Beim Hersteller für Kohte und Jurte - Ein Tag bei Tortuga

Kohten und Jurten im Lager von Tortuga

In der Nacht sind 15 cm Schnee gefallen. Die Welt um mich herum ist weiß, der Schnee schluckt die Geräusche. Mit der Bahn komme ich bis Allensbach und mit dem Fahrrad weiter bis Reichenau-Waldsiedlung. Der Radweg dauert etwa eine viertel Stunde und geht fast immer gemütlich am Ufer des Bodensees entlang. Dieser liegt grau unter einer Wolkendecke, die Straßen sind voll Schneematsch, der Radweg jedoch gut gräumt und nur wieder leicht verschneit.

Auch um diese Jahreszeit ist es also eine nette kleine Radtour, die mich zu Tortuga, dem Hersteller unserer Kohten und Jurten bringt. Bei Reichenau, kurz vor Konstanz liegt ein kleines  Industriegebiet. Dort hat das Unternehmen von Waldemar Weidele und Peter Huber seinen Stammsitz. Die beiden Geschäftsführer sind die Köpfe hinter der Entwicklung der klassischen Schwarzzelte. Als ehemalige Mitarbeiter der Firma Stromeyer bringen sie jahrzehntelange Erfahrungen und Kompetenzen mit, die sie seit 2001 in ihre eigene Firma einbringen.

Am Bodensee ist nicht nur die Entwicklung der Kohten und Jurten, auch Gerüstzelte, Gruppenzelt, Tipis und mehr werden hier entworfen und getestet. Die eigentliche Produktion der verschiedenen Zelte findet in einer Näherei in Tschechien statt. Die Auslieferung der schwarzen und weißen Zelte wird wiederum direkt am Bodensee abgwickelt.

Nähmaschinen bei Tortuga

Im kleineren Umfang wird immer noch am Stammsitz von Tortuga am Bodensee genäht. Hier entstehen Muster und Sonderanfertigungen. Auch Reparaturen sowie bestimmte Vor- und Nacharbeiten können hier selbst ausgeführt werden.

Mit seinen beiden Geschäftsführern sind bei Tortuga insgesamt vier Menschen beschäftigt, welche sich von der Idee bis zur Auslieferung von Kohte, Jurte und anderen Zelten beschäftigen.

Weißzelte bei Tortuga

Auch jetzt im Winter läuft das Geschäft mit den Zelten auf hohem Standard. Die Lager müssen neu bestückt werden, man rüstet sich für die kommende neue Saison. Die Inventur auf den Jahreswechsel steht an und neue Ideen müssen vermarktet werden.

Bei dem Material für Kohten und Jurten gibt es 2009 vorwiegend kleinere Inovationen, wie z.b. eine Dreiecksplane, welche als Verbindungsstück zwischen drei Jurten eingesetzt werden kann. Neu werden auch die Super-XL-Planen sein, welche es nun zusätzlich in einer Ausführung mit umlaufenden Knopfleisten geben wird.

Im Bereich der Weißzelte ist das Amazonas eine spannende neue Konstruktion. Es entspringt als neue Konzept aus einer Kreuzung von Gerüst- und Gruppenzelt. Dazu kannst du bald im Scoutladen mehr lesen.

Viele Verbindungsknoten

Wichtig für unseren Besuch bei Tortuga ist insbesondere auch der Erfahrungsaustausch aus der Praxis hin zur Entwicklung der Zelte. So zum Beispiel prüft der Techniker von Tortuga aufgrund unserer Rückmeldung nun das Rauchloch der Barbarossa-Jurte zu vergrößern, damit der Rauch auch bei ungünstigen Bedingungen noch besser abziehen kann.

Auch hier zeigt sich Tortuga als ein flexibles Unternehmen, welches gerne offen mit seinen Händlern und deren Kunden zusammen arbeitet. Ideen und Erfahrungen werden gerne aufgegriffen und bei Machbarkeit auch schnell umgesetzt. Es lohnt sich also einer kleinen Firma mit engagierten Mitarbeitern zu vertrauen, welche sich in den letzten acht Jahren den führenden Markennamen im Bereich Kohte und Jurte erarbeitet hat.

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