Hoffentlich - Ein lesenswerter Artikel über die Kohte

Im aktuellen Heft "der eisbrecher" Nr. 215 / 2014 schreibt pjuno vom pbmv ganz eindrücklich über Situationen mit der Kohte. Nach Rücksprache mit Redaktion und Autor dürfen wir den Artikel hier für euch veröffentlichen...

Hoffentlich

Dann anzukommen und die bald aufgebaute Kohte vor meinen Augen zu sehen, ist der Moment, für den ich den ganzen Tag unterwegs bin. Zwar wird es noch eine Weile dauern, bis man wirklich am Feuer sitzt, aber auch diesen zähen Zeitraum kann man mit einem solch hoffenden Gefühl gut überstehen.

Auch wenn es regnet, unangenehm kalt oder viel zu nass ist - kaum ein Ereignis kann mir hier die Vorfreude stehlen. Es bereitet mir ein ungeheures Kribbeln im ganzen Körper, wenn ich sehe, wie der Aufbau der Kohte immer weiter voranschreitet. Alle Unannehmlichkeiten, die das trübe und kalte Wetter bereitet, gehören doch irgendwie dazu und sind dann auf ihre Art und Weise auch doch schön.

Der weiße Atemdampf, der sich mit dem dichten Nebel vereinigt und langsam über den Boden kriecht.

Die falschgeknüpften Kohtenbahnen, für die man diesmal - so scheint es einem - ungewöhnlich lange braucht. Zu eis gefrorene Finger, die man in Gedanken in seine Handschuhe sehnt. Ins Warme. Das Schniefen und Schnauben der roten, tropfenden Nase, de einem anscheinend sagen möchte, dass sie jeden Moment abfallen wolle.

Die kläglichen Rettungsversuche, mit seinem Schal oder dem letzten Zipfel seiner klammen Juja das Gesicht vor der eisigen Luft zu schützen, während sich die Füße in den trockenen Schuhen ganz wohl fühlen. Das mühsame Aufklauben der Heringe und das merkwürdige Gefühl des glibschigen Holzes vom durchnässten und schlammigen Boden. Hoffentlich steht das Zelt bald.

Ich liebe es zu sehen, wie die Kohte gestemmt wird und die Bahnen immer strammer werden, bis schließlich alle Falten gänzlich verschwunden sind und der Regen wie in Bächen von den schützenden Bahnen herabfließt.

Dieser Anblick ist es, der mich jedes Mal aufs Neue fasziniert. Den Fuß nach einem langen Tag in die Kohte zu setzen, ein immer wiederkehrendes einmaliges Gefühl.

pjuno (pbmv)

Welche Gefühle verbindest du mit deiner Kohte?

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