Windböen über 100 kmh

Jurtenburg nach dem Sturm

Foto: Daniel Lienert

Die nächste Messstation zeichnet Böen mit einer Geschwindigkeit von über 100 kmh auf. Wir sind noch mitten im Aufbau unseres Bürgerbüros auf dem Landesjamboree. Hier sollen später bis zu 6000 Teilnehmer und 300 Mitarbeiter mit all ihren Sorgen und Nöten eine Anlaufstelle haben.

Im Moment zerrt jedoch der Wind an Planen. Seilen und Zeltplanen. Immer wieder richten wir, spannen nach und verbessern die Sturmverspannung der Jurtenburg, die aus 15 einzelnen Jurten besteht und dem Wind gerade die volle Breitseite bietet.

Kurz denken wir darüber nach, das Zelt zu evakuieren und dem Sturm preis zu geben, dann geht alles ganz schnell. Der Mast der mittleren Verbindungsjurte fällt, ein kurzer Moment der Verwirrung, als wir wieder aufschauen steht das Zeltdach über uns noch, der benachbarte Teil der Jurtenburg liegt jedoch zerstört am Boden.

Niemand hat gesehen, wie dieser Teil gefallen ist, glücklicherweise war aber in dem Moment auch niemand unter diesen Dächern. Mit dieser letzten gewaltigen Windböe flaut der Sturm auch ab und wir machen uns gleich an die Sicherung des noch stehenden Teils. alle dem wind zugewandten Teleskopstangen sind völlig verbogen. Wir sichern mit Seilen nach und knöpfen den zerstörten Teil des Zeltes ab, schliessen die Lücken mit weiteren Planen und sichten die Schäden.

Das Bürgerbüro des Landesjamborees

Foto: Daniel Lienert (vor dem Sturm) 

Zwei Drittel der Planen, der gefallenen Jurtenburg sind zerissen, durchstochen oder haben zumindest Ösen und Knöpfe verloren. Auch in dem stehenden Teil sind die Planen schwer geschädigt. Mehrere Risse nähen wir direkt von Hand, ersetzen fehlende Ösen mit Gurtschlaufen, um die Jurtenburg vor weiteren Sturmböen zu schützen.

In der kommenden Woche werden uns jedoch weitere Böen bis 80 kmh zu schaffen machen, da viele Ösen durch die verherrenden Kräfte bereits vorgeschädigt sind. Immer wieder müssen wir nachbessern. Aber nach vier Wochen können wir die Jurtenburg in ihrer Gänze wieder abbauen.

Unser Fazit ist, dass große Jurtenburgen ab Windgeschwindigkeiten um die 80 kmh, sehr viel Aufwand in der Abspannung benötigen und das Material an seine Grenzen stößt. Gerade die neuen Komplettdächer mit Traufkante sind hier völlig ungeeignet. Zusammen mit dem Hersteller Tortuga denken wir bereits über Alternativen und Verbesserungen nach.

Kommentare