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Aktuelle Nachrichten der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg
Aktualisiert: vor 5 Stunden 57 Minuten

Einschätzung des Bundesvorstands zum Umgang mit der Corona-Pandemie

Do., 07/23/2020 - 11:45

Auch seit unserer letzten Information haben wir weiterhin sehr viele kreative Ideen und Aktionen gesehen und sind mit etlichen von euch beim digitalen Pfingsten in Kontakt gewesen. In einigen Stämmen hat es erste Treffen und Veranstaltungen auch wieder mit persönlicher Begegnung ohne Videokonferenzen oder ähnlichem gegeben und einige haben sich auch auf das Abenteuer „Sommerlager in Zeiten von Corona“ in der einen oder anderen Form eingelassen.

An vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens ist inzwischen von einer „neuen Normalität“ die Rede, in die wir uns hineinbewegen oder in der wir schon angekommen sind. Diese „neue Normalität“ wird aber sehr unterschiedlich definiert und ist je nach Bundesland weiterhin mit verschiedenen Regeln und Einschränkungen verbunden. Auch Bistümer haben verschiedene Einschätzungen und Vorgaben für die Kinder- und Jugendverbände verabschiedet.

Das gilt auch für das Bundeszentrum Westernohe und die verschiedenen Diözesanzentren, Häuser und Zeltplätze, die zum Teil unter stark veränderten Bedingungen wieder öffnen konnten, aber weiterhin vor der Frage stehen, ob und wie sie die Zeit ohne Belegung und unter den aktuellen Auflagen überstehen werden. Bitte berücksichtigt diese Einrichtungen bei euren Überlegungen, sobald ihr wieder Wochenenden, Fahrten und Lager plant – sie sind ein wichtiger Bestandteil unseres Verbandes.

Zugleich erleben wir, dass diese „Normalität“ schnell wieder in Frage gestellt wird, wenn es an bestimmten Orten erhöhte Infektionszahlen gibt, bis hin zu regionalen Lockdowns sowie Reise- und Beherbergungsbeschränkungen.

Daher bitten wir euch, weiterhin gut darauf zu achten, welche Regelungen in eurem Bundesland und in eurem Kreis oder eurer Stadt gelten. Konkrete Hinweise und manchmal auch Hilfestellungen können euch dabei die regionalen oder diözesanen Stellen von DPSG, BDKJ oder Jugendringen geben. Diese, wenn auch wenig konkreten Empfehlungen, möchten wir euch für eure Aktivitäten mit an die Hand geben. 

Es sieht für uns alles danach aus, dass wir uns noch längere Zeit mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 arrangieren müssen. Deshalb bitten wir euch, die Situation weiterhin ernst zu nehmen und entsprechend verantwortungsvoll zu handeln.

Dies ist bis auf Weiteres die letzte Aktualisierung unserer Einschätzung zum Umgang mit der Corona-Pandemie. Wir werden uns in dieser Form nur wieder melden, falls sich neue Entwicklungen ergeben sollten, die neue oder geänderte Auswirkungen auf unsere verbandliche Arbeit bundesweit haben.

Wir wünschen euch trotz aller Einschränkungen einen guten Sommer und viel Freude bei den Aktivitäten in euren Gruppen und Stämmen!

Herzliche Grüße und Gut Pfad

Euer Bundesvorstand
Anna, Joschka, Matthias

Kategorien: Pfadfinder

Vorschläge für Sommerlager an Landesjungendämter verschickt

Fr., 06/26/2020 - 14:56

Vorschläge zur Anpassung der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung, um kurzfristig Fahrten als besonders risikoarme Form der Jugendfreizeit zu ermöglichen

Sehr geehrte*r Jugendamtsleiter*in

als Pfadfinder*innen gehen wir in Kleingruppen auf Fahrt. Darin sehen wir auch jetzt noch kurz vor den Sommerferien eine enorme Chance, Kindern und Jugendlichen eine risikoarme Ferienbeschäftigung kurzfristig zu ermöglichen. Hierfür benötigen wir jedoch Ihre Unterstützung. Denn nur wenn bei Ihnen Pfadfinder*innengruppen von bis zu 10 Personen als feste haushaltsähnliche Gruppe zwei bis drei Wochen in einer Art Selbstisolation wandernd, fahrradfahrend oder kanufahrend abseits der großen Touristenhotspots unterwegs sein können, wird dies noch gelingen. Wir möchten Ihnen im Folgenden kurz darlegen, warum sich diese Form von Freizeit von anderen Angeboten unterscheidet und von uns als risikoarm eingeschätzt wird – und wir möchten Sie bitten, unsere ehrenamtliche Jugendarbeit im Sommer möglich zu machen.

Pfadfinden und die mehrwöchige Fahrt in der Kleingruppe

Pfadfinden bedeutet, Kinder und Jugendliche stark zu machen, sie auf ihrem Weg zu selbstbewussten, rücksichtsvollen und verantwortungsbewussten Menschen zu begleiten. Wir geben ihnen Raum, ihre Persönlichkeit frei zu entfalten. Als Pfadfinder*in zu leben, heißt in der Gruppe zu leben, gemeinsam Erfahrungen zu machen, gemeinsam etwas zu erleben. Besonders intensiv findet dies auf unseren Fahrten statt, bei denen eine Kleingruppe zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Kanu unterwegs ist, unter freiem Himmel oder einem Zeltdach schläft und nur das Notwendigste im Rucksack mit sich trägt.

Eine Gruppe auf Fahrt gleicht einem isolierten Haushalt, da die Gruppenmitglieder während der Fahrt stets in derselben festen Zusammensetzung bleiben und zu weiteren Personen kaum oder gar kein Kontakt besteht. Anders als bei “üblichen” Jugendfreizeiten wird bei einer Fahrt kein gemeinsamer Lagerplatz mit vielen anderen Jugendlichen geteilt, sondern es wird durchgehend nur als Kleingruppe in derselben Personenkonstellation die Zeit miteinander verbracht. Zu Kontakt mit anderen Personen kann es allenfalls bei der An- und Abreise in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie beim Lebensmitteleinkauf kommen. Für beide Situationen sind bereits seit Wochen Schutzmaßnahmen in Umsetzung, die die Ansteckungsgefahr reduzieren.

Die Fahrt findet ausschließlich im Freien statt. Im Freien ist die Ansteckungsgefahr nachweislich gering und es kann leicht auf Abstandsregeln geachtet werden.

Fahrten in den Sommerferien dauern mindestens zwei Wochen, häufig auch länger. Ab einer Dauer von 14 Tagen kann sich somit sogar ein Quarantäneeffekt einstellen. Damit bestünde zwar noch ein Risiko innerhalb der Gruppe, nicht aber für die Gesellschaft als Ganzes, da eine mögliche Infektion die Gruppe nicht verlassen würde. Insbesondere treten vor Abschluss der Fahrt etwaige Symptome auf, wodurch rechtzeitig vor der Rückkehr in den gesellschaftlichen Alltag mögliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Für Gruppenstunden wurden bereits Hygienekonzepte erstellt und eine Anpassung an die Gegebenheiten der Fahrt kann schnell erfolgen. Hygienekonzepte sind den Jugendlichen zum Fahrtenbeginn bereits aus Gruppenstunde oder Schule bekannt und können routiniert umgesetzt werden. Darüber hinaus sehen wir unsere gut ausgebildeten Gruppenleitungen in der Lage, die Einhaltung der Schutzmaßnahmen in der Gruppe zu etablieren.

Fahrten erlauben – eine Chance für kurzfristige Jugendfreizeiten im Sommer 2020

Die Fahrtenerlebnisse der Sommerferien bereichern Kinder und Jugendliche durch eindrückliche und intensive Gemeinschaftserlebnisse und binden sie an ihren Jugendverband. Dabei ist die Ansteckungsgefahr vergleichsweise gering und Schutzmaßnahmen können gut umgesetzt werden. Diese Form der Freizeit kann auch jetzt noch kurz vor bzw. zu Beginn der Sommerferien mit einfachen Mitteln umgesetzt werden.

Wir bitten Sie, Fahrten für Kleingruppen ab einer Dauer von mindestens 10 Übernachtungen zu erlauben, sofern für diese Maßnahmen entsprechende Hygienekonzepte vorliegen. Weiterhin bitten wir auf die Vorgabe des Einhaltens von Abstandsregeln innerhalb von haushaltsähnlichen Fahrtengruppen zu verzichten. Das Einhalten der Abstandsregeln bei Kontakt zu Menschen außerhalb der Gruppe und grundsätzlich der Hygieneregeln bleibt davon selbstverständlich unberührt.

Liebe Grüße und gut Pfad,

Ann-Katrin Rückel (Stellv. Bundesvorsitzende BdP e.V.) 

Anna Sauer (Bundesvorsitzende DPSG e.V.)

Matthias Krause (Vorsitzender DPV e.V.)

 

Die Positionierung könnt ihr euch hier als PDF herunterladen.

Kategorien: Pfadfinder

Die 86. Bundesversammlung in der Zusammenfassung

Mi., 06/17/2020 - 15:49

„Eigentlich waren es nur fünf Klicks, aber damit haben wir die Struktur und Statuten unseres Verbands grundlegend geändert!“, merkte Joschka Hench, der Bundesvorsitzende der DPSG an. Er erinnerte die etwa 80 Mitglieder der 86. Bundesversammlung daran, als sie für die Anträge auf Satzungsänderung gestimmt haben. Denn so ist die bisherige Satzung von einer auf vier aufgeteilt worden. „Das ist wichtig um allen Stämmen, Bezirken und Diözesen und der Bundesebene noch mehr Klarheit in Satzungsfragen zu verschaffen.“, erläuterte Sebastian Becker, Referent für Verbandsentwicklung und Jugendpolitik der DPSG diesen Schritt. Jetzt können alle Einheiten, sei es ein Stamm oder ein Bezirk, viel schneller nachvollziehen, wie sie satzungskonform Versammlungen abhalten können. „Aber auch eine Gemeinnützigkeit für alle Ebenen ist so viel schneller nachweisbar, was für einige Mitglieder wichtig wird, wenn eine Steuererklärung abgegeben wird.“, ergänzte Sebastian Becker noch im Nachgang.

Und nicht nur in diesem Punkt war die 86. Bundesversammlung der DPSG eine ganz besondere. Eigentlich hätte diese rund um das Christi-Himmelfahrtswochenende in der Diözese Passau stattfinden sollen. Aber aufgrund der aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie fand die BV zum ersten Mal digital statt – eine Herausforderung, die nicht nur dem Technikteam schlaflose Nächte beschert hat. Auf sieben Servern haben rund 170 Menschen an den Videokonferenzen der Versammlung teilgenommen. Dazu gab es noch Gasthörerinnen und Gasthörer im Livestream auf dem extra bereitgestellten Blog. Etwa 490 aktiv Schreibende haben etwa 13.100 Nachrichten in einen eigens eingerichteten Chat versendet. Sogar ein öffentlich gestreamter Gottesdienst, geleitet von Bundeskuraten Matthias Feldmann, hat am Samstagabend stattgefunden.

Vorgestellt hat sich auf der Versammlung auch Annka Meyer, die als nachfolgende Bundesvorsitzende von Anna Sauer kandidierte. „Hier haben wir auf eine Briefwahl zurückgegriffen, um so den Statuten der Wahl zur Vorsitzenden der DPSG auch auf einer digitalen Versammlung gerecht zu werden.“, gab Matthias Feldmann für den Wahlausschuss an. Die Briefwahlunterlagen waren im Vorfeld an die Wahlberechtigten versendet worden. Ausgezählt wurde dann am 5. Juni, mit dem Ergebnis, dass Annka Meyer ab dem 1. November die Nachfolge von Anna Sauer antritt. Gewählt wurde sie mit einer deutlichen Mehrheit von 68 Ja-Stimmen, zwölf Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Der Bundesvorstand gratulierte Annka Meyer herzlich und freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit.

Für mehr Geschlechtergerechtigkeit und sexuelle Vielfalt wollen sich die Pfadfinderinnen und Pfadfinder der DPSG im Jahr 2022 einsetzen. Die Mitglieder wählten das Motto „Pfadfinden ist bunt“ als Jahresaktion 2022 und suchen ab sofort Interessierte, die der Jahresaktionsgruppe beitreten wollen. Alle näheren Informationen gibt es unter http://s.dpsg.de/ja22auschreibung .

Und auch in der Ordnung hat sich einiges getan. Die Konzepte zu Internationalen Gerechtigkeit, Ökologie und Internationales in der Ordnung des Verbandes wurden ebenfalls neu beschlossen, sodass diese wieder stimmig mit dem Rest der Ordnung sind. Unter anderem waren Zitate veraltet.

Per Grußwort meldeten sich auch befreundete Verbände. Janina Bauke und Susanne Schunck, die Bundesvorsitzenden der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG), betonten die gute Zusammenarbeit und lobten den, aufgrund von Codvid-19, ins Leben gerufenen Blog scoutingneverstops.de. Dieser hilft Pfadfinderinnen und Pfadfindern durch nützliche Tipps und Anregungen die Verbandsarbeit auch kontaktlos am Leben zu halten und aktiv zu gestalten. „Danke, dass ihr eine starke Stimme im BDKJ seid!“, mit diesen Worten beendete Katharina Norpoth, die Vorsitzende des BDKJ, ihr Grußwort an die DPSG. Sie freute sich zudem, dass zwei Pfadfinderinnen des Verbands Mitglied im Synodalen Weg sind. Lisi Maier und Tobias Köck vom Deutschen Bundesjugendring (DBJR) meldeten sich ebenfalls zu Wort. Sie hoben noch einmal die gute Zusammenarbeit mit Anna Sauer in den vergangenen drei Jahren hervor und lobten das politische Engagement der DPSG unter anderem für Europa.

Zufrieden über die erste digitale Bundesversammlung verabschiedete sich der Bundesvorstand mit vielen Dankesworten an alle Helferinnen und Helfer und die Versammlungsmitglieder. „Danke für die vergangenen Tage mit euch und die vielen Ergebnisse für die DPSG. Es war eine ganz besondere Bundesversammlung, die wir gemeinsam gemeistert haben!“, schloss Anna Sauer die 86. Bundesversammlung.

 Die ganze Bundesversammlung könnt ihr auch noch einmal im Audio hier nachhören.

Kategorien: Pfadfinder

Einweihung der Gedänkstätte in Westernohe

Mi., 06/10/2020 - 17:38

Der Bundesverband der DPSG, der Diözesanverband Trier, der Bezirk Koblenz, der Stamm der Seepfadfinder (Güls) und der Bürgermeister der Ortsgemeinde Westernohe weihten die Stätte ein. Alle Beteiligten teilen sich künftig der Verantwortung der neuen Gedenkstätte.

Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder der DPSG haben nun mit der Gedenkstätte einen bleibenden Ort der Trauer, des Trostes und des Erinnerns.

Der 4. Juni 1995 war ein schwarzer Tag in der Geschichte der DPSG. An diesem Tag kamen zwei Kinder aus Koblenz-Güls ums Leben, über 100 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Bei dem Versuch, des Bezirks Koblenz, einen Weltrekord im Tauziehen aufzustellen, geschah das Unglück. Es war ein Unglück, das bei vielen Menschen im Bezirk Koblenz und bundesweit Spuren hinterlassen hat.

Auch 25 Jahre nach dem schrecklichen Unglück, sind viele Wunden nicht verheilt und immer noch gibt es Menschen im Bezirk Koblenz, die sich mit anderen Betroffenen zum Austausch treffen möchten. Weil die Gedenkfeier in diesem Jahr auf Grund der Coronapandemie nur im kleinsten Rahmen stattfinden konnte, wird die geplante Veranstaltung im nächsten Jahr, am 05. Juni 2021 stattfinden.

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) ist der größte Verband katholischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Deutschland. Über 95.000 Mitglieder lernen bei gemeinsamen Abenteuern, Verantwortung für sich und für andere in der Gruppe zu übernehmen. Ziele des Kinder- und Jugendverbandes sind die Vermittlung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Dabei spielen die Grundsätze des christlichen Glaubens eine wesentliche Rolle.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.dpsg.de.

Kategorien: Pfadfinder

Annka Meyer wird neue Bundesvorsitzende

Fr., 06/05/2020 - 18:40

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Versammlung nur digital stattfinden. Deswegen entschlossen sich die Verantwortlichen für eine Briefwahl. Diese Stimmen wurden am Freitag, den 5. Juni im Neusser Bundeszentrum in ausgezählt. Telefonisch stimmte die Kandidatin der Wahl zu.

Die 27-jährige Sport- und Biologielehrerin hat die Wahl telefonisch angenommen. Sie selbst ist seit 20 Jahren Mitglied in der DPSG und seit 10 Jahren als Leiterin in ihrem Heimatstamm aktiv. In ihrer dreijährigen Amtszeit möchte die Aachenerin als Anpsprechpartnerin für DPSGlerinnen und DSPGler wahrgenommen werden, die Probleme ernst nimmt. In Gremien möchte die sie die Interessen der DPSG vertreten. Durch Unterstützung der Stufen-Bundesunternehmen will die Pädagogin Pfadfinden in ganz Deutschland für Kinder und Jugendliche erfahrbar machen. Dass Themen wie gesellschaftliche Vielfalt, Geschlechtergerechtigkeit, Internationale Gerechtigkeit feste Grundsätze des Verbands sind, möchte sie auch stärker nach außen zeigen.

Annka Meyer übernimmt am 1. November als Nachfolgerin von Anna Sauer das Amt als Bundesvorsitzende. Die Amtszeit von Anna Sauer endet am 30. September.

Mehr über Annka erfahrt ihr in unserem Blog!

Kategorien: Pfadfinder

Trauer um Guido und Dennis – 25. Jahrestag des Tauziehunglücks in Westernohe

Do., 06/04/2020 - 13:40

Auf einem großen Pfingstlager im Bundeszentrum Westernohe wollten an diesem Tag etwa 650 Kinder und Jugendliche vor allem aus dem Bezirk Koblenz ins Guinness-Buch der Rekorde kommen. An einem 500-Meter langen Seil wollten sie ihre Kräfte messen, als es riss und dadurch die beiden Jungen tödlich traf und viele andere Menschen verletzte.

Wir sind, besonders am heutigen Tag, in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Das Gedenken an sie und dieses Unglück wird immer einen Platz in unserem Verbandsleben einnehmen. Guido und Dennis werden in der DPSG nie vergessen sein.

Franz Böhler, Kurat des betroffenen Bezirks Koblenz, hat anlässlich dieses Jahrestages einen Gedenktext verfasst, den wir gerne mit euch teilen wollen. Auch bitten wir darum, dass ihr mit uns gemeinsam eine Schweigeminute abhaltet. Diese wird am Samstag – im Rahmen eines kleinen Gottesdienstes in Westernohe – um 15 Uhr stattfinden.

Wir gedenken des Pfingstlagers vor 25 Jahren, das - statt in einem fröhlichen Abschied - sein Ende in einem schrecklichen Unglück fand. Jeder der sich der Erinnerung stellt hat dabei seine eigenen Gedanken und Gefühle: Trauer, Schmerz, Erschrecken oder Angst, die Erinnerung an anstrengende Wochen und Monate der juristischen Aufarbeitung, das Gefühl von Hilflosigkeit und Allein-gelassen-sein, die Dankbarkeit, unbeschadet davon gekommen zu sein oder die Erinnerung an ein Versagen oder das Bedürfnis, etwas tun zu müssen und gleichzeitig zur Tatenlosigkeit verdammt zu sein.

Viele der damals Betroffenen sind noch heute den Pfadfindern verbunden. Je nachdem, wie er oder sie den Tag erlebt hat, von dem Unglück hörte oder mit der Aufarbeitung konfrontiert war: der Tag hat bei sehr Vielen eine unterschiedlich intensive Spur im Leben und der Arbeit hinterlassen. Für Viele war und ist es ein zutiefst einschneidendes Erlebnis.

Auch für die DPSG als Ganzes war und ist es ein Tag von einschneidender Bedeutung.

Deshalb ist das Pfingstfest – besonders in diesem Jahr, in dem sich das Ereignis zum 25. Male jährt - für uns kein Feiertag, sondern ein Tag des Gedenkens. Es war Pfingsten und der Bezirk Koblenz hatte ein großes Lager in Westernohe organisiert. Teil des fröhlichen Lagers sollte ein Tauzieh-Wettbewerb sein. Doch aus dem fröhlichen Lager wurde eine der schwersten Stunden der DPSG. Das Seil riss. Zwei Tote Kinder und über 100 zum Teil schwer verletzte Pfadfinderinnen, Pfadfinder, Leiterinnen und Leiter waren zu betrauern.

Besonders betroffen war der Stamm der Seepfadfinder in Güls. Die zwei toten Kinder, Dennis und Guido, kamen aus ihren Reihen.

Lange fiel es schwer, die richtigen Worte für das Unsagbare zu finden. Wie sollte man sich den Folgen verantwortlich stellen. Besonders der Stamm der Seepfadfinder und hier besonders Günther Müller, genannt „Sonny“, hat sich dieser Verantwortung in besonderer Weise gestellt und sich über die Jahre um das Gedenken und den Gedenkort in Westernohe gekümmert. Auf ihn geht die Initiative zurück, den Gedenkort neu zu gestalten und alle damals betroffenen Institutionen in die Verantwortung zu nehmen.

Die Verantwortung für das Gedenken und den neu gestalteten Gedenkort, teilen sich nun der Stamm Seepfadfinder Güls, der DPSG Bezirk Koblenz, der DPSG Diözesanverband Trier, der DPSG Bundesverband, der Ort Westernohe und das Bundeszentrum der DPSG in Westernohe.

Wir haben als Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus der Tragödie von damals gelernt, aber als Menschen bleiben wir in der Gefahr. Möge unsere Erinnerung an das Geschehen, die toten Kinder und die Gefühle der vielen Verletzten in Blick behalten und uns mahnende Erinnerung zur Wachsamkeit sein.

Möge in uns die Hoffnung wachsen, dass auch das Unverständliche, Unsagbare und Unbegreifliche in Gottes bergenden Händen einen Platz findet.

Noch heute erinnert auf dem Weg zwischen Altenberg und Kirschbaum eine Gedenkstätte an diesen traurigen Tag. Ursprünglich war zum 25-Jahrestag eine Veranstaltung geplant – die aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf das kommende Jahr verschoben werden muss. Am Samstag, 06.06.2020 wird daher in kleinem Rahmen vor Ort im Bundeszentrum der Verstorbenen gedacht.

Gemeinsam mit einer kleinen Delegation wird an diesem Tag ein neuer Gedenkstein an der Unglückstelle gesegnet, um weiterhin an alle zu erinnern, die damals körperlich und seelisch verletzt wurden und besonders an Guido und Dennis, die bei dem Unglück gestorben sind.

Kategorien: Pfadfinder

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