Die Theorie des Jurtenbaus

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Alle Wege führen nach Rom. Und sicherlich gibt es zu viele unterschiedliche Methoden eine Jurte aufzubauen, wie es Pfadfinderinnen und Pfadfinder gibt. Baust du mit sechs Menschen eine Jurte auf, dann hast du sechs verschiedene Meinungen, wie es am besten geht.
Auch unsere Methode ist nur eine von vielen, die nicht den Anspruch hat, die beste zu sein. Es gibt vermutlich schnellere Wege für den Aufbau einer Jurte. Es gibt exaktere Methode, um sicher zu stellen, dass die Jurte auch ja gerade steht. Und es gibt auch Methoden, die verschiedene Hilfsmittel zur Hand nehmen oder den einen oder anderen Trick in Petto haben.
Unser Weg ist einfach ein pragmatischer, der sich als gut erwiesen hat, wenn wenig Menschen zum helfen und halten da sind, oder wenn windiges Wetter herrscht. Das Ergebnis ist gut genug um ein regnerisches Herbstlager zu überstehen, allerdings wirst du nicht den ersten Preis in der Massgenauigkeit gewinnen.

Die Geometrie der Jurte

Im Grunde ist die Jurte (ein nicht ganz gleichwinkeliges) Zwölfeck. Um dies ohne große Verzerrungen aufzustellen, die nachher zu Wassersäcken führt ist es wichtig bestimmte Kräftelinien einzuhalten. Im obigen Bild sind dies die grünen Linien.
Und genau die sind für euch wichtig, um den richtigen Punkt für den Hering zu finden. Manche messen die Punkte für die Heringe mit Massbändern oder Seildreiecken aus, manchen nageln sie einfach blind in den Boden.
Eine einfache, schnelle und auch ausreichende Methode ist es, das Jurtendach an der gewünschten Stelle auszulegen, schön gerade zu ziehen und schon mal die Spannschnüre an den D-Ringen oder Schlaufen anzubringen.
Wenn du nun mit der Schnur in der Hand die "Flucht" zur Naht suchst und dabei eine gerade (gedachte) Linie erhältst, dann liegst du völlig richtig. Fünf Zentimeter hin oder her, das ist nicht wichtig. Und manchmal bei steinigem Boden auch gar nicht zu vermeiden.
Die Entfernung des Herings zum Jurtendach sollte in etwa der geplanten Höhe der Jurte entsprechen. Damit hat deine Schnur später einen Winkel von 45 Grad zu Boden und Plane. Das gibt einen guten Halt.

Die Reihenfolge des Aufbaus

Aufgrund der obigen Variante, den Standort und die Punkte für die Heringe festzulegen, empfehlen wir dir folgende Reihenfolge beim Aufbau:
- Jurtendach auslegen, evtl. vorher zusammen knüpfen
- Spannschüre anbringen
- Heringe einschlagen
- Spannschüre am Hering einhängen und die ungefähre Länge einstellen
- Stangen bereit legen
- jeweils zwei gegenüberliegende Stangen aufstellen
- Spannschnüre spannen
- Mittelstange(n) aufstellen
- Jurtendach hochziehen
- Seitenplanen nach Bedarf anbringen
- Seitenstangen ausrichten
- Jurte nochmal ordentlich spannen

Jurtentrichter

So sieht die abgespannte Jurte aus, bevor du den Mittelmast stellst.

Die Rauchlochabdeckung kannst du ganz nach deinem Geschmack entweder vor dem Hochziehen des Daches oder im fertig aufgebauten Zustand anbringen. Im letzteren Fall ist eine leichte Leiter oder etwas ähnliches nützlich. 

Wenn du das nun ein paarmal gemacht hast, dann steht eine Jurte mit drei oder vier Menschen in etwa zwanzig Minuten. Wenn jeder Handgriff sitzt und alles gut vorbereitet ist, dann schaffst du das sicherlich auch wesentlich schneller, aber du bist ja nicht auf der Flucht, sondern suchst nur Fluchtpunkte für die Heringe.

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