Wie wird die Kohte aufgebaut?

Die Kohte auf der Wiese

Foto von Benjamin Lang unterliegt folgender Lizenz

Abgesehen davon, dass jeder Stamm seine eigene Variante hat, mit der er am Besten zurechtkommt zeigen wir dir hier eine Methode, von der wir glauben, dass es leicht zu machen ist und die Kohte hinterher gut steht.
Wir nehmen hier eine Kohte ohne Seitenstreifen und für den Aufbau nach dieser Anleitung brauchst du zwei Personen.

  • Vorbereitung
    Such dir einen guten Lagerplatz und lege deine benötigten Teile für die Kohte bereit. Denke auch an das Werkzeug, wie den Hammer für die Heringe und die Säge, falls du noch keine fertigen Stangen hast.
  • Stangen binden
    Binde die beiden Stangen zum Aufstellen kurz unterhalb der Spitze (bei etwa 3,50 Meter) mit einem Kreuzbund zusammen.
  • Kohtenkreuz binden
    Binde ebenfalls die beiden kleinen Stangen für das Kohtenkreuz in einem rechten Winkel zusammen. Von dem Seil lässt du ein Ende übrig und machst eine Schlaufe ins Ende.
    Der Abstand von der Schlaufe zum Kohtenkreuz soll etwa 60 cm betragen.
  • Kohtenbahnen knüpfen
    Die vier Kohtenbahnen legst du mit der Aussenseite auf den Boden (bei Regen lieber andersrum) und knüpfst von oben nach unten (vom Rauchloch zum Boden) alle vier Kohtenblätter aneinander.
  • Grundfläche spannen
    Dreh die so entstandene Zelthaut auf die richtige Seite und spann mit vier Heringen in den vier Ecken (da wo die Blätter geknüpft sind) ein Quadrat ab. Mach es recht straff, aber auch nicht zu sehr, da kommt nachher noch ein wenig Zug drauf.
    Achte darauf, dass der Hering nicht durch die Öse, sondern durch alle Schlaufen an einer Ecke gestekt wird.
  • Kohtenkreuz befestigen
    Je nachdem, welche Art von Kohtenkreuz du verwendest, binde es in das Rauchloch oder hänge die entsprechenden Haken ein. Beide Ösen jeweils müssen dadurch verbunden werden.
  • Stangen einhängen
    Lege die beiden Aufstellstangen mit dem Kreuzbund über das Kohtenkreuz und hänge die Schlaufe (die von vorhin) über eine der Spitzen.
  • Aufstellen
    Wenn du nun die beiden Enden der Stangen zur Kohte hin drückst und dabei gleichzeitig die Spitzen anhebst, dann stellt sich die Kohte automatisch aus. Schiebe die Füsse der Stangen so nah an die Kohte heran, dass sie ordentlich gespannt ist, aber auch nicht so stark, dass du deine Heringe aus dem Boden reisst.
  • Abspannen
    Mit den restlichen vier Heringen spannst du jeweils die Mitten der Planen am Boden noch ab. Dadurch wird aus dem Quadrat ein Achteck.
  • Eingang festlegen
    Mach auf der windabgewandten Seite der Kohte eine geknüpfte Naht wieder ein Stück auf. so kannst du nun in die Kohte schlupfen und hinter dir wieder zu knöpfen.
  • Rauchloch abdecken
    Bei einer unsicheren Wetterlage lohnt es sich, dass Rauchloch noch abzudecken. Je akkurater du die Plane legst (wie eine Tischdecke an den Ecken einfalten), umso dichter ist es später. Die Ecken kannst du mit etwas Schnur zu den Heringen verspannen, dann bleibt die Abdeckung auch bei Wind liegen.

Mit etwas Übung und Teamgeist schaffst du das alles in etwa 20 Minuten. Bei Weltrekordversuchen sind bestimmt auch mal 15 Minuten drin, aber dann muss alles stimmen und parat liegen. Lass dir Zeit, je exakter du arbeitest, umso schöner und auch dichter steht die Kohte später. Und vergiss nicht am Schluss die ganzen Knebel der Regenleisten einzuhängen. Das kannst du zwar auch schon machen, wenn die Kohte noch auf dem Boden liegt, aber meist gehen sie beim Aufbauen doch wieder auf.
Irgendwann bekommst du für den Aufbau bestimmt auch noch eine bebilderte Anleitung von uns.

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