Name und Form der Jurte

Scherengitter einer Jurte

Foto: Tobin

Das Wort Jurte kommt aus der türkischen Sprache. Yurt bedeutet Heim. Und nichts anderes waren und sind die traditionellen Zelte der Nomaden in West und Zentralasien. Auf kasachisch heißt die Jurte Kigizui, auf mongolisch Ger.

All die verschiedenen Begriff beschreiben die gleiche Konstruktion. Die Jurte besteht aus einem Holzgerüst, meist ein Scherengitter, mehrere Dachstangen und eine Krone, welches mit verschiedenen Lagen von Textilien bedeckt ist. In aller Regel waren diese Lagen aus Filz. Baumwolle und noch modernere Materialen waren in früheren Jahrhunderten noch unbekannt.

Die Jurte ist auf das nomadische Leben in der trockenen Steppe angepasst und kann binnen kurzer Zeit ab- und wieder aufgebaut werden. Früher wurden die Bestandteile einer Jurte mit dem Kamel oder dem Pferd transportiert. Heutzutage tut es auch ein kleiner Geländewagen.

Jurte um 1910

Foto: Prokudin-Gorskii, Sergei Mikhailovich, 1863-1944

Die Jurten aus alter Zeit waren noch echte Zelte, bei denen es vor allem auf den leichten Transport ankam. Das Gerüst und die Dachstangen waren so ausgelegt, dass möglichst wenig Material eine hohe Stabiltät ergabt. Die heute in der Mongolei gebräuchliche Form mit geraden Dachstangen und zwei Mittelpfosten als Stütze der Krone ist eher als Kompromiss in der günstigeren Fertigung zu sehen.

Eine Jurte an der anderen

Foto: Julia Rubinic

Auch hatten die ersten Jurten noch keine Türen. Diese kam erst später mit den fortgeschrittenen, tischlerischen Fähigkeiten hinzu. Ebenso war es mit der Einrichtung. Mit dem Können der Menschheit stiegen auch die Ansprüche. Wo Anfangs noch eine offene Feuerstelle und nur wenige Haushaltsgegenstände die Jurte füllten, so waren es später auch Öfen und wertvolle, künstlerisch bemalte Möbel.

Die Krone einer Jurte

Foto: Clark Gregor

Diese Entwicklung hält auch weiterhin an. Obwohl und gerade weil fast die Hälfte der mongolischen Bevölkerung in Jurten lebt haben hier auch Geräte wie Fernseher und Kühlschränke ihren Einzug gehalten.

Lediglich an der Art der Einrichtung hält die Tradition fest. Sie spiegelt die soziale Ordnung der Familie, deren Angestellten und auch von willkommenen Gästen in der Jurte wieder. Jeder hat seinen festen Wirkungs- und Aufenthaltsbereich. In der Jurte wird gewohnt, gekocht, gearbeitet und geschlafen. Alles und jeder hat seinen festen Platz und seine feste Bedeutung. Die Tür geht immer nach Süden, gegenüber liegt der Altar.

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