Schwarzzeltkultur - ohne viel Schnickschnack.

Hallo erstmal,
mein Name ist mogge, ich bin 18 Jährchen jung und habe mich vor rd. 2einhalb Jahren selbstständig gemacht, das heißt eine Siedlung der CPD in Schönberg an der Ostsee gegründet. Mehr über uns: www.cpd-schoenberg.de
Unsere Siedlung besteht aus einer Sippe (sechs Jungens) und drei älteren inkl. mir.
Wir CPDer nutzen nur Schwarzzelte, so steht es auch in unserer Bundesordnung. Nun sind wir beim Thema Schwarzzelte: In letzter zeit wollen wir immer mehr ausprobieren. Wir haben das Glück, dass wir die "Reste" einer alten Siedlung aus Kiel, die leider einschlief, übernehmen konnten: Schwarzzelttechnsich waren das eine Jurte und drei Kohten. Hinzu kommt noch eine komplette Jurte, die uns unserer Kirchenvorstand "spendiert" hatte. Damit wir auch eine schöne Theaterjurte bauen können, haben wir uns zwei Theaterbahnen und zwei Quadratbahnen extra zugelegt. Zum Glück ist der Wiese-Ausrüster nur 15 min mit dem Auto von uns entfernt.
Unser Material halten wir recht einfach: Wir haben normale Kobas, normale Seitenplanen und zwei Theaterbahnen, kurz, drei verschiedene Arten von Planen. Auf extravagante Dinge wie Fensterplanen, Spezialseitenplanen oder Wanderkohtenplanen verzichten wir, mit dem, was wir jetzt zur Verfügung haben, kann man eben mehr draus machen, eben mehr kombinieren. Bewusst haben wir auch keine Jurtenganzdächer, sondern einzelne Planen - wie gesagt, wir können da mehr draus machen!
Die Lagerkultur von uns "Holsatianern", so heißen wir Mitglieder des CPD Gaues Holsatia, ist sehr speziell und traditionell. Gaskocher brauchen wir nicht, wir kochen auf Feuer. Weißzelte haben wir nicht, schwarze sind geiler. Innensteckstangen und Metallheringe benötigen wir nicht - Stangen aus Holz und Heringe aus Holz sehen viel schöner aus, passen besser in den Wald und sind auf jedem unserer Lagerplätze vorrätig - und kosten nix.
Unser "Jurtenleben" ist einfach nur traditionell: In der Mitte ist ein Feuertisch, keine Feuerschale. Kerzenständer haben wir aus halben Kokusnüssen gemacht oder kreisrunde Holzplatten, die auf den Boden stehen. Natürlich haben wir schöne Teppiche in der Jurte liegen, ist eben bequemer und schöner als Isomattem. Jeder hat sein Fell dabei, das gibt dem ganzen gleich eine ansprechendere Note. Feuerrunden sind der Höhepunkt unserer Lager (auch wenn wir lieber richtig auf Fahrt gehen). Der Hordentopf mit dem Tschai hängt über dem Feuer. Eingeleitet wird die Feuerrunde mit einer Losung, einem Spruch oder einem kurzen Gedicht. Es gibt viele Spiele, Geschichten, Rätsel, Kekse, Obst - und Fahrtenlieder en masse.
Natürlich haben wir einige Regeln, die das Leben in der Jurte definieren: Man liegt nicht beim Essen und beim Singen. Beim Tschaiausschenken ist man leise. Beim Essen steht man nicht auf; alle fangen gemeinsam an zu Essen, nach dem ein Tischlied gesungen wurde und jeder was auf dem Teller hat. Natürlich beenden alle gemeinsam die Mahlzeit. Den Tschai (und alles andere) trinken wir aus Eumeln, das sind halbe Kokusnüsse. Eben viel schöner als andere Becher.
So sieht unser "Jurtenalltag" aus. Momente, die ich immer herbei ersehne....
Euer mogge

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