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Aktualisiert: vor 5 Stunden 26 Minuten

BSA trauert um Steve Jr. Bechtel

Mi., 03/24/2021 - 04:15

Stephen D. Bechtel Jr., Eagle Scout, Träger des „Silbernen Büffels“ und emeritierter CEO der Baugruppe Bechtel Corp., starb am Montag friedlich in seinem Haus in San Francisco. Er wurde 95 Jahre alt. In der Geschäftswelt war Bechtel als der Mann bekannt, der aus einem in den USA ansässigen Familienunternehmen einen Global Player machte. Für amerikanische Pfadfinder und Pfadfinder im ganzen Land ist sein Name ein Synonym für hochmodernes Abenteuer und Charakterbildung.

Das 50-Millionen-Dollar-Geschenk der Bechtel Jr. Foundation ermöglichte den Bau des Nationalen Pfadfinderreservats der Bechtel-Familie Summit – das ganzjährige Mehrzweckziel der BSA für Abenteuer- und Führungstraining, das dem Nationalen Pfadfinder-Jamboree als ständiges Zuhause dient. „Unser Beitrag zum Summit Reserve-Projekt in West Virginia ist bei weitem die größte und beste Investition, die wir jemals getätigt haben“, sagte Bechtel in dem Buch „Steady at the Helm – Lektionen in Führung von Stephen D. Bechtel Jr.“, veröffentlicht von die BSA im Jahr 2016. „Die Boy Scouts of America lehren jungen Männer sehr gut die wichtigen Eigenschaften der Staatsbürgerschaft und des persönlichen Charakters, und es war uns sehr wichtig, ihnen helfen zu können.“

Als sich der junge Steve Jr. mit Troop 4 in Piedmont, Kalifornien, einst selbst in den Reihen der Pfadfinder hocharbeitete, lernte er auch von seinem Vater Steve Sr. und Großvater Warren etwas über das Familienunternehmen. „Die Erfahrungen und Lektionen des Scouting haben mir über die Jahre sehr geholfen“, sagte Bechtel in „Steady at the Helm“. „Schon als kleiner Junge konnte ich sehen, dass Scouting persönliche Werte förderte, die für den Erfolg im Leben wichtig waren“, sagte er. „Tatsächlich haben die im Pfadfindereid und -gesetz hervorgehobenen Werte im Laufe der Zeit dazu beigetragen, meine Weltanschauung zu bestimmen und zu validieren.“

Die Bechtel Company wurde 1898 von Warren gegründet, um beim Bau von Eisenbahnen zu helfen. Das Geschäft wuchs in den nächsten Jahrzehnten stetig, bevor sie ihren bisher bekanntesten Job annahmen: den Bau des Hoover-Staudamms zu unterstützen. Warren starb in der Anfangsphase des Projekts, aber Steve Sr. trat ein und führte es bis zur Fertigstellung durch. Steve Jr. besuchte regelmäßig mit seinem Vater den Hoover Dam, um aus erster Hand zu beobachten, wie ein so großes Projekt durchgeführt werden sollte. Steve Jr. erwarb 1940 seinen „Eagle“. Kurze Zeit später meldete er sich als Abiturient freiwillig beim Marine Corps. In den nächsten Jahren schloss Steve Jr. sein Studium der Bauingenieurwissenschaften an der Purdue University ab, heiratete seinen Highschool-Schatz, erwarb seinen MBA in Stanford und arbeitete als Feldingenieur für die Firma seines Vaters.

Steve Jr. war sich der möglichen Probleme bewusst, die sich daraus ergeben könnten, der Sohn des Chefs zu sein. „Meine Strategie zu Beginn meiner Vollzeitkarriere bei Bechtel war einfach: Ich arbeite härter als jeder andere an einem Job, dem ich zugewiesen wurde, lehne alle Privilegien ab, die nicht mit meiner damaligen Position verbunden waren, und werde entsprechend behandelt für die Qualität meiner Arbeit nicht mehr und nicht weniger “, sagte er.

1960 wurde Steve Jr. zum Präsidenten der Bechtel Corp. ernannt, und 1973 wurde er zum Vorsitzenden ernannt, wo er bis zu seinem Rücktritt 1990 arbeitete. Unter der Führung von Steve Jr. verbesserte sich der Umsatz von Bechtel um das Elffache, die Belegschaft verfünffachte sich und die Anzahl der Großprojekte stieg laut der Website von Bechtel Corp. von 18 auf 119. Steve Jr. gründete 1957 seine erste gemeinnützige Stiftung. Sie und ihre Nachfolger haben Zuschüsse in Höhe von mehr als 1 Milliarde US-Dollar vergeben, von denen viele die MINT-Ausbildung und die Erhaltung unterstützt haben. Seine Verbindung zum Scouting war immer tiefgreifend. Sein Onkel Kenneth Bechtel war von 1956 bis 1959 nationaler Präsident der BSA. Steve Jr. erhielt 1984 den Distinguished „Eagle Scout Award“ und 2005 den „Silver Buffalo Award“(Silbernen Büffel), die höchste Auszeichnung der BSA für den Dienst an der Jugend. Seine Erfahrungen im Bereich Scouting inspirierten ihn dazu, in bürgerlichen Angelegenheiten aktiv zu bleiben und in sechs Präsidentenkommissionen für drei verschiedene US-Präsidenten zu arbeiten, darunter Lyndon Johnsons Ausschuss für städtischen Wohnungsbau und das Arbeitsverwaltungskomitee von Eagle Scout Gerald Ford.
Fotos mit freundlicher Genehmigung des BSA Office of Development.

 

 

 

Kategorien: Pfadfinder

Zeitschrift Pflastersteine

Di., 03/23/2021 - 04:03

Die Ausgabe März 2021 der Zeitschrift „Pflastersteine“ des Pfadfinder-Fördererkreises Nordbayern e. V. ist jetzt online.
Sie  kann unter http://www.pfadfinden-foerdern.de/index.php?cat=Ver%C3%B6ffentlichungen gelesen werden.

Die Inhalte sind u. a.
– Berichte aus den Stämmen
– Interview mit Jürgen Brenner (doc)
– Bundeslager 2022
– Ausstellung „Wir wollten frei sein und diese Freiheit uns selbst verdanken.“ in Polnisch

Herzliche Grüße und Gut Pfad
Harald

Kategorien: Pfadfinder

Vorgestellt: Jomsburg – freier Pfadfinderbund

Mo., 03/22/2021 - 17:02

Der Bund entstand 1975 aus zunächst einer Handvoll Mädchen und Jungen in Dänisch-Nienhof an der Ostsee. Innerhalb eines Jahres wuchs der Bund auf über 300 Mitglieder an, es entstanden Stämme in Kiel und Eckernförde. Zum Gründungsteam gehörte Hans-Lorenz von Gottberg (Ore). 1975 schloss sich die Gruppe mit den Pfeilpfadfindern aus Lübeck zusammen. Der Bund ist koedukativ, religiös nicht gebunden und Mitglied im Deutschen Pfadfinderverband (DPV). Sein selbst erbautet Pfadfinderheim, die Jomsburg, besteht aus zwei imposanten zehn Meter hohen Türmen, die durch einen Wehrgang miteinander verbunden sind. Sehenswert! Hier geht es zur Homepage des Bundes.

Neugierig geworden? Mehr Informationen zu dieser und über 150 weiteren Pfadfinderorganisationen in Deutschland findest du im Standardwerk „Pfadfinderbünde &-verbände“ aus dem Spurbuchverlag (ISBN 978-3-88778-370-9).

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Kategorien: Pfadfinder

Diözesanversammlung der PSG

Mo., 03/22/2021 - 17:02

Am 13.03.2021 tagte die jährliche Diözesanversammlung der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg Diözesanverband Aachen (PSG Aachen) – in diesem Jahr allerdings digital. 

Pädagogik und Kirche
Die Versammlung hat unter anderem dafür gestimmt, das eigene koedukative Konzept noch einmal zu überarbeiten und zu aktualisieren. Sie hat sich außerdem mit dem Thema Maria 2.0 auseinandergesetzt, infolgedessen sich die Versammlung für eine Unterstützung der Umsetzung der Thesen dieser Kirchenbewegung ausgesprochen hat.
Zudem besuchten Vertreter*innen der PSG-Bundesebene und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die Versammlung und konnten sich bei dem Tagesordnungspunkt „Anträge“ beratend einbringen.

Tschüss Theresa
Bei einem netten irischen Abend mussten und konnten wir unsere Diözesan- und e.V.-Vorsitzende Theresa Krummen nach 2 Jahren verabschieden. Sie hat in den letzten zwei Jahren viele wertvolle Impulse im Verband gesetzt und die unterschiedlichsten Ideen einbringen können. Wir danken ihr sehr herzlich für all die Zeit, die Nerven und die mitreißende Motivation und wünschen, dass jetzt ruhigere Zeiten anstehen, in denen mehr Raum auch für andere Dinge vorhanden ist!

Hallo Lisanne & willkommen zurück Kim und Lilo
Als Nachfolge haben wir Lisanne Leonartz mit viel Freude neu gewählt. Sie bildet nun zusammen mit Lilo Schmidt, die sich erneut zur Wahl gestellt hat, den Diözesanvorstand und wurde auch gleichzeitig in den Vorstand des Pfadfinderinnenwerks St. Georg, Diözese Aachen e.V. gewählt. Dieser besteht nach einer Wiederwahl von Kim Geffroy zusätzlich aus Bianca Nießen und Lilo Schmidt.

Schön, dass du unser Team erweiterst, Lisanne. Wir freuen uns schon auf die Zeit und Zusammenarbeit. Hier noch mal ein herzliches Willkommen!

Weitere Informationen zur PSG Aachen finden Sie unter: www.psg-aachen.de

 

Kategorien: Pfadfinder

Der Beerdigungsmessdiener

Do., 03/18/2021 - 04:32

Norbert Blüm war Gründer des Rüsselsheimer DPSG-Pfadfinderstammes „Cherusker“ und 1956 dessen erster Feldmeister. Vor seiner Zeit als aktiver Pfadfinder war Nobi Messdiener in seiner Pfarrei. Im Erinnerungsbuch „Dann will ich´s mal probieren“ beschreibt er eines seiner Erlebnisse, besser gesagt eines Streiches. Die Vorlage lieferte wohl Wilhelm Buschs Geschichte von Max und Moritz und dem Lehrer Lämpel. Die Rolle der explosiven Lehrerpfeife vertrat ein liturgisches Gerät mit dem Namen Weihrauchfass. Er schreibt (gekürzte Fassung):

„Von Beerdigungen verstehe ich etwas. Schließlich war ich vier Jahre Beerdigungsmessdiener. Das war eine heissbegehrte Position, denn es gab schulfrei und dazu fast immer ein Trinkgeld. Kein Wunder, dass ich meine Stelle gegen nachwachsende Generationen zäh verteidigt und jeden Anspruch auf Stellung und Trinkgeld zurückgeschlagen habe. Ich könnte meine Stelle als Friedhofsmessdiener heute noch haben, hätte ich meine Karriere nicht selbst mit einer übermütigen Dummheit beendet.

Die Rollen im Beerdigungstrio waren fest verteilt. Reinhold trug das Vortrage-Kreuz, Karl war im Besitz des Weihrauchschiffchens (mit den Räucherkörnchen), ich amtierender Weihrauchschwenker am Rauchfass. An jenem Tag kam ich auf den Einfall, die Explosivkraft des Schiesspulvers, das wir verstreuten Patronen entnommen hatten, in einer neuen Mischung zu probieren, nämlich mit Weihrauch vermengt.

Karl wusste nichts von der Sprengkraft dessen, was sich an diesem Tag in seinen Händen befand. Ich hatte durch frühzeitiges Eintreffen für die Präparation des Weihrauchs gesorgt. Kurz bevor der Priester die zu Herzen gehenden Worte sprach: „ Mit himmlichem Wohlgeruch erfülle deine Seele“ und dabei den Rauch aus dem silbernen Rauchfass schwenkend über dem Sarg entweichen liess, wurde der Weihrauch auf die glühende Kohle im geöffneten Rauchfass gestreut. Wie geahnt, erhofft und befürchtet gab es beim Zusammentreffen von Weihrauchpulver mit glühender Kohle eine ansehnliche Stichflamme. Das weisse Rosett des Pfarrers sah danach leicht verändert aus, die Stola etwas angesengt. Reinhold am Kopf des Grabes, das Kreuz haltend, lachte pietätlos laut auf, so dass er fast ins Grab gestolpert wäre. Karl, der Inhaber des Weihrauchschiffchens, stand betroffen und hilflos in der Gegend herum.

Die am Grabe versammelten trauernden Hinterbliebenen reagierten unterschiedlich; teils entsetzt stumm und sprachlos, teils unziemlich hysterisch. Sicher waren auch einige deshalb verlegen, weil sie annahmen, Opa im Sarg habe sie doch bei ihren Erbschleichereien erwischt und auf diese originelle Art seinen Unmut zum Ausdruck gebracht.

Wie dem auch sei, nur einer behielt Haltung, das war ich. Doch leider hat mich dieser stoische Heroismus nicht vor der Entlassung gerettet. Nur wenige Meter vom Grab entfernt und nur einige Minuten nach der Beerdigung, die ansonsten glatt verlief, beschuldigte mich handgreiflich der Pfarrer des in der Liturgie nicht vorgesehenen Spektakels. Wie mir erst später klar wurde, hatte ein kleiner Fehler im ansonsten perfekt geplanten Handlungsablauf mich verraten. Ich hatte beim Füllen des Weihrauchfasses dieses entgegen sonstiger Gewohnheit weit, zu weit von mir weg gehalten. Und damit ängstlich meine Erwartung des Knalleffekts verraten. Was uns lehrt: Unterdrücke in brenzligen Situationen auch die kleinen Ängstlichkeiten. Jedenfalls war meine Kindheitsprofession als Beerdigungs-messdiener abrupt beendet.“

Danke an Winnes, Gilde Burgund, für die Zusendung!

Kategorien: Pfadfinder

Buchvorstellung: Stuttgart ’29

Mi., 03/17/2021 - 09:43

Als „blöd und empörend“ empfand der seinerzeit frisch verlobte Eberhard Köbel (tusk) den 1931 erschienenen Roman von Clara Hohrath „Hannelore erlebt die Großstadt“, der unter dem Alternativtitel „… besonders in Stuttgart“ auch in einer regionalen Ausgabe verbreitet worden war. In diesem Briefroman, der den Aufbruch der Moderne aus der Perspektive einer Heranwachsenden beschreibt, hatte die Autorin der Protagonistin Hannelore eine Romanze mit „Hug“, wohinter sich Eberhard Köbel (tusk) verbarg, angedichtet.

Der Autor Hans-Joachim Seidel widmet sich hier zwei in die jungenschaftliche Peripherie hineinspielenden Themen. Zum einen analysiert er den Schlüssel- bzw. Adoleszenzroman von Clara Hohrath. In diesem Werk trifft die 17-jährige Hannelore um 1929 vom Lande ein, um in der württembergischen Metropole zu studieren. Der Verwebung der Protagonistin in die Familien Köbel und Friedrich Wolf geht Hans-Joachim Seidel, Bruder des gleichfalls bekannten Eike Seidel, nach. Nicht zuletzt der fiktiven Romanze der Hannelore mit „Hug“.

Zum andern wird uns aber auch ein Blick auf ein ernstes Thema eröffnet: Der Arzt, Kommunist, Medizin- und Theaterschriftsteller Dr. Friedrich Wolf erscheint im Buch als Dr. Grimm. Dies nimmt Hans-Joachim Seidel zum Anlass, Friedrich Wolfs Genossin und Geliebte Lotte Rayss bis zur Machtübertragung an den Nationalsozialismus zu porträtieren.

Hans-Joachim Seidel
Stuttgart ’29
Zwei junge Frauen erleben die Stadt
Schriftenreihe Mindener Kreis, Heft Nr. 12
44 Seiten | Softcover |14,8 x 21 cm
6,80 € | A: 7,00 €
ISBN 978-3-88778-472-0

Hier geht es zur Bestellung: http://www.spurbuch.de/de/produktleser/product/stuttgart-29.html

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Kategorien: Pfadfinder

Weg mit dem Tafelsilber

Mi., 03/17/2021 - 09:39

Die US-Boy-Scouts (BSA) sehen sich in Hinblick auf Entschädigungszahlungen an Betroffene sexualisierter Gewalt in finanzieller Schwierigkeit, weshalb sie in ein geregeltes Insolvenzverfahren gegangen sind. Damit wollen sie sich nicht vor den Entschädigungszahlungen drücken, so doch sicherstellen, danach nicht ausgelöscht zu sein. Der Plan sieht vor, einen (bis zu) 300-Millionen-Dollar- Fond anzulegen, aus dem die Entschädigungen geleistet werden. Wie der Insolvenzplan nun offenbarte, werden hierzu auch 60 Werke des bekannten Künstlers Norman Rockwell verkauft, welche dieser einst als Auftragsarbeiten für die BSA erstellt hatte.

Nach Sichtung interner Dokumente kam die Organisation auf 12.254 Betroffene sexualisierter Gewalt ab 1944. Wenn man sich überlegt, dass 2010 bereits ein einzelner Fall vor Gericht mit einer Strafzahlung von 19,9 Millionen US-Dollar endete (unter Vorbehalt: Da verhielt es sich wohl so, dass die Strafzahlung auf mehrere verteilt wurde – auch die beteiligte Kirchengemeinde und die Kommune hatten versagt und mussten ihren Anteil tragen und die Summe ging nicht zu 100% an den Betroffenen, sondern zunächst einmal ein dicker Batzen gemäß Bundesstaatsgesetz an eine Organisation ähnlich des „Weißen Ring“ und dann wird der Anwalt einen weiteren Batzen kassiert haben) ist ein Gesamtfond von „gerade einmal“ 300-Million ausreichend für 15 Personen. Sofern überhaupt so viel Geld zusammenkommt. Das heißt, dass vor der Hintergrund der Insolvenz sämtliche gerichtliche Forderungen abgelehnt werden und stattdessen alle Betroffene eine pauschale Kopfentschädigung aus reiner Nettigkeit aus dem Fomd erhalten, dafür aber dann nicht vor Gericht ziehen müssen. Na, das sind ja fast 2500 Dollar für jeden, also um die 2000€. Zum Vergleich: Missbrauchsopfer der katholischen Kirche in Deutschland sollen jeweils bis zu 50.000€ bekommen und selbst da wird die Frage aufgeworfen, ob das ausreiche. Mit 2000€ braucht man sich die Frage wohl erst gar nicht zu stellen. Es ist schwierig, eine lebenslange Schädigung in Geld zu bemessen, aber mit der Summe kriegt man schon allein Verdienstausfälle, Behandlungen, Kuren… nicht gewuppt.

Quelle: Kurier 04.03.2021

Kategorien: Pfadfinder

Wichtelhasen am Drive-In

Di., 03/16/2021 - 06:49

Bereits seit zwanzig Jahren bieten die Drensteinfurter Pfadfinder ihr Osterwichtel-Angebot an. Weder Schlechtwetter noch Kälte konnten sie aufhalten, bis Corona vergangenes Jahr einen Strich durch die Rechnung machte. Normalerweise positionieren sie sich damit vor Supermärkten und die „Auftraggeber“ gestalten vorgefertigte Tüten in Osterhasenform, die mit kleinen Geschenken befüllt dann an Ostern von den Pfadfindern den vorgesehenen Empfängern überbracht werden. Vergangenes Jahr fiel die Aktion aus, dieses Jahr hingegen wird das Angebot in Form eines Drive-In sowie – als parallel-Angebot – gänzlich kontaktlos durchgeführt. Zu Fuß, per Rad oder mit dem Auto können die Osterhasen gegen eine Spende abgeholt auf einem großen Parkplatz einer derzeit ungenutzten Veranstaltungshalle abgeholt werden. Nach persönlicher Gestaltung können die Hasen dann entweder beim Drive-in oder am Pfadfinderhaus abgegeben werden. Kontaktlos geht es aber auch: Hierzu wird ein Kontaktformular ausgefüllt und der Hase dann von den Pfadfindern wunschgemäß ausgeliefert. Statt in der Gruppenstunde wurden die Osterhasentüten von den Mitgliedern daheim vorgefertigt.

Foto: Archivbild, Stamm Drensteinfurt DPSG

Quelle: Westfälische Nachrichten 11.03.2021

Kategorien: Pfadfinder

Vorgezogenes Osterfeuer

Mo., 03/15/2021 - 12:38

Zum zweiten mal in Folge wird das traditionelle Osterfeuer, bei welchem die von den Pfadfindern (nicht nur in Höxter) eingesammelten Weihnachtsbäume verbrannt werden, coronabedingt nicht stattfinden können. Vergangenes Jahr wanderten die Bäume in den Kompost – dieses Jahr hat man sich etwas anderes überlegt. Verbrannt wurden die Bäume nämlich jetzt schon, auch am traditionellen Osterfeuerplatz. Die DPSG-Pfadfinder vom Stamm St. Ansgar haben aber ein Video davon erstellt, werden zu Ostern dann online gehen wird.

Ganz so stimmungsvoll wie in Vorjahren schaut es freilich nicht aus. Das Bild entstammt einem solchen Vorjahr.

Bildnachweis: Stamm Sankt Ansgar, DPSG

Quelle: Neue Westfälische 14.03.2021

Kategorien: Pfadfinder

Vorgestellt: Pfadfinderbund Kreuzfahrer

Fr., 03/12/2021 - 04:25

Der Pfadfinderbund Kreuzfahrer besteht seit dem Pfingstfest 1984 und hat Gruppen in Bad Homburg und Friedberg. Er entstand aus Jungengruppen der Heliand-Pfadfinderschaft, die aufgrund von unterschiedlichen Vorstellungen über Gruppenleben und Organisation aus dieser zuvor ausgeschlossen worden waren.  Seit 2004 verfügen die Kreuzfahrer auch über Mädchengruppen. Der Bund verfügt über eine gemeinsame Kluft, Gesetz&Versprechen sowie eine Probenordnung. Es handelt sich um einen christlichen Pfadfinderbund mit geschätzt knapp 100 Mitgliedern. Hier geht es zur Homepage des Bundes.

Neugierig geworden? Mehr Informationen zu dieser und über 150 weiteren Pfadfinderorganisationen in Deutschland findest du im Standardwerk „Pfadfinderbünde &-verbände“ aus dem Spurbuchverlag (ISBN 978-3-88778-370-9).

 

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Kategorien: Pfadfinder

Mit dem Motorrad zum Ganges

Fr., 03/12/2021 - 04:25

15 .März 1951 –  „Das Morgenland ist weit“: Vor 70 Jahren startete Oss Kröher mit dem Motorrad „vom Rhein zum Ganges“.
Wir lebten am Rande der Vagabondage – Fürsten in Lumpen und Loden. Mal waren wir gefeierte Artisten, dann wieder beinahe Bettler fern der Heimat. Länder, Ströme und Gebirge überquerten wir im Sattel, Grenzen öffneten sich eine nach der anderen. Manches schöne Mädchen lachte uns an, schwarzhaarig, bronzehäutig und rehäugig. Freunde gewannen wir, während Europa hinter uns versank und Asien begann.

Gustav konnte barfuß auf Glasscherben gehen, Feuer fressen und sich unter Wasser aus einem Sack befreien, worin er mit Handschellen gefesselt war. Ich sang meine Lieder, Songs und Chansons von der Unrast und der Liebe, der Heimat und fremden Welten zum Saitenspiel meiner Gitarre. Die Gagen waren anfangs mager, dann nahmen sie zu und wurden später fürstlich. Und jenseits der Morgenröte lockte das ferne Fahrtenziel: Calcutta.“

So beginnt Oss Kröher, der 2019, drei Jahre nach seinem Bruder Heinrich verstorbene Zwilling des Pirmasenser Gesangsduos „Hein und Oss“ , seinen großartigen Bericht über die „erste Motorradreise vom Rhein zum Ganges“. Aus der Retrospektive des gereiften, welterfahrenen Mannes stellte er sein Buch zu seiner Reise im Frühjahr 1997 fertig, dann schon fast 70 Jahre alt. Also 45 Jahre nach seiner Reise, auf der Grundlage seines Reisetagebuchs, Briefen und vermutlich auch aufgrund einer Artikelserie  von etwa 40  Artikeln,  die die heimische Zeitung  „Die Rheinpfalz“ schließlich  nach und nach abdruckte.

23-jährig brach er mit seinem Freund Gustav Pfirrmann, der von der London School of Economics nach Deutschland herübergekommen war am 15.März 1951 von seiner Heimatstadt Pirmasens Richtung  Asien auf. Schon bald zeigte sich, dass diejenigen Pirmasenser, die beim Aufbruch der beiden Freunde noch „ Das schaffen die nie , nächste Woche sind die wieder zurück“ raunten, eines Besseren belehrt werden sollten.

Als Reisegefährt diente ihnen ein bis oben hin vollgepacktes, 24 Jahre altes und 12 PS starkes NSU- Motorrad mit Beiwagen. Trotz vieler Pannen sollte sie die „Cora“, wie die beiden das Motorrad getauft hatten, schließlich sicher bis nach Indien tragen. Die Reise führte Oss und Gustav über den Brennerpass nach Italien, über Rom, Brindisi, Athen, Istanbul, Ankara, Damaskus, Baghdad, Hamadan  und Teheran im Iran. Von dort dann über Herat in die Hauptstadt Afghanistans, Kabul und schließlich über den Khyber-Pass hinunter nach Indien.  Über Lahore, New Delhi und Varanasi ging es weiter. Am 5.März 1952 trafen die beiden wohlbehalten in Kalkutta ein.

Mit Gesangs- und Magieauftritten zunächst in Gaststätten, später Clubs, Hotels und Casinos finanzierten die beiden ihre Reise. Eine frühe Art von kreativem „ Travel and Work“ also. Geschlafen wurde im Zelt, auf Feldbetten und dann auch zunehmend als Gast bei den Menschen, denen sie begegneten. Sicher war das manchmal ein Wagnis – Oss und Gustav mussten immer wieder Vertrauen haben: in sich selbst, in ihr schon recht altes Motorrad, in das Wohlwollen der Menschen, denen sie begegneten und auf deren Hilfsbereitschaft sie mehr als einmal angewiesen waren. An der Grenze zum Irak beispielsweise sah es für kurze Zeit so aus, als würde die Reise dort ein jähes Ende finden, weil der dortige Grenzbeamte bockig war und die -schon genehmigte, mehrtägige Durchreise durch den Irak  –  zunächst verweigerte. Es wurde dann dennoch alles gut. Auch das heute so unfriedliche, gefährliche Afghanistan konnten sie durchqueren. Zum Schluss, in Indien,  hatte sich die Reise der beiden Deutschen so herumgesprochen, dass der indische Staatspräsident Pandit Nehru ihnen in New Delhi einen Empfang gab. Zurück nach Deutschland ging es von Kalkutta (Kolkata) für Oss wiederum mit „Work and Travel“- als Tierpfleger hatte er sechs Elefanten und zwei Leoparden auf einem deutschen Frachter zu betreuen.

Mehr als einmal belegt Oss Kröhers Reisebericht übrigens, wie kraftvoll die Musik zur Verbindung sich noch vor kurzer Zeit völlig fremder Menschen beitragen kann. So, wie unser Singen und Musizieren in unseren Bünden Gemeinschaft schafft, sei es unter Gleichgesinnten am Jurtenfeuer oder bei der Straßenmusik für einen guten Zweck, öffneten sich für Oss und Gustav mit ihrer Musik und Magie Herzen, Geldbeutel und mitunter auch Türen für eine Übernachtungsmöglichkeit und eine Dusche, um den Straßenstaub endlich einmal wieder abzuwaschen.

Ein Blick auf die Reiseroute von Oss Kröher zeigt, dass eine solche Fahrt aufgrund der instabilen Lage mancher Länder, der Terrorsituation und den teilweise bürgerkriegsähnlichen Zuständen in der Region heute vermutlich leider lange nicht mehr möglich sein wird.  Vielleicht sogar niemals mehr.

Das Buch  „Das Morgenland ist weit“ (erstmals erschienen 1997 im Gollenstein-Verlag /Blieskastel, später auch  bei National Geographic als Taschenbuch ) liest sich aufgrund des lebendigen Schreibstils von Oss Kröher wunderbar leicht.  Der Autor findet die richtige Mischung zwischen persönlichem Erlebnisbericht und informativer Reisereportage. Seine Neugierde auf die Ecken dieser Welt, die ihm durch Naziregime und Krieg bislang verschlossen waren, die Weltoffenheit des Jugendbewegten, der nach dem Krieg mit seinen Fahrtenbrüdern auf die Burg Waldeck zog und später dann, zusammen mit seinem Bruder Hein die Waldeck-Festivals mitbegründete, blitzt an vielen Stellen des Buches auf. Immer wieder streut Oss Kröher in seine Reiserzählung auch passende Zeilen aus seinem immensen Liederschatz ein.   Als Leser freut man sich, einen jungen Mann, der die Enge und Borniertheit des Naziregimes zuletzt als Marinesoldat erleiden musste, bei seiner ersten großen Reise aus dem Muff des Nachkriegs-Westdeutschland in die weite Welt begleiten zu können.

Gerade jetzt, wo trotz beginnender Impfungen noch immer keine Fahrten oder anderen Reisen  möglich sind, ist das Buch mit seinen knapp 580 Seiten eine gewinnbringende und unterhaltsame Lektüre.  Wer es antiquarisch angeboten bekommt oder als Hörbuch- von Oss Kröher selbst gelesen,  dem sei es empfohlen!

(Autor: toklab[Hans Richter-Dunitza, BdP- Aufbaugruppe Dragan,  Tübingen]) Die Redaktion dankt für die Zusendung!

 

Vorstellung der CD-Gesamtausgabe von Hein&Oss

Dritter Teil der Biographie von Oss Kröher

Oss Kröher: Vom Lagerfeuer ins Rampenlicht

 

Kategorien: Pfadfinder

Buchvorstellung: Beruf Versuchskaninchen

Do., 03/11/2021 - 04:13

Audrey Jougla, französische Journalistin,  erlangte unter dem Vorwand ihrer philosophischen Abschlussarbeit Zugang zu unterschiedlichen Institutionen und Personen im Bereich der Tierversuche. Ihre Erlebnisse veröffentlichte sie 2015 in ihrem Buch ‚Profession: Animal de laboratoire‘, welches großes Aufsehen erregte. Der Spurbuchverlag stellt nun mit seiner Ausgabe „Beruf: Versuchskaninchen“ die deutsche Ausgabe vor. Hier ein Youtube-Interview mit der Autorin.

Über ein Jahr lang führte Audrey Jougla mit versteckter Kamera in öffentlichen und privaten Laboratorien in Frankreich eine Untersuchung durch, um die Realität der Tierversuche zu verstehen. Dabei ging es auch um für uns Menschen bis heute unheilbare Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer. Ihre Ergebnisse lassen sich auf die Situation in Deutschland übertragen, wie das Vorwort von Claus Kronaus, Geschäftsführer von Ärzte gegen Tierversuche e.V., deutlich macht.

Das Argument, dass der Mensch vor den Tieren stehe, ist weder logisch noch ethisch nachvollziehbar. Es ist eine oberflächliche Reaktion, welche eine Priorisierung der Gattungen und deren Leiden vornimmt und dabei einem Irrtum unterliegt. Eine Reaktion, die alles miteinander verwechselt. Wie kam unsere Welt dazu, Tiere als Versuchskaninchen zu benutzen? Warum weiß niemand wirklich, was in den Labors passiert, während achtzehntausend Menschen an den Nebenwirkungen von an Tieren getesteten Medikamenten sterben? Der Berliner Professor Stefan Hippenstiel von der Charité prangerte 2017 an, dass bei der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Artikeln Tierversuche selbst dann gefordert werden, wenn es sich um rein menschbezogene Fragestellungen handelt. Er hatte in einem Beispielfall auf eine Veröffentlichung verzichtet, weil er sich den Gepflogenheiten und Unsinnigkeiten nicht fügen wollte. Dieses Rückgrat hat nicht jeder Forscher.

Autor: Audrey Jougla
ISBN 978-3-88778-550-5
280 Seiten
Format: 13 x 20,5 cm
Sprache: deutsch
1. Auflage, Softcover

Hier geht es zur Bestellung: http://www.spurbuch.de/de/produktleser-verschiedenes/product/beruf-versuchskaninchen.html

 

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Kategorien: Pfadfinder

Diözesanversammlung erstmals digital

Do., 03/11/2021 - 04:00

Die diesjährige Diözesanversammlung der DPSG, Diözesanverband Aachen, tagte vom 6. bis 7. März – zum ersten Mal digital. Grund dafür waren die gegenwärtigen Corona-Maßnahmen.
Wichtige Punkte auf der Tagesordnung waren die Vorstandwahlen. Die Diözesanversammlung wählte Matthias Koß als neuen Diözesanvorsitzenden und Achim Köhler als neuen Diözesankuraten. Zusammen mit Sarah Geenen, die bereits bei der DV 2020 zur neuen Diözesanvorsit-zenden gewählt worden war, bilden sie nun den neuen Vorstand.

Matthias Koß freut sich über die zahlreichen neuen Themenfelder, die ihn erwarten: „Vor allem freue ich mich darauf, zusammen mit den Verbandsmitgliedern diesen neuen Weg zu gehen und gemeinsam un-seren schönen Verband zu gestalten.“ Für die scheidenden Vorstandsmitglieder Jonas Spinczyk (ehem. Diözesanvorsitzender) und Thomas Schlütter (ehem. Diözesankurat) heißt es Abschied nehmen. „Ich hatte eine tolle Zeit hier im Verband und bin unendlich dankbar für diese Zeit“, so Jonas Spinczyk. Auch Thomas Schlütter verspürt großen Dank: „Die DPSG hat mir ein neue Sicht auf die Kirche, die Welt und auf die DPSG gezeigt.“

Anträge am Puls der Zeit
Corona beherrschte nicht nur die äußeren Gegebenheiten der Ver-sammlung, sondern spiegelte sich auch inhaltlich wider. So beschloss die Diözesanversammlung einen Initiativantrag zum Thema Impfgerechtigkeit im Rahmen der Covid-19-Pandemie. Der Vorstand wurde somit beauftragt, das Thema in die 88. Bundesversammlung der DPSG zu tragen.
Die Arbeitsgruppe „Pfadfinden queer gedacht“ wurde darüber hinaus beauftragt, zu prüfen, ob bzw. welche Zugangsbarrieren für queere Teilnehmende an Veranstaltungen des DPSG Diözesanverbandes Aachen existieren.

Bild: Der neue Vorstand des DPSG DV Aachen, v.l. Matthias Koß, Sarah Geenen, Achim Köhler
Bildnachweis: DPSG Diözesanverband Aachen

Kategorien: Pfadfinder

Pfadfinderburg Jomsburg bittet um Spenden

Mi., 03/10/2021 - 04:45

Wer kennt sie nicht, die Pfadfinderburg Jomsburg, welcher das stolze Zentrum der Jomsburger Pfadfinder ist. Ich glaube, auf dieses extrem stylische, selbst errichtete Heim ist jeder neidisch, der dort schonmal vorbeikommen ist. Doch wie es so ist, trägt sich auch dieses Anwesen nicht allein über Mitgliedsbeiträge, sondern im wesentlichen auch aus Unkostenbeiträgen, welche Übernachtungsgäste beisteuern. Nachdem schon die Jugendburg Ludwigstein, die Einrichtungen der Coburger Pfadfinder, das BdP-Bundeszentrum Immenhausen  (und mit Sicherheit noch viele weitere) durch die Betriebsschließungen aufgrund Corona in erhebliche finanzielle Schiedlage bis hin zur Existenzgefährung geraten sind, betrifft es nun auch das Zentrum der Jomsburger Pfadfinder. Auf Betterplace.org haben sie zu einer Spendenaktion aufgerufen. Es ist ihnen zu wünschen, dass sie damit ebensoviel Erfolg haben wie alle, die jetzt auf Spenden angewiesen sind.

Kategorien: Pfadfinder

Spende der AFD: Abgelehnt!

Di., 03/09/2021 - 16:44

Anfang Februar wurde das Pfadfinderheim des DPSG Stammes Münsterritter in Ingolstadt ein Raub der Flammen. Seither sind unzählige kleine aber auch große Spenden bei den Pfadfindern eingegangen, welche ihrerseits die Ärmel hochgekrempelt und den Schuttberg bereits nahezu entsorgt haben. Wie der Donaukurier berichtete, sind alleine in der ersten Woche nach dem Brand bereits Spenden in Höhe von über 40000 Euro eingegangen. Das Geld können die Pfadfinder sehr gut brauchen, denn mit dem Pfadfinderheim wurde auch ihre gesamte Zelt- und Lagerausrüstung Raub der Flammen. Als jedoch die AFD Ingolstadt 500€ anbot, wurde dieses Geld abgelehnt, denn die Werte und Positionen, welche die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg vertrete, seien unvereinbar mit jenen, für welche die AFD stehe.

Kommentar: Na, da finden sich doch bestimmt Leute, welche diese Positionierung unterstützen möchten, indem sie ihrerseits noch spenden, falls nicht schon längst geschehen:

Bei Bedarf werden auch Spendenquittungen ausgestellt, hierfür soll man sich an spenden@dpsg-muensterritter.de wenden. Stichwort: Schutterberg ist Heimat Münsterritter Schutterberg e.V. IBAN: DE66 7215 0000 0050 0489 17 Man kann auch per PayPal über die „Geld an Freunde senden“- Funktion spenden. Dafür einfach per PayPal an die E-Mail spenden@dpsg-muensterritter.de (Bitte nur über die „Geld an Freunde senden“ Funktion, da sonst Gebühren bezahlt werden müssen) Quelle: Donaukurier 19.02.2021
Bildnachweis: Facebookseite des DPSG Stammes Münsterritter

 

 

Kategorien: Pfadfinder

Gedenktag Fredy Hirsch

Mo., 03/08/2021 - 04:51

Heute vor 76 Jahren verstarb Alfred (genannt Fredy) Hirsch im Alter von nur 28 Jahren im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Er war jüdischer Pfadfinder und setzte sich bis zu seinem Tode für die Verbesserung der Situation der deportierten Kinder ein.

Fredy wurde am 11. Februar 1916 als Sohn jüdischer Eltern in Aachen geboren, wo er auch aufwuchs. Sein Vater verstarb bereits 1926 nach langer Krankheit, die Mutter war mit der Erziehung der zwei Söhne und dem Lebensmittelgroßhandel, den der Vater hinterlassen hatte, überfordert. Da seine schulischen Leistungen unzureichend waren, verließ er schon als 15-Jähriger die Schule und seine Heimatstadt und siedelte zunächst nach Düsseldorf und dann nach Frankfurt über. Halt gaben ihm sein Engagement bei den Pfadfindern, im Sport und in seinem jüdischen Glauben. Im November 1935 ging er in die Tschechoslowakei ins Exil. Als aber auch dort die Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung immer erdrückender wurden und der jüdische Sportverein geschlossen wurde, übernahm Fredy Hirsch das Sportreferat und gründete den Spielplatz Hagibor, wo er zahlreiche Sportaktivitäten und Wettbewerbe organisierte. Fredy Hirsch versuchte noch, eine Massenevakuierung für Kinder und Jugendliche zu organisieren, doch am 4. Dezember 1941 wurde er gemeinsam mit anderen Mitarbeitern der jüdischen Gemeinde Prag nach Theresienstadt deportiert. Dort brachte er sich in die Jugendfürsorge und Kinderbetreuung ein, organisierte besseres Essen für die Kinder, organisierte sportliche Veranstaltungen und hielt sie zu Sauberkeit, Ordnung und Disziplin an, damit sie nicht mit den Transporten in den Osten nach Auschwitz geschickt wurden.

Als jedoch im Sommer 1943 rund 1.200 verstörte Kinder aus Bialystok in Theresienstadt ankamen, versuchte Fredy trotz Verbotes, zu den Kindern zu gelangen. Zur Strafe wurde er am 6. September nach Auschwitz-Birkenau transportiert. In den Transporten waren auch 274 Kinder unter 15 Jahren. Wieder oblag es Fredy Hirsch, ein Familienlager zu errichten, wo die Kinder in einem Block leben durften – freilich aus PR-Gründen: Sollte das Internationale Rote Kreuz hier vorbeischauen, würde ihm der vorbildliche Kinderblock präsentiert werden. Sechs Monate nach Ankunft verbreitete sich das Gerücht, dass der ganze Transport ins Gas gehen sollte. Fredy Hirsch wurde freigestellt, im Lager zu bleiben, doch er wollte seine Kinder nicht verlassen, wie Zeitzeugen angaben. Was dann geschah, lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren. Fredy Hirsch starb am 7. März 1944 in Auschwitz-Birkenau. Er war bereits im Krematorium, als der Septembertransport ins Gas geführt wurde.

Kategorien: Pfadfinder

Vorgestellt: Deutscher Pfadfinderbund Mosaik

So., 03/07/2021 - 04:03

Der Deutsche Pfadfinderbund Mosaik (DPBM) wurde 1945 unter dem Namen DPB Westmark gegründet. Während der „wilden Jahre“ des BDP hatten sich zahlreiche Gruppen aus diesem, insbesondere die Landesmark Rheinland, dem Westmark zugewendet und strukturell, als auch vom Stil her maßgeblich verändert. Auch als Spätfolge daraus erfolgte im Jahr 1988 eine grundlegende, moderne Neuausrichtung des Bundes und fand seinen Niederschlag auch in der Umbenennung. Im Jahr 2011 schloss sich die aus zwei Stämmen bestehende Pfadfinderschaft Grenzland dem DPBM an. Der DPBM ist mit Schwerpunkt im Rheinland bundesweit vertreten und gehört mit etwa 6000 Mitgliedern zu den größten Bünden im Deutschen Pfadfinderverband (DPV), mit welchem er sich auch das Büro in Köln teilt. Es sind die Altersstufen Wölfling, Pfadfinder und Rover vertreten. Der Bund umfasst Mädchen und Jungen in zumeist gemischtgeschlechtlichen Stämmen. Der DPBM ist interkonfessionell, die Gruppen leisten keine religiöse Arbeit, der Versprechenszusatz „mit Gottes Hilfe“ kann, muss jedoch nicht verwendet werden. Die Entscheidung darüber trifft jeder selbst. Bekannt ist dieser Bund auch durch seine Lieberbücher „BuliBu“. Hier geht es zur Homepage des Bundes.

Neugierig geworden? Mehr Informationen zu dieser und über 150 weiteren Pfadfinderorganisationen in Deutschland findest du im Standardwerk „Pfadfinderbünde &-verbände“ aus dem Spurbuchverlag (ISBN 978-3-88778-370-9).

 

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Kategorien: Pfadfinder

BdP-DPV Stadtspiel

So., 03/07/2021 - 04:03

Nach dem fulminanten Festival „Schall und Rauch“ geht das Joint Venture gemeinsamer Veranstaltungen der beiden größten inter/überkonfessionellen Pfadfinder*innenorganisationen Deutschlands in die zweite Runde. Für den 17. – 19. September 2021 ist ein gemeinsamen Städtespiel von DPV und BdP geplant, welches die Mitglieder im Sippenverband quer durch ganz Deutschland zusammenführen wird. Weitere Infos unter https://bdp-dpv.de

Kategorien: Pfadfinder

Studienveröffentlichung

Sa., 03/06/2021 - 04:37

Sven Reiß (Mitglied des AK Schatten der Jugendbewegung) hat zusammen mit Iris Hax, die bereits bei der Aufarbeitung der Partei der Grünen mitgewirkt hatte, zu pädosexuellen Netzwerken in Berlin der 70er bis 2000er Jahre recherchiert. Das Ergebnis wurde vergangene Woche als Vorstudie veröffentlicht: https://www.aufarbeitungskommission.de/wp-content/…ission. pdf
Wie schon im Aufarbeitungsbericht der Grünen bestehen auch diesmal wieder Bezüge zu Personen und Organisationen, die zur Pfadfinder- beziehungsweise Jugendbewegung gehör(t)en.

 

Kategorien: Pfadfinder

Vandalierer zerstören Schnitzeljagd

Fr., 03/05/2021 - 15:12

Stamm Sankt Josef der DPSG in Selm hatte sich gute Gedanken gemacht, wie er während coronabedingter Gruppenstundenpause dennoch Jugendarbeit gestalten könnte. So legte er u.a. eine GPS-Schnitzeljagd mit mehreren Stationen an, die von vielen Familien begeistert angenommen wurde. Gut 100 Stunden Arbeit waren in den gesamten Geocache investiert worden. Doch immer wieder wurden einzelne Station Opfer von Vandalismus bzw. Diebstahl, wie die Pfadfinder nun verärgert mitteilten. Und dies, obgleich die Stationen versteckt und die Behälter mit dem Hinweis, man möge sie bitte liegen lassen, versehen waren. Jüngst wurde auch die Hauptstation, eine große, extra selbstgezimmerte Schatzkiste, von ihrem Versteck entfernt und von den Pfadfindern zerstört an anderer Stelle aufgefunden.

Quelle: Ruhr-Nachrichten 03.03.2021
Bildnachweis: Lena Eisenhauer, Stamm Sankt Josef, DPSG

Kategorien: Pfadfinder

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