegs im Heiligen Land, Ein Abschied von FM, Sommerfahrt in den rumänischen Karpaten, Island, Kletterfahrt in Südtirol, Türkei – Georgien und Armenien, Korsika.
Bünde & Verbände: Historischer Beschluss für Pfadfinden in Deutschland, Droht den Boy Scouts of America die Insolvenz?, DPSG – das Leuchtfeuer-Lager, Eurocamp WIFS!, BdP in Sachsen, 25 Jahre Aktion Friedenslicht, Der Traum vom eigenen Pfadfinderheim, Pfadibewegung Schweiz wächst, Sommerlager der Taunuspfadfinder, Preis des Westfälischen Friedens, Bundesthing 2018 der CPD.
Zeitgeist: Vielfalt – Identität und Gemeinschaft, Sehnsucht, Singen
Sowie: Hamburger Singewettstreit 2018 und 2019, Liederfest Waldeck, Geschichte der Pfadfinder- und Jugendbewegung, Von König Otto I. bis zur deutschen Besetzung im April 1941, neunzigster Geburtstag von Peter Lampasiak, Das Pfadfinderkreuz am Glotzen, Deutsch-polnisch-österreichisches Projekt
Kategorien: Pfadfinder

Gedenktag: Michael (Walther Jansen)

Scouting - Di., 11/05/2019 - 04:39

Heute vor 60 Jahren, am 05. November 1959, verstarb Michael (Walther Jansen) nach kurzer Krankheit im Alter von 62 Jahren in Hamburg. Michael war war einer der bedeutendsten Führer der Deutschen Pfadfinderbewegung bereits vor dem zweiten Weltkrieg, nach diesem Mitbegründer und Bundesvogt des heutigen Deutschen Pfadfinderbundes (DPB) und Stifter des Ordens Sankt Georg als weiteren Bundesteil des DPB.Michael wurde am 27. Oktober 1897 in Breslau geboren. Um 1908 kam er erstmals mit einer bündischen Gruppierung in Kontakt. Im ersten Weltkrieg täuschte er, wie viele andere seiner Generation auch, ein höheres Alter vor, um sich freiwillig für den Kriegsdienst zu melden. Nach eigener Aussage war er einer der Überlebenden der Schlacht von Langemarck, die als Mythos und glorifiziert ihren Weg in die bündische Geschichtsschreibung fand. Die Militärdienstbescheinigung von Michael gibt seinen Einsatzort zum Zeitpunkt der Schlacht jedoch abweichend mit „westlich der Argonnen“ an. Dies ist die erste, aber nicht letzte Frage, die sein Lebenslauf aufwirft.

1922 war Michael an der Gründung des Neudeutschen Pfadfinderbundes beteiligt und nahm hier entscheidenden geistigen Einfluss. Im Spannungsfeld zwischen Anpassung und Illegalität in den Jahren nach der nationalsozialistischen Machtübernahme entstand unter Beteiligung von Michael 1932 die Reichsschaft Deutscher Pfadfinder, die sich 1933 mit anderen zum Großdeutschen Bund zusammenschloss, den sie aber bereits wenig später wieder verließ, um der drohenden Zwangsauflösung durch das Regime zu entgegen, was allerdings nur kurzfristig gelang.

Verstrickungen des Einzelnen mit dem Regime sind ein Signum des Lebens in totalitären Staaten. Davon blieb auch Michael nicht verschont. Und während seine Tätigkeit als Agent der Gestapo sehr gut belegt ist, gibt es für die ihn „entlastetenden“ Tätigkeiten, wie der Beihilfe zur Flucht von politisch Verfolgten über die deutsch-niederländische Grenze, keine unmittelbaren Zeugen.

Nach dem Krieg verschwieg Michael seine Mitgliedschaft in der NSDAP (in der er aber tatsächlich durch Inaktivität glänzte) und, da er im Zusammenhang mit dem Attentat durch Stauffenberg, wie so viele weitere, die bereits als politisch unzuverlässig bekannt waren, verhaftet und in ein Konzentrationslager gesteckt worden war, wurde er nach dem Krieg offiziell als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt und erhielt entsprechende Reparationen. Erst nach der Öffnung des eisernen Vorhanges und somit Jahrzehnte nach seinem Tode wurden die Archive zugänglich, aus denen Michaels Tätigkeiten für das nationalsozialistische Regime hervorgingen. Michael selbst kann nicht mehr gefragt werden.

Der heutige Deutsche Pfadfinderbund wurde 1945 von Ebbo (Dr. Erhard Plewe) und Michael in Berlin gegründet. Seine geistigen Wurzeln liegen in dem Neudeutschen Pfadfinderbund und der Reichsschaft deutscher Pfadfinder. Michael war erster Bundesvogt des DPB bis zu seinem Tode. Sein reiches schriftliches Werk, die Tiefe seiner Gedanken, seine Ausstrahlung haben den DPB stark geprägt. Nicht zuletzt ging auch die Gründung des geistigen Ordens Sankt Georg auf ihn zurück und wäre ohne die Kraft von Michaels Persönlichkeit niemals entstanden. Der Deutsche Pfadfinderbund hat sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Michael sehr aktiv und offen mit der Verstickung Michaels mit dem Regime auseinandergesetzt.

Das Grab von Michael in Hamburg wurde vor einigen Jahren aufgelöst, der Grabstein in den Park von Schloss Martinfeld, eine von Pfadfindern des DPB gegründete freie Jugendherberge, überführt.

Wikipedia-Eintrag zu Michael (nicht gänzlich fehlerfrei)

 

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Kategorien: Pfadfinder

Alle pflanzten mit!

Scouting - Mo., 11/04/2019 - 05:54

Am Pfadfinderheim „Mühlenstumpf“ der Gruppen des Deutschen Pfadfinderbundes (DPB) in Bonn herrschte vergangenen Samstag reges Treiben. Knapp 20 Mitglieder, Angehörige und freiwillige Helfer aus der Bevölkerung waren erschienen, um das im Landschaftsschutzgebiet befindliche Außengelände mit gut 80 Baum- und Strauchsetzlingen neu zu begrünen. In Absprache mit dem Umweltamt kamen hierbei Bäume und Sträucher zum Einsatz, deren Blüte und Früchte für Insekten und Vögel von besonderer Bedeutung sind. Finanziert wurde die Maßnahme nach dem Beschluss einer Bewohnerjury aus Geldern des Quartiersfond Auerberg. Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen von Jungenschaft Volundr und Hag Rheintöchter steuerten die Verpflegung bei, beim „letzten Grillfest des Jahres“ blieb es glücklicherweise trocken. Voraussichtlich noch diese Woche werden die verbliebenen Freiflächen umgegraben und mit Regio-Wiesensaat eingesäht, welches zum Winterschutz mit Heu abgedeckt wird. Der Mühlenstumpf ist eines von zwei Baudenkmälern in Auerberg und sein Außengelände ist der Bevölkerung zugänglich. Vor etwas über einem Jahr begannen umfangreiche Baumaßnahmen, die mit der vollständigen Freilegung des im Hang befindlichen Gemäuers zwecks Drainage begannen. Zuletzt wurde die historische Zuwegung zum Eingangstor behindertengerecht wieder hergestellt.

Kategorien: Pfadfinder

System Balduinstein

Scouting - Mo., 11/04/2019 - 04:15

Heute vor 5 Jahren:
Ich brauche keine Zusendungen ohne Absender oder unter Pseudonym in meinem Briefkasten, um mich als erfolgreiche Journalistin zu fühlen. Trotzdem hat es natürlich etwas von einem Krimi an sich, wenn das geschieht. So wie gestern. 22 gedruckte Seiten umfasst die insgesamt solide recherchierte Zusammenfassung unter der oben genannten Überschrift, verfasst von Hendrick Busman aus Kevelaer. Google sagt, der sei 1649 gestorben. Mein journalistischer Instinkt sagt, dass dieser eher modern angehauchte und eher weniger selbst aktiv singende Pfadfinder, der möglicherweise vom Niederrhein stammt und dem Bündischen eher etwas skeptisch gegenübersteht, durchaus noch lebt, aber wohl unter einem anderen Namen.

Das, was er (Hendrick) da zusammengestellt hat, schlägt einen weiten Bogen von historischen Personen, dem jugendbewegten Reformpädagogen Gustav Wyneken (wegen sexuellen Missbrauchs von Schülern mit Gefängnisstrafe belegt), Hans Blüher (Wandervogel und „Erfinder“ des „bündischen Eros“ – also der pseudo-verklärten „Liebe“ zwischen Führer und Anvertrautem – heute würde man das Missbrauch von Schutzbefohlenen nennen) und Alfred Schmid (der ebenfalls sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gegenüber aufgeschlossen war) über die von ihnen beeinflussten oder gegründeten Gruppen, Verlage und damit verbandelten Personen durch mehrere Jahrzehnte hindurch bis zum heutigen Tage. Der Autor belegt damit aus seiner Sicht „40 Jahre Kontinuität von Liedgesang, Glaubensüberzeugung und pädosexuellem Tatablauf“.

So reicht eine  der (zahlreichen) ausgearbeiteten Kontinuitäten von Alfred Schmid über das von ihm gegründete Graue Corps weiter zur grauen jungenschaft, von dort zu heutigen Tätern und/sowie Gründern des freien Bildungswerkes Balduinstein oder auch dem Falado e.V. Die Quellen, auf die sich Hendrick bezieht, sind alle frei zugänglich. Es ist also nichts enthalten, das jemandem, der sich mit der Thematik befassen will, unbekannt wäre oder bliebe.

Und an gewissen Punkten geht es mir dann persönlich doch noch etwas zu sehr in den „Kontaktschuldbereich“, wenn beispielsweise ein Übergriff in einer Hütte in Österreich (ohne das Ereignis herabspielen zu wollen!) zu einem Beleg für ein Netzwerk wird, das sich bis auf das Schiff, zu dem unterwegs war, erstreckt und zwar deshalb, weil Mitbegründer und ehemalige Vorstände des Schiffes (waren am Übergriff nicht beteiligt!) ihrerseits aus der grauen jungenschaft stammen, für die ja Missbrauchskontinuität durch einen anderen Fall in den 80er Jahren (übrigens auf der Balduinstein von einem anderen Gruppenführer aus Wachtberg verübt) bereits belegt ist. Und doch ja, da taucht auch nach meinem Geschmack ein wenig zu oft der Begriff „graue jungenschaft“ und „Balduinstein“ auf, der Name des Schiffes aber nur am Rande.

Doch ich will nicht vom Kern ablenken:
Wie konnte es – über Jahrzehnte hinweg! – vor unser aller Augen geschehen, dass Missbrauchstäter sich so sicher fühlen, ungestört ihren Taten nachgehen zu können. Welche Strukturen ermöglichen diese Taten, wie lassen sie sich künftig verhindern? Hier ist bereits viel geschehen, sowohl in Hinsicht auf Aufklärung, als auch Prävention. Und ja, auch auf der gebeutelten Balduinstein!

Der Trägerverein der Balduinstein hat Ende 2012 nicht schnell genug und nicht angemessen auf die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs auf der Burg durch Mitglieder des Vereines reagiert. Gut die Hälfte seiner Mitglieder haben ihn verlassen oder sind gegangen worden. Es sind jetzt nur noch zehn. Vom neuen Vorstand sind zwei Frauen (ich sag das nur wegen der Statistik). Der Verein hat aber im vergangenen Jahr fast alles mögliche unternommen (!), um den Sumpf trockenzulegen und ein neues Kapitel in seiner Geschichte aufzuschlagen. So richtig gefruchtet hat das aber in der „bündischen Öffentlichkeit“ nicht.

Womöglich, weil man beim Betreten der Burg immer noch dem gleichen Burgvogt vor die Nase läuft, wie in den Jahren des Missbrauchs. Und man von dem zwar durchaus mal einen Nachruf auf einen guten Freund zu hören bekommt, nicht aber mal ein klein wenig Klartext zu seiner persönlichen Schuld am Geschehen – oder geschehen – lassen. So kann man fast den Eindruck kriegen, dass da auf der Burg leider immer noch nicht ausgeschlossen ist, dass selbst einschlägig Vorbestrafte da lustig mittun könnten, weil niemand auch nur auf die Idee käme, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis zu verlangen, denn „[die burg] soll uns balduinsteinern und unseren freunden immer bündische heimstätte und zuflucht sein. wir wollen bündische gruppen ansprechen, die fantasie und lebenskraft besitzen, um sich diese möglichkeiten zu eigen zu machen und für sich und andere fruchtbar zu nutzen. die kultur einer gruppe lebt aus der begegnung, dem gespräch und dem gegenseitigen austausch.
dafür bietet die burg ungestörten raum.“ Das liest sich für mich wie eine gezielte Einladung an die üblichen Verdächtigen. Allerdings:

„Die Arbeit des Kritikers ist in vieler Hinsicht eine leichte. Wir riskieren sehr wenig und erfreuen uns dennoch einer Überlegenheit gegenüber jene, die ihr Werk und sich selbst unserem Urteil überantworten. Am dankbarsten sind negative Kritiken, da Sie amüsant zu schreiben und auch zu lesen sind. Aber wir Kritiker müssen uns der bitteren Wahrheit stellen, dass, im Großen und Ganzen betrachtet, das gewöhnliche Durchschnittsprodukt wohl immer noch bedeutungsvoller ist als unsere Kritik, die es als solches bezeichnet.“ (Quelle: Filmzitat-Datenbank)

Gut, amüsant zu lesen ist dieser viel zu lange Sermon wohl kaum. Vier Pakete an Forderungen hat Hendrick am Ende seiner Ausarbeitung aufgestellt. Folgende sind nachvollziehbar:

Die graue jungenschaft sollte sich offiziell vom Grauen Corps und Alfred Schmid distanzieren; der mitverantwortliche Burgvogt der Balduinstein sollte in der grauen jungenschaft kein offizielles Amt mehr bekleiden dürfen; der Burgvogt der Balduinstein sollte sich zudem vernehmlich und unzweideutig von den hauseigenen Missbrauchsfällen distanzieren oder seinen Hut nehmen;

Weniger nachvollziehbar sind folgende Forderungen:

Volljährige Mitglieder der grauen jungenschaft sollten bis zu ihrer Distanzierung (s.o.) die Burg Balduinstein nicht mehr betreten dürfen; bis zur vollständigen Aufdeckung und Aufarbeitung sollten Minderjährige die Burg Balduinstein nicht mehr betreten dürfen; und dem bisherigen Burgvogt sei ein Betretungsverbot aufzuerlegen.

Na, dann bleibt ja keiner mehr übrig?

„Ja, was sollen wir denn noch tun“ höre ich den gebeutelten Trägerverein der Balduinstein rufen. Und da hätte ich einen Tipp. Was haltet ihr von einem ergebnisoffenen Dialog der Bünde. Öffnet eure Tore. Ruft die Kritiker zu euch.

Unterdessen gehen die Verhandlungen vor Gericht weiter..

Ach, und noch eine eher persönliche Nachricht an Hendrick: „rückwärtsgewandt-rigide-reaktionär-katholisch“???! Tsss…

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Kategorien: Pfadfinder

Vorgestellt: Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder

Scouting - So., 11/03/2019 - 04:50

Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) entstand 1975 als Fusion des Bundes Deutscher Pfadfinderinnen und des Bundes der Pfadfinder. Letztere hatten ihre Wurzeln im Bund Deutscher Pfadfinder, von dem man sich aber aufgrund seiner radikal-links politischen Neuausrichtung bereits einige Zeit zuvor getrennt hatte. Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder ist der mitgliedsstärkste interkonfessionelle deutsche Pfadfinderbund, d.h. er ist religiös nicht gebunden. Der BdP ist Mitglieder der Weltpfadfinderorganisationen WOSM und WAGGGS.  Der BdP hat deutschlandweit 30.000 Mitglieder und verfügt über ein Bundeszentrum in Immenhausen. Hier geht es zur Homepage des Bundes.

Neugierig geworden? Mehr Informationen zu diesem und über 150 weiteren Pfadfinderorganisationen in Deutschland findest du im Standardwerk „Pfadfinderbünde &-verbände“ aus dem Spurbuchverlag (ISBN 978-3-88778-370-9).

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Buchvorstellung: Wild und Fromm – Ein Beitrag zur Emanzipation der Jungen heute

Scouting - Sa., 11/02/2019 - 04:40

Dieses facettenreiche autobiografische Buch will keine pädagogischen Theorien verkünden, sondern plastisch und exemplarisch von den Jungen erzählen, die versuchten, ihrem Leben nach dem Krieg abseits der damals modischen Kultur der Siegermächte und der Bevormundung durch ihre Väter einen ganz eigenen Sinn zu geben.

So sieht der Verfasser, der langjährige Jugend- und Gemeindepfarrer Jürgen-Joachim Taegert, das Wesen der Christlichen Pfadfinderarbeit in ihrer Aufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg. Als „Kriegskind“ in der Pfadfinderarbeit der Nachkriegsjahre groß geworden, reflektiert er rückschauend diese Arbeit am Beispiel ihrer Anfänge in der Rattenfängerstadt Hameln. Er plädiert dafür, in der heutigen „Bildungskatastrophe der Jungen“ stärker auf die Erfahrungen dieser zeitlosen Emanzipations- und Erlebnispädagogik zu setzen, die für den Entwicklungsprozess der Jungen viele gelungene Beispiele bereit hält.

So sollen auch Jungen heute Mut aufbringen, sich dem Diktat der Werbung und der digitalen Welten zu widersetzen; sie sollen Neugier am ursprünglichen Leben zurückgewinnen und ihr Selbstwertgefühl durch die Betätigung ihrer persönlichen Gaben stärken.

Wild und fromm – kein unvereinbares und unzeitgemäßes Gegensatzpaar. In der Bibel ist Johannes der Täufer der Prototyp des „wilden Mannes“, der zugleich fromm, sozial und zukunftsweisend ist.

Jürgen-Joachim Taegert
Wild und Fromm – Ein Beitrag zur Emanzipation der Jungen heute
200 Seiten | Hardcover | 18 x 25,5 cm
19,80 € | A: 20,30 €
ISBN 978-3-88778-362-4

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Wer haftet bei Gruppenreisen für verlorene Dinge?

Scouting - Sa., 11/02/2019 - 04:35

Jeder kennt das: Da verteilt man das Gruppengepäck bei der Fahrt auf die einzelnen Mitreisenden und obwohl man jeden ermahnt hat, gut darauf acht zugeben und obwohl man meint, vor Verlassen des Lagerplatzes noch einen Kontrollblick zurückgeworfen zu haben, hat der kleine Benni eine Kohtenplane verloren und Maja, welche freundlicherweise die Juja von der großen Steffi transportierte, kann diese auch nirgendwo mehr finden. Dem Klaus sein teures Handy bei nächtlichem Regeneinbruch im Zelt abgesoffen und gibt keinen Mucks mehr von sich und zu allem Unglück wurde dann auch noch dem Julius der ihm anvertraute Teil der Gruppenkasse in Höhe von 500 € von unbekannten Langfingern entwendet. Von den zahlreichen Heringen, die verloren gegangen sind, wollen wir lieber erst gar nicht reden (obgleich auch diese in Summe einen gewissen Wert darstellen).

Wer ersetzt den Schaden? Es wäre ein schlechter Stil der Stammesführung, würde sie für alles zusammen den verantwortlichen Gruppenleiter belangen wollen, da dieser es an Sorgfalt hatte mangeln lassen (ein Argument, das zweifelsohne jedoch fast immer passt, sonst wäre das Material ja noch vorhanden).

Zunächst zu dem kleinen Benni, der die Kohtenplane verloren hat: Gruppengepäck ist unter Umständen über die Hausratsversicherung des Trägers versichert. Die meisten Gruppen dürften jedoch keine haben. Dass Benni die Kohtenplane für die Gruppe getragen hat, war genaugenommen eine reine Gefälligkeit von ihm, denn Geld hat er dafür nicht erhalten. Zudem ist er noch minderjährig und solange er nicht mit Vorsatz gehandelt hat, kann ihm kein wirklicher Vorwurf gemacht werden. Seine Haftpflichtversicherung wird wahrscheinlich ebenfalls nichts erstatten, denn viele dieser Versicherungen haften nicht für Schäden, die durch Gefälligkeiten entstanden sind (für den Verlust geliehener Gegenstände aber ebenso wenig). Kinder unter sieben Jahren sind übrigens grundsätzlich haftungsunfähig; zwischen sieben und achtzehn Jahren sind sie eingeschränkt haftungsfähig, d.h. es hängt von ihrer individuellen Einsichtsfähigkeit ab, inwiefern sie in der Lage gewesen wären, das Unrecht ihrer Handlung zu erkennen. Schusseligkeit gilt landläufig jedoch nicht als absichtliche und unrechte Handlung.

Ähnlich ist es im nächsten Fall. Maja ist neun Jahre alt und hatte die Juja von der neunzehnjährigen Steffi getragen, weil sie dieser zu schwer wurde. Leider ließ sie diese beim Umsteigen im Bahnhof liegen. Steffi ist sehr wütend und will die Juja ersetzt haben. Auch hier gilt: Die Haftpflichtversicherung von Maja wird nichts zahlen und die Eltern von Maja werden zurecht einwenden, dass Steffi ihre Juja hätte wohl besser selbst hätte tragen können oder zumindest darauf achten, dass Maja sie nicht verliert. Steffi wird auf eigene Kosten eine neue Juja kaufen müssen.

Klaus hat sein teures Handy auf Fahrt mitgenommen, nun ist es kaputt. Seine Eltern machen dafür die Fahrtenleitung verantwortlich und können nicht verstehen, wieso man in Zelten ohne Boden schläft. Hier wird es in der Praxis wohl darauf hinauslaufen, dass dem harmoniebedürftigen Gruppenführer spontan einfällt, dass der Wasserschaden dadurch entstanden ist, dass er den Inhalt eines vollen Hordenpottes aus Versehen auf das Handy hat platschen lassen. Dann zahlt die Haftpflichtversicherung des Gruppenleiters – es handelt sich dabei aber um Versicherungsbetrug! Um Verstimmungen dieser Art vorzubeugen, sollten Eltern vorab detailliert schriftlich darüber informiert werden, wie Fahrten bei den Pfadfindern ablaufen, welches Programm geplant ist (Risikosportarten in jedem Fall benennen!) wie und wo übernachtet wird, welche Ausrüstung zu empfehlen ist und was lieber daheim bleiben sollte.

Wichtig und eigentlich immer vergessen wird außerdem, den Eltern darzulegen, welche Versicherungen im Schadensfalle über die Gruppe vorhanden sind und welche nicht; diese müssten die Eltern dann also ggf. selbst abschließen. (Die genaue Kenntnis der Versicherungslage des Bundes erfolgt zumeist erst dann, wenn es zu einem Schadensfall gekommen ist – und dann ist manchmal das Erstaunen groß, für was alles die Bundesversicherung nicht aufkommt). Stand auf der Einladung schwarz auf weiß, dass jeder für sein Privatgepäck selbst verantwortlich ist und Handys daheim bleiben sollen, ist zumindest formal kein Grund zur Beschwerde gegeben.

Nun zum letzten Fall (auch dieser ist, wie die übrigen, authentisch). Der volljährige Pechvogel Julius, ein armer Student, hatte einen nicht unerheblichen Teil der Fahrtenkasse in seiner Obhut, nun ist das Geld weg. Die Gruppe ist sich sicher, dass er sich nicht selbst bereichert hat, sondern es ihm tatsächlich gestohlen wurde. Auch hier liegt wieder eine Gefälligkeit vor, denn Julius hatte sich das Geld schließlich nicht von der Gruppe geliehen. Allenfalls könnte man ihm eine gewisse Fahrlässigkeit vorwerfen, denn dass er das Geld mit ins Schwimmbad genommen hat und es dann nicht für nötig befand, es im Spind zu verschließen, ist schließlich seine eigene Idee gewesen. Doch Diskussionen dieser Art bringen die Gruppe nicht weiter und führen nur dazu, dass künftig keiner mehr bereit ist, Gruppengepäck zu übernehmen. Ebenso führt eine Diskussion über die immer latent vorhandene Mitschuld des Gruppenführers nur dazu, dass keiner mehr diese verantwortungsvolle Tätigkeit übernehmen möchte. Deshalb ist immer genau abzuwägen, ob tatsächlich ein schuldhaftes Vergehen vorliegt und ob die Schwere der Schuld einerseits und der Wert des Gegenstandes andererseits eine echte (Gerichts-)Streitigkeit wert sind und ob „der Schuldige“ überhaupt zahlungsfähig wäre. Im Schadensfalle sind die zuständigen Versicherungen übrigens unmittelbar zu benachrichtigen und nicht erst dann, wenn die Rechnung eintrudelt!

Quelle: scouting 03-10

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Kategorien: Pfadfinder

Kamin der Lu wird saniert

Scouting - Fr., 11/01/2019 - 05:16

Am 1. April 2017 hatten wir in einer Scherzmeldung verkündet, der Kamin der Burg Ludwigstein werde „nach dem Dauerärger durch nistende Dohlen“ abgerissen und „durch ein Plexiglasscheibe ersetzt“. Diese Meldung enthielt ein Körnchen Wahrheit: Es gab tatsächlich Ärger wegen der Dohlen, zudem fürchtete man um seinen Bauzustand. Eine mittels Drohne durchgeführte Untersuchung bestätigte später, dass das Mauerwerk tatsächlich erhebliche Schäden aufweist, besonders an der Wetterseite. Dank Zuwendungen aus Denkmalschutz, Trägerverein und der Einbringung von Eigenmitteln wird der historische Schornstein nun saniert. Das für die Arbeiten notwendige Baugerüst ragt bereits gut 20 Meter empor und wird knapp einen Monat lang das Bild der Burg weithin sichtbar mitprägen. Nach Abschluss der Maßnahmen ist das Bauwerk für die kommenden 40 Jahre wieder fit, so Burgbetriebsleiter Selmar Sechtling. Also keine Plexiglasscheibe. Ist auch besser so: Der Hauptkamin (gehört zum Speisesaal) gehört wie der Burgturm zum markanten Profil des Ludwigstein und ragt überproportional weit aus der Dachfläche der Kernburg heraus. Gerade wegen seiner exponierten Lage muss er sich ungeschützt gegen Wind und Wetter behaupten.

Infoquelle: Burgblick Oktober 2019

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