Zurück aus Albanien

Albanien Osum

Seit ein paar Tagen sind wir zurück aus Albanien und noch voller neuer Eindrücke. Drei Wochen waren wir auf Fahrt durch ein für uns neues Land. Als wir vorher von unseren Reisplänen berichtet hatten, war die die erste Reaktion immer: Albanien? Wieso wollt ihr denn dahin? Ist das nicht gefährlich?

In unserer Presse wird Albanien weniger als Urlaubsziel, sondern mehr mit Flüchtlingen und organierter Kriminalität in Verbindung gebracht, erlebt haben wir jedoch ein spannendes Land im Wandel und viele gastfreundliche Menschen.

Wir haben ein Land mit sehr vielen Gesichtern entdeckt. Das Land war neu für uns und wir waren nur etwas mehr als zwei Wochen vor Ort und haben den Süden bereist.

Wir waren an Stränden, in Städten, in den Bergen und Dörfern unterwegs. Überall wurden wir gastfreundlich empfangen, in den touristischeren Ecken durchaus als Kunden wahrgenommen, andernorts einfach als Reisende.

Wirkliche Gespräche waren schwierig, da wir der Sprache nicht mächtig waren, viele Albaner sprechen jedoch auch die eine oder andere Fremdsprache, manche waren auch nur auf Heimaturlaub und leben schon seit vielen Jahren sonstwo in Europa.

Politische Themen versuche ich in fremden Ländern erstmal zu vermeiden.Dennoch bekommt man auch Eindrücke, wie die Menschen in Albanien leben und welche Sehnsüchte sie umtreibt.

Die Verlockung Europa ist groß und manch einer, der sich freute, dass wir aus Deutschland zu Besuch sind, sagt offen, dass er da auch gerne arbeiten würde.

Denn das Leben in Albanien scheint trotz allen Veränderungen in den letzten 20 Jahren nicht einfach zu sein. Studierte Lehrer arbeiten als Holzfäller in den Bergen, da es keine Stellen gibt. 40% der Albaner seien arbeitslos erfahren wir.

Vielen Albanern, die wir sehen scheint es dennoch gut zu gehen, zumindest sind die Menschen fröhlich und immer gut angezogen. Das Essen ist günstig im Land, die Löhne wohl aber auch sehr gering.

So gesehen, könnte Albanien wirklich ein sicheres Land sein, in dem jeder, der sich ein wenig engagiert, auch ein Auskommen haben kann.

Dagegen sprechen allerdings auch die Hüttendörfer aus Plastikplanen, die wir am Straßenrand sehen. Oder die Mülldeponien, auf denen Familien mit Kindern leben und vom Müllsortieren leben. Hier nimmt uns selbst nur die Vorbeifahrt kurz die Luft zum Atmen und man kann sich das Leben zwischen Blech, Plastik und Essensresten nur schwer vorstellen.

Diese Menschen scheinen am Rande der Gesellschaft zu leben und keine Perspektive in Albanien zu haben... und wenn diese sich auf den Weg zu uns machen? Unsere Regeln schicken sie wieder nach Hause. Ein Zuhause, das sie nicht haben! Warum?

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