Imprägniert? Wasserdicht?

keine 20 mm Wassersäule

Schon in der Werbung steht, der erste Regen würde noch leicht durch die Plane hindurchsprühen. Das wollen wir dann doch genauer wissen. Immerhin ist auch angegeben, dass der Stoff imprägniert wäre. Bei Zeltstoffen wird die Dichtigkeit des Gewebes als Wassersäule angegeben.

Bei Baumwollzelten ist dies üblicherweise eine Wassersäule von 300 bis 400 mm. Und das ist auch völlig ausreichend, denn dies bedeutet, dass mehr als 30 cm Wasser auf der Plane stehen kann, bevor die ersten Tropfen durchdrücken. Baumwolle als natürlicher Rohstoff hat die Fähigkeit zu quellen, wenn sie feucht wird. Das dichtet zusätzlich ab.

Bei synthetischen Stoffen, die nicht quellen können muss die Wassersäule ein vielfaches höher sein, um in der Praxis die gleiche Wasserdichtigkeit zu erreichen. Moderne Zelte haben Wassersäulen von 5.000 oder gar 10.000 mm. Jetzt wollen wir jedoch wissen, was der Stoff aus Fernost aushält.

Versuchsaufbau Wassersäule

Unser Versuchsaufbau ist einfach. Eine Röhre über der Badewanne wird mit dem Stoff der mitgelieferten Abdeckplane verschlossen. Oben haben wir vor, nach und nach mehr Wasser einzufüllen, unten dann den ersten Tropfen fotographieren. Es ist 19:41 Uhr und noch sind Röhre und Stoff trocken. Wir haben noch kein Wasser eingefüllt.

Schon undicht

19:42 Uhr geben wir den ersten Schluck Wasser in die Röhre, etwa 1,5 cm (15 mm) und noch bevor wir unten schauen können läuft das Wasser bereits durch den Stoff in die Wanne. Halt, so schnell sollte das doch nicht gehen.

Es läuft einfach durch

Und es ist immer noch 19:42 Uhr. All unser Wasser ist in weniger als 30 Sekunden durch die Plane abgeflossen. Und das bei einem Wasserstand von weniger als 20 mm. Wir haben dem Stoff schon wenig zugetraut, aber dass das Ergebnis so niederschmetternd ausfällt hätten wir uns dann doch nicht gedacht.

Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um einen normalen Bekleidungsstoff handelt, der kaum behandelt ist. Ein weiterer Test ergibt, dass auf der einen Seites des Stoffes einzelne Wassertropfen noch abperlen. Auf der anderen Seite jedoch werden sie sofort beim Berühren des Gewebes aufgesogen.

Wer traut sich, dies in aufgebauten Zustand mal in einer regnerischen Nacht unter realen Bedingungen zu testen? 

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