Pfadfinder

Gedenktag: Falado

Scouting - Fr., 08/09/2019 - 05:29

Heute vor sechs Jahren, am 09. August 2013, sank die Brigantine „Falado von Rhodos“ vor der Küste Islands. Bei dem Unglück wurde niemand verletzt, das Schiff selbst allerdings verblieb auf See. Sie war ein (sehr schönes) Segelschiff für Gruppen der bündischen Jugend.

Gebaut worden war die Falado 1968 in Griechenland im Auftrag des Altphilologen Herbert Hörhager. Dieser nutze zunächst das Schiff, um griechische Seeschlachten für seine Studenten erlebbar zu machen. Doch schon bald wurde die Idee Realität, das Schiff für Hochseefahrten der bündischen Jugend zur Verfügung zu stellen. Nach dem Tod des Eigners ging die Falado in die Hände des gleichnamigen Vereines über. Der nach dem Versinken der Falado veröffentlichte Untersuchungsbericht der BSU unterstellte neben grundsätzlicher Konstruktionsschwächen und darauf unangepasster Motorisierung der Falado auch einen unzureichenden Gesamtzustand des doch in die Jahre gekommenen Schiffes. Die Falado sei zum Zeitpunkt des Unglücks, trotz der dauerhaften Instandhaltungsbemühungen, nicht mehr in seetauglicher Form gewesen. Die Entscheidung des Vereines, sie dennoch mit Jugendlichen an Bord nach Island zu schicken, sei unverantwortlich gewesen. Der Verein wies und weist diese Vorwürfe von sich und begründet dies auch mit sachlichen Fehlern im Untersuchungsbericht.

Mit großer finanzieller Unterstützung zahlreicher Spender konnte der Verein die „Whydah“ als Ersatz für die versunkene Falado erwerben. Damit kann der Traum von Segeln auch auf hoher See fortgesetzt werden. Ein echt schönes Video von einem Törn auf der Falado in 2011 findet ihr hier. Und ein schönes Doku-Bild wurde zufälligerweise von einem google-Streetview-Wagen kurz vor dem Sinken gemacht.

„Unser Schiff – Eine Chronik der Brigantine Falado von Rhodos“

Wikipediaeintrag über die Falado

 

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Kategorien: Pfadfinder

Video Live-Kontakt zur ISS

Scouting - Fr., 08/09/2019 - 05:07

Was der BdP bei seinem letzten Bundeslager so schön vorgemacht hat, können natürlich auch die Ausrichter des diesjährigen Weltpfadfindertreffens: Einen Live-Kontakt zur Internationalen Raumfahrtstattion ISS herstellen. Hier ein Ausschnitt des Ereignisses:

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Gedenktag: Herbert Westenburger (Berry)

Scouting - Do., 08/08/2019 - 05:28

Heute vor vier Jahren, am 08. August 2015, verstarb der Autor Herbert „Berry“ Westenburger in seinem 95. Lebensjahr. Berry wurde am 5. Januar 1920 in Frankfurt geboren. In seinem Werk „Wir pfeifen auf den ganzten Schwindel“ schildert Berry die Geschichte eines 12jährigen Knaben mit jüdischen Vorfahren, der versucht, in einer Freundesrunde die Ideale der inzwischen verbotenen freien Jugendbewegung, der „bündischen Jugend“, trotz Ausgrenzung, Haft und Gestapoterror aufrechtzuerhalten. Als Heranwachsende werden die Freunde Soldaten für Hitlers Angriffskrieg. Obwohl Soldat, zuletzt bis zur Niederlage im Afrika-Korps, hinderte dies die Rassenfanatiker nicht daran, seine Mutter als „Halbjüdin“ nach Auschwitz zu deportieren, wo sie 1943 emordet wurde.

Es ist die persönliche Lebensgeschichte von Berry. Seine bündische „Karriere“ beginnt dort mit einem bundesunmittelbaren Fähnlein im Nerother Wandervogel, welches bis zur Auflösung 1932 beisammen bleibt und dessen „harter Kern“ dann in zu einer illegalen Jungenschaft findet und trotz Endeckung und Gestapohaft den Kontakt zueinander nicht verliert. Nach dem Krieg wurde Berry einer der Neubegründer der Jungenschaft in Hessen.

Allein zwischen 2008 und 2010 hielt Berry 75 Lesungen (!) vor Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um seine persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen an diese weiter zu geben und wider das Vergessen der Gräuel anzugehen. 1992 erhielt Berry die Johanna-Kirchner-Medaille für seinen Widerstand während des Nationalsozialistischen Regime, im Jahr 2010 das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement in der Jugendbildung und Friedensarbeit. Siehe hierzu ausführlich Berrys Homepage. Die Beerdigung fand am 9. September 2015 statt, an einem der letzten sonnigen und warmen Sommertage des Jahres. Hier das Video von der Beerdigung.

 

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Kategorien: Pfadfinder

Video Jamboree: Amerika halt

Scouting - Mi., 08/07/2019 - 05:27

Die Pfadfinder gibt es nahezu weltweit. Dieses Jahr findet das Weltpfadfindertreffen in Amerika statt. In irgendeiner Form haben die Ausrichter (hier u.a. die amerikanischen Pfadfinder) natürlich Einfluss auf das angebotene Programm. Und so kamen sie u.a. (neben sehr vielen sinnvolleren Aktivitäten!) auf die hierzulande eher zumindestes abstrus vorkommende Idee, mal kräftig rumzuballern. Andere Länder, andere Sitten. Nein, deutsche Pfadfinder machen so etwas nicht. Allerdings sind nicht nur die amerikanischen Pfadfinder in dieser Hinsicht etwas seltsam. Auch aus Israel und Palästina weiß man ähnliches. Es ist nur zu hoffen, dass es bei Dosen bleibt.

Kategorien: Pfadfinder

Jamboree-Video: Der Tag der Kulturen

Scouting - Di., 08/06/2019 - 05:42

Beim World Scout Jamboree dreht sich alles um das Zusammentreffen von Menschen und Kulturen. Am Tag der Kulturen am Freitag, den 26. Juli, wurde die Jamboree-Sitte noch lebendiger, da die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, Essen, Tanz und andere Aktivitäten aus der ganzen Welt aktiv zu erleben. Alle Units hatten sich darauf konzentriert, ihre eigene Kultur zu teilen und auch andere Kulturen kennenzulernen. In jedem Unterlager teilten die Units ihre Kultur mit Musik, Tanz, Kostümen, Spielen und Essen. Einige servierten Gerichte, insbesondere Lieblingsgerichte oder traditionelle Gerichte aus ihrer Heimat. Andere Units trugen farbenfrohe Trachten, Geschichten, Lieder und Kunst aus ihren Heimatländern vor oder präsentierten kulturelle oder historische Gegenstände. Von ihren Augen, Ohren und der Nase ließen sich die Teilnehmer des Weltpfadfindertreffens von Unterlager zu Unterlager über den gesamten Platz führen, während sie die vielen verschiedenen Kulturen erkundeten, welche die Weltpfadfinderbewegung ausmachen. Auch die Darbietungen auf der Hauptbühne waren von den unterschiedlichen Kulturen getragen:

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"Creating a better world“ - 45.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus 150 Ländern setzen Zeichen für den Frieden

Neues von der DPSG - Mo., 08/05/2019 - 10:55

(West Virginia / USA, 01.08.2019) Heute ging das 24. Weltpfadfindertreffen (World Scout Jamboree) mit 45.000 Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus allen Teilen der Welt in West Virginia / USA zu Ende. In einem spektakulären Finale feierten die Pfadis den Abschluss von 12 ereignisreichen Tagen. Musikalisches Highlight war der Auftritt von Pentatonix. Das große Finale war ein zwanzigminütiges Feuerwerk. Das nächste Jamboree findet in vier Jahren in Südkorea statt. Die Nordamerikaner haben die offizielle Jamboreefahne an die Südkoreaner übergeben.

Das Summit Bechtel Reserve hat sich für zwei Wochen ins größte Zeltlager der Welt verwandelt. Tausende von Zelten wurden auf dem Bundeszeltplatz der Boy Scouts of America errichtet. Die Pfadfinder aus den USA waren gemeinsam mit den Pfadfindern aus Kanada und Mexiko Gastgeber des 24. World Scout Jamborees. Das Wort „Jamboree“ bedeutet übersetzt „großes Treffen“ und verdeutlicht die enorme Dimension der Veranstaltung: Mit 45.000 Teilnehmern war das Jamboree 2019 das bislang größte Weltpfadfindertreffen mit scouts und guides aus über 150 Ländern. Aus Deutschland nahmen 1.300 Pfadfinderinnen und Pfadfinder am Jamboree in den Wäldern des US-Bundesstaates West Virginia teil.

Deutsche Pfadis machen sich auf den Heimweg

Für den Großteil der deutschen Pfadfinderinnen und Pfadfinder steht ab morgen die Heimreise an. Mit im Gepäck sind viele Erlebnisse und Erfahrungen. Das meiste wird erst in den nächsten Wochen so richtig verarbeitet sein. Auf Freunde und Familie warten viele Geschichten und Erlebnisse von einem der größten Jugendtreffen der Welt. Ein Teil des deutschen Kontingents begibt sich nach dem Jamboree noch auf Nachtour in den USA oder nach Kanada. Neben dem actionreichen Programm werden die vielen Begegnungen mit scouts und guides aus aller Welt in Erinnerung bleiben. Über 150 Nationen leben hier friedlich miteinander. Diese Erfahrung nehmen die Jugendlichen mit nach Hause. Abendessen mit den Nachbarn aus Peru, gemeinsames Programm mit Pfadfindern und Pfadfinderinnen aus Neuseeland oder Abzeichentausch mit Teilnehmenden aus Saudi-Arabien. "Diese große Gemeinschaft ist es, die das Jamboree so besonders macht. Hier kann man Freunde von überall auf der Welt finden", blickt Simon Vollmering aus Bochum auf die vergangenen zwölf Tage im Summit Bechtel Reserve zurück. Das Jamboree trägt damit zur Freundschaft unter den Nationen bei. Schon der Gründer der Pfadfinderbewegung Robert Baden-Powell wollte mit seiner Bewegung zum Frieden auf der Welt beitragen. Tiemo Slodowy, Leiter des Deutschen Kontingents, zieht ein positives Fazit: "Es ist schön zu sehen, wie junge Menschen sich ohne Vorurteile begegnen und gemeinsam feiern. Hier sind alle einfach Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Diese Offenheit anderen gegenüber nehmen unsere Teilnehmer mit nach Hause und tragen damit zum Motto der Weltpfadfinderbewegung "Creating a better world" bei.“

Deutsches Engagement für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Als eines von nur einer Hand voll Kontingente haben die deutschen Pfadfinderinnen und Pfadfinder ihre traditionellen Hemden nachhaltig produzieren lassen. Die Hemden tragen das Fairtrade-Siegel und sind aus Bio-Baumwolle gefertigt. Für die Pfadis aus Deutschland ist Nachhaltigkeit eine Selbstverständlichkeit. Schon lange werden die deutschen Hemden nachhaltig produziert. In verschiedenen Programmangeboten auf dem Jamboree hat das deutsche Kontingent Verschiedenes zum Thema fairer Handel und Nachhaltigkeit präsentiert. Zudem organisierten deutsche Pfadfinderinnen und Pfadfinder spontan eine "fridays for future" - Demonstration auf dem Scout Jamboree, an dem mehrere Hundert scouts und guides teilnahmen. Auch der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Kimoon rief die Pfadfinderinnen und Pfadfinder in seiner Rede zu einem nachhaltigeren Umgang mit dem Planeten auf: „Wir haben keinen Plan B, weil wir keinen Planeten B haben. Ihr seid die Zukunft.“ Die Idee zur dem alle vier Jahre stattfindenden Weltpfadfindertreffen hatte der Gründer der Pfadfinderbewegung Lord Robert Baden-Powell im Jahr 1920. Er wollte durch das Zusammentreffen von Pfadfinderinnen und Pfadfinder vieler Nationen einen Beitrag zum Frieden leisten. Weitere Informationen auf: www.worldscoutjamboree.de

Presse-Fotos:

Foto: Lukas Prestele | rdp Foto: Tobias Witzgall | rdp Foto: Christian Schnaubelt | rdp
Kategorien: Pfadfinder

Jamboree: Video Base Camp Bash F

Scouting - Mo., 08/05/2019 - 05:19

Das Jamboree mit seinen 45.000 Teilnehmern unterteilt sich in Unterlager, welche ihrerseits Aktivitäten auf „kleinerer Bühne“ anbieten. Hier das Video von Nachwuchsreporter Pitri vom „Base Camp Bash F“, so einer Art Unterlager-Eröffnungsfeier mit Reden, Musik und Tanz. Und reichlich Pfadfindern. Mit dabei Unit Haribo (NRW 4), zu erkennen an dem schwarz-rot-goldenem Zierrand auf den Halstüchern in Gummibärchenform. Der Tauschrenner schlechthin.

Kategorien: Pfadfinder

Vorgestellt: DPB e.V. gegr.1911

Scouting - So., 08/04/2019 - 05:35

Der DPB 1911 e.V. entstand am 11. November 1951 in Bad Kreuznach unter der Führung des Bundesfeldmeisters Werner Plaschke, genannt „Alarich“. Seinen Namen sicherte sich der Verein durch die Zahlung der Vorkriegsschulden des gleichnamigen Vorgängerbundes. Erst später wurde er in DPB e.V. gegr. 1911 umbenannt. Bei der Gründung zählte der Bund etwa 4000 Mitglieder. Heute besteht der Bund aus dem Stamm Nibelungen in Düsseldorf-Benrath. Die Gruppenstunden finden in einem alleingenutzten Raum im kirchlichen Jugendheim Paulistraße oder im Pfadigarten, einer idyllischen Schrebergartenparzelle im Wald, statt. Die Bundestracht umfasst neben dem dunkelgrünem Hemd mit der Bundeslilie ein schwarz-grünes Halstuch bzw. ein dunkelgrünes T-Shirt mit Bundesemblem. Seit 2015 ist die Homepage des Bundes abgeschaltet. Die Facebookpräsenz zeugt aber von der weiterhin regen Tätigkeit der heutigen Generation.

Neugierig geworden? Mehr Informationen zu dieser und über 150 weiteren Pfadfinderorganisationen in Deutschland findest du im Standardwerk „Pfadfinderbünde &-verbände“ aus dem Spurbuchverlag (ISBN 978-3-88778-370-9).

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Kategorien: Pfadfinder

Redaktion auf Großfahrt

Scouting - So., 08/04/2019 - 05:27

Werte Leser,
ab dem 04. August weilt die Online-Redaktion für drei Wochen zwecks Abkühlung auf Großfahrt. Damit es nicht zu langweilig wird, wurden bereits einige Artikel vorgepflegt. Ab Ende August stehen wir wieder in neuer Frische zur Verfügung. Bis dahin sieht man sich allenfalls in Irland (West Kerry Way)!

 

Kategorien: Pfadfinder

Buchvorstellung: Alexander Lion Höhen und Tiefen des Lebens

Scouting - Sa., 08/03/2019 - 05:30

Autobiographisches und Selbstzeugnisse des Mitbegründers der deutschen Pfadfinderbewegung. Mit der Autobiografie Alexander Lions legt der Spurbuchverlag das dritte Buch über oder von Alexander Lion vor und vervollständigt damit das Bild über diese bedeutende Persönlichkeit der deutschen Pfadfinderbewegung. Die jetzt veröffentlichte Selbstbiografie Lions ermöglicht einen tieferen Einblick in die Gedankenwelt des Mitbegründers der deutschen Pfadfinderbewegung. Bei der Lektüre und der Interpretation sind allerdings einige Dinge zu bedenken. Lion hat diese Autobiografie nicht im Alter komplett in einem Zug geschrieben, sondern er hat zum Teil bereits vorliegende Texte ergänzt, geändert, z.T. neu interpretiert. So sind die einzelnen Kapitel des Buches in verschiedenen Jahrzehnten und in unterschiedlichen Lebensabschnitten Lions entstanden und zum Teil für unterschiedliche Zwecke und Leser geschrieben worden.

Autor: Stephan Schrölkamp (Hrsg.)
ISBN 978-3-88778-414-0
204 Seiten
Format: 17,5 x 24,7 cm
Sprache: deutsch
1. Auflage, mit Bildanhang, Hardcover

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Kategorien: Pfadfinder

Jamboree-Abschluss

Scouting - Fr., 08/02/2019 - 21:51

„Creating a better world“ Größtes Zeltlager der Welt geht in den USA zu Ende – 45.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus 150 Ländern setzen Zeichen für den Frieden

(West Virginia / USA, 01.08.2019) Heute ging das 24. Weltpfadfindertreffen (World Scout Jamboree) mit 45.000 Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus allen Teilen der Welt in West Virginia / USA zu Ende. In einem spektakulären Finale feierten die Pfadis den Abschluss von 12 ereignisreichen Tagen. Musikalisches Highlight war der Auftritt von Pentatonix. Das große Finale war ein zwanzigminütiges Feuerwerk. Das nächste Jamboree findet in vier Jahren in Südkorea statt. Die Nordamerikaner haben die offizielle Jamboreefahne an die Südkoreaner übergeben.

Das Summit Bechtel Reserve hat sich für zwei Wochen ins größte Zeltlager der Welt verwandelt. Tausende von Zelten wurden auf dem Bundeszeltplatz der Boy Scouts of America errichtet. Die Pfadfinder aus den USA waren gemeinsam mit den Pfadfindern aus Kanada und Mexiko Gastgeber des 24. World Scout Jamborees. Das Wort „Jamboree“ bedeutet übersetzt „großes Treffen“ und verdeutlicht die enorme Dimension der Veranstaltung: Mit 45.000 Teilnehmern war das Jamboree 2019 das bislang größte Weltpfadfindertreffen mit scouts und guides aus über 150 Ländern. Aus Deutschland nahmen 1.300 Pfadfinderinnen und Pfadfinder am Jamboree in den Wäldern des US-Bundesstaates West Virginia teil.

Deutsche Pfadis machen sich auf den Heimweg

Für den Großteil der deutschen Pfadfinderinnen und Pfadfinder steht ab morgen die Heimreise an. Mit im Gepäck sind viele Erlebnisse und Erfahrungen. Das meiste wird erst in den nächsten Wochen so richtig verarbeitet sein. Auf Freunde und Familie warten viele Geschichten und Erlebnisse von einem der größten Jugendtreffen der Welt. Ein Teil des deutschen Kontingents begibt sich nach dem Jamboree noch auf Nachtour in den USA oder nach Kanada.

Neben dem actionreichen Programm werden die vielen Begegnungen mit scouts und guides aus aller Welt in Erinnerung bleiben. Über 150 Nationen leben hier friedlich miteinander. Diese Erfahrung nehmen die Jugendlichen mit nach Hause. Abendessen mit den Nachbarn aus Peru, gemeinsames Programm mit Pfadfindern und Pfadfinderinnen aus Neuseeland oder Abzeichentausch mit Teilnehmenden aus Saudi-Arabien.

„Diese große Gemeinschaft ist es, die das Jamboree so besonders macht. Hier kann man Freunde von überall auf der Welt finden“, blickt Simon Vollmering aus Bochum auf die vergangenen zwölf Tage im Summit Bechtel Reserve zurück.

Das Jamboree trägt damit zur Freundschaft unter den Nationen bei. Schon der Gründer der Pfadfinderbewegung Robert Baden-Powell wollte mit seiner Bewegung zum Frieden auf der Welt beitragen.

Tiemo Slodowy, Leiter des Deutschen Kontingents, zieht ein positives Fazit: „Es ist schön zu sehen, wie junge Menschen sich ohne Vorurteile begegnen und gemeinsam feiern. Hier sind alle einfach Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Diese Offenheit anderen gegenüber nehmen unsere Teilnehmer mit nach Hause und tragen damit zum Motto der Weltpfadfinderbewegung „Creating a better world“ bei.“

Deutsches Engagement für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Als eines von nur einer Hand voll Kontingente haben die deutschen Pfadfinderinnen und Pfadfinder ihre traditionellen Hemden nachhaltig produzieren lassen. Die Hemden tragen das Fairtrade-Siegel und sind aus Bio-Baumwolle gefertigt. Für die Pfadis aus Deutschland ist Nachhaltigkeit eine Selbstverständlichkeit. Schon lange werden die deutschen Hemden nachhaltig produziert. In verschiedenen Programmangeboten auf dem Jamboree hat das deutsche Kontingent Verschiedenes zum Thema fairer Handel und Nachhaltigkeit präsentiert. Zudem organisierten deutsche Pfadfinderinnen und Pfadfinder spontan eine „fridays for future“ – Demonstration auf dem Scout Jamboree, an dem mehrere Hundert scouts und guides teilnahmen.

Auch der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Kimoon rief die Pfadfinderinnen und Pfadfinder in seiner Rede zu einem nachhaltigeren Umgang mit dem Planeten auf: „Wir haben keinen Plan B, weil wir keinen Planeten B haben. Ihr seid die Zukunft.“

Die Idee zur dem alle vier Jahre stattfindenden Weltpfadfindertreffen hatte der Gründer der Pfadfinderbewegung Lord Robert Baden-Powell im Jahr 1920. Er wollte durch das Zusammentreffen von Pfadfinderinnen und Pfadfinder vieler Nationen einen Beitrag zum Frieden leisten. Weitere Informationen auf: www.worldscoutjamboree.de.

Kategorien: Pfadfinder

Auflösung Scoutshop

Scouting - Fr., 08/02/2019 - 21:07

Der bei Singewettstreiten der Vergangenheit präsente Scoutshop befindet sich in Abwicklung. Die noch vorhandene Ware (Abzeichen und Pins) wird nun über Ebay-Kleinanzeigen verkauft. Der dazugehörige Händler-Name lautet „JJ“. Über nachfolgenden Link kann man neben den Produkten des Scoutshops auch auf weitere Angebote gelangen:
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/pfadfi…3-234-1 452

Kategorien: Pfadfinder

St. Raphael in Todtmoos

Scouting - Fr., 08/02/2019 - 05:45

Das Jugend- und Freizeitheim St. Raphael liegt im Südschwarzwald zwischen den Luftkurorten Wehr und Todtmoos, am Eingang der malerischen Wehratalschlucht im Südschwarzwald. Von der Hütte ist es nicht weit nach Todtnau, St. Blasien und Bernau.

Das neu renovierte Ferienheim mit sehr guter Ausstattung ist direkt am Waldrand gelegen und wird vom Stamm St. Bernhard der DPSG Pfadfinder aus Wehr unterhalten.
Möglichkeiten zum Einkauf bieten das 8 km von der Hütte entfernte Todtmoos oder die über die L148 zu erreichende, 12 km entfernte Stadt Wehr.

Die Hütte liegt in direkter Nähe zum Schluchtensteig und hat bis 30 Schlafplätze. Eine Wiese hinter der Hütte eignet sich für Spiele, außerdem befindet sich dort ein Grillplatz. Die Hütte kann für Aufenthalte ab 2 Tagen gemietet werden.

Internetseite der Hütte

 

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Kategorien: Pfadfinder

Reiserechte

Scouting - Fr., 08/02/2019 - 05:35

Pfadfinder sind Reisende. Und wer reist, erlebt Abenteuer – leider nicht immer positiver Art. Bei Zugreisen sind es vor allem Verspätungen und verpasste Anschlusszüge, bei Flügen demoliertes Gepäck, welches zu Verärgerung führt. Ist der Trageriemen vom Rucksack abgerissen und wird einem als Ersatz ein Trolley angeboten, so mag man dieses allenfalls als schlechten Scherz empfinden. Als Passagier hat man so manche Rechte. Leider ist jedoch festzustellen, dass sie nicht immer den gefühlten Schaden ausgleichen und es zudem sehr aufwändig sein kann, diese geltend zu machen. Starker Schneefall, Selbstmörder auf den Schienen oder schlicht entlaufene Kühe verursachen einen großen Teil der Verspätungen bei Bahnreisen, ohne dass die Deutsche Bahn dafür zur Rechenschaft gezogen werden könnte. Ähnliches gilt im Flugreiseverkehr im Falle von Vulkanausbrüchen. Und immer liegt die Pflicht des Schadensnachweises bei einem selbst. Versäumt man es im Trubel und der Zeitnot, sich die notwendigen Bescheinigungen über die Verspätungen beim überlaufenen Servicepoint oder dem Zugpersonal abzuholen bzw. die Beschädigung des Gepäckes unmittelbar beim richtigen Schalter der Fluglinie zu reklamieren und die Siebentagefrist zum Einreichen der Belege einzuhalten, so guckt man in die Röhre.

Bahnreisen

Mit dem Fahrgastrechtegesetz gelten einheitliche Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr in Deutschland. Sie räumen den Reisenden gleiche Rechte bei allen Eisenbahnunternehmen ein und gelten für alle Züge von der S-Bahn bis zum ICE, unabhängig davon, von welchem Eisenbahnunternehmen sie betrieben werden. Sie gelten auch für Reiseketten aus Zügen verschiedener Eisenbahnunternehmen, die mit einer Fahrkarte genutzt werden, im Nachtreiseverkehr und Autoreiseverkehr (dort jedoch nur anteilig auf die Preise der Personentickets). Die Deutsche Bahn entschädigt darüber hinaus auch bei grenz­über­schrei­tenden Tickets, sofern die Fahrkarte bei einer Verkaufsstelle der DB gekauft wurde und die DB als Beförderer (im Vorlauf bzw. Nachlauf) beteiligt ist. Ab 60 Minuten Verspätung an ihrem Zielbahnhof erhalten Fahrgäste eine Entschädigung von 25 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt, ab 120 Minuten Verspätung 50 Prozent. Für ICE-Sprinter und Streckenzeitkarten gelten gesonderte Regelungen (im Detail unter www.deutschebahn.de nachzulesen). Bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort seiner Fahrkarte ist der Fahrgast (außer bei einem Nahverkehrsticket) berechtigt, auf eine andere, nicht reservierungspflichtige Zugverbindung zu wechseln. Verspätung vom Zugbegleiter bestätigen lassen! Bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielbahnhof von mehr als 60 Minuten kann der Fahrgast von seiner Reise zurücktreten und sich den vollen Fahrpreis erstatten lassen; bei Nutzung einer Teilstrecke sich den nicht genutzten Anteil erstatten lassen; bei Reiseabbruch und Rückkehr zum Ausgangsbahnhof, sich den bereits genutzten Anteil und den nicht genutzten Anteil erstatten lassen. Bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielort von mindestens 60 Minuten und einer planmäßigen Ankunftszeit zwischen 0 und 5 Uhr, hat der Fahrgast zudem das Recht, ein anderes Verkehrsmittel zu nutzen (z.B. Bus oder Taxi). Die Kosten hierfür werden bis maximal 80 EUR erstattet. Dies gilt ebenfalls bei Ausfall eines Zuges, sofern es sich dabei um die letzte fahrplanmäßige Verbindung des Tages handelt und der Zielbahnhof ohne die Nutzung eines anderen Verkehrsmittels nicht mehr bis um 24 Uhr erreicht werden kann. Wird aufgrund eines Zugausfalls oder einer Verspätung eine Übernachtung erforderlich und ist die Fortsetzung der Fahrt am selben Tag nicht zumutbar, werden dem Fahrgast angemessene Übernachtungs­kosten erstattet. Stellt die Eisenbahn dem Fahrgast das andere Verkehrsmittel bzw. eine erforderliche Übernachtung unentgeltlich zur Verfügung, hat dies grundsätzlich Vorrang vor selbst organisierten Alternativen.

Flugreisen

Die Fluggastrechte dienen der Stärkung der Ansprüche von Flugpassagieren gegenüber EU-Fluggesellschaften oder Fluggesellschaften, die von, nach, oder innerhalb von EU-Gebiet fliegen. Bei Nichtbeförderung wegen Überbuchung oder kurzfristige Annullierung des Fluges hat der Passagier Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises, frühestmöglichen kostenlosen Rückflug zum Abflugort, frühestmögliche Beförderung zum Zielort, Beförderung zum Zielort zum Wunschtermin (sofern Plätze frei sind). Darüber hinaus hat die Fluggesellschaft eine Entschädigung von 250 € für eine Flugstrecke kürzer gleich 1500 km; 400 € für eine weitere Strecke innerhalb der EU oder kleiner gleich 3500 km; 600 € bei Flugstrecken länger als 3500 km zu zahlen. Wird ein Alternativflug angeboten, der nicht später als zwei / drei / vier Stunden (je nach oben genannter Entfernung) nach dem geplanten Flug eintrifft, kann die Gesellschaft die Entschädigung um 50% kürzen. Bei großer Verspätung sind als Entschädigung Mahlzeiten, Getränke, Telekommunikation und notfalls eine Hotelunterkunft inklusive des Transfers zu stellen. Jedoch nur bei einer Verspätung von zwei Stunden und mehr für eine Flugstrecke kleiner gleich 1500 km; drei Stunden und mehr für eine weitere Strecke innerhalb der EU oder kleiner gleich 3500 km; vier Stunden und mehr bei Flugstrecken außerhalb der EU größer 3500 km.

Bei einer Verspätung von 5 Stunden und mehr ist der Ticketpreis zu erstatten und gegebenenfalls ein kostenloser Rückflug zu stellen. Darüber hinaus kann Schadensersatz geltend gemacht werden, unabhängig vom Abflug- oder Zielort, sofern ein Schaden nachweislich eingetreten ist. Dazu muss das Unternehmen für die Verspätung verantwortlich sein. Fluggesellschaften können haftbar gemacht werden für die Beschädigung oder den Verlust von Gepäckstücken (bis zu einer Höhe von 1200 €) und für Verletzung oder Tod bei Unfällen. Dabei ist zu beachten, dass Wertgegenstände ins Handgepäck gehören. Bargeld, Dokumente und Schmuck werden bei Verlust nicht ersetzt. Gepäckverlust oder Gepäckschäden sind sofort am Flughafen bei der Airline zu melden, wo der Schaden protokolliert wird. Anschließend ist nochmals binnen sieben Tagen (!) schriftlich bei der Airline (die irische Billigfluglinie hätte es zudem gern in englischer Sprache) eine Schadensmeldung zum Gepäckverlust einzureichen und der Schaden zu beziffern. Belege, Quittungen und Flugticket mit Gepäckabschnitt sind aufzubewahren. Diese müssen für die Regulierung des Gepäckschadens vorgelegt werden. Sicherheitshalber den gesamten Schriftwechsel dokumentieren. Zeugen benennen, die den ordnungsgemäßen Zustand des Gepäcks vor Abflug bzw. den Inhalt des Koffers bestätigen können. Wird die Frist von sieben Tagen versäumt, z.B. weil man sich gerade auf Großfahrt in einem fremden Land befindet – Pech gehabt!
Schiffsreisen

Wer auf dem Wasser unterwegs ist, hat gemäß einer Entscheidung des EU-Parlamentes ab Herbst 2012 ähnliche Rechte wie ein Flugreisender. So werden künftig Verspätungen von mehr als 90 Minuten finanziell entschädigt, zudem hat man Anspruch auf eine kostenlose Mahlzeit und ein Getränk. Wenn das Schiff mehr als 90 Minuten später ablegt als geplant, soll der Fahrpreis erstattet werden. Bei längeren Verzögerungen muss das Schiffsunternehmen für maximal drei Übernachtungen aufkommen oder eine alternative Transportmöglichkeit anbieten. Kleine Boots- und Schiffsunternehmen sind aber von der neuen Regelung ausgenommen.

Für den Busverkehr gibt es noch keine entsprechenden Regelungen.

Quelle: scouting 04-10

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Kategorien: Pfadfinder

Pfadfinderdienste im Warschauer Aufstand 1944

Scouting - Do., 08/01/2019 - 05:05

Der folgende Artikel befasst sich mit dem Warschauer Aufstand von 1944. Neben einem kurzen geschichtlichen Abriss werden die Leistungen der polnischen Pfadfinder für den Aufstand und den Postdienst im Untergrund dieser Zeit beschrieben.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges waren die Deutschen Streitkräfte so gut wie besiegt und die Alliierten standen an den Grenzen des Großdeutschen Reiches. Im Osten war „Stalingrad“ die entscheidende Wende, im Westen die Invasion in der Normandie und in Italien das Vordringen der Alliierten im Süden, die das Bild prägten. Auch das Attentat auf Hitler zeigte, dass es Menschen gab die versuchten, dieses unheilvolle Regime zu beseitigen.
Hitler und Stalin hatten nach einem Blitzsieg 1939 „Polen“ in mehrere Teile zerschlagen. Das Gebiet im Westen wurde in das Deutsche Reich integriert. Der Mittelteil mit der Hauptstadt Warschau wurde das Generalgouvernement unter deutscher Führung. mit dann Krakau als Hauptstadt bestimmt und der Ostteil jenseits des Flusses Bug wurde von den Sowjets besetzt. Nach Hitlers Angriff auf die Sowjetunion mussten diese jedoch das Gebiet wieder räumen. 1944 stand nun die Rote Armee wieder in Polen, hatte sogar schon in Lublin eine provisorische Gegenregierung installiert.
Nazi-Deutschland hatte in Polen fürchterlich gewütet. Schreckliche Exzesse wie das Massaker von Wola hatten stattgefunden, die heute unerklärbar und unentschuldbar sind – was auf ewig ein Makel auf alle Deutschen wirft. Aber auch die Gräueltaten der Russen waren eingebrannt in den Seelen und Köpfen aller Polen, von denen das Massaker von Katyn nur ein furchtbarer Beleg ist.

An die Wand gemaltes Kennzeichen der „AK“

Unaufhörlich bewegte sich die Rote Armee auf Warschau zu, hatte sogar die Weichsel im Süden schon überschritten. Jetzt sahen die gepeinigten Polen die Chance gekommen, sich gegen die deutsche Besatzung zu erheben. Die AK (Armia Krajowa) Heimatarmee, die sich schon gleich nach der polnischen Niederlage unter Führung von General Graf Tadeusz Komorowski, kurz „Bor“(Wald) genannt, organisiert hatte, sollte den minutiös geplanten Aufstand anführen. Auch die Pfadfinder, die unter Hitler nicht nur verboten waren, sondern deren Führer verfolgt und getötet wurden, waren Teil dieser AK und sogar in eigenen Regimentern zusammengefasst, in die sogenannten „Grauen Reihen“. Die bekanntesten Pfadfinder-Regimenter waren „Parasol“ und „Zoska“. Alle Mitglieder hatten einen Decknamen.
Am 1. August 1944 war der Tag gekommen. Es sollte ein Überraschungsangriff werden, doch die deutsche Besatzung in Warschau war vorgewarnt und hatte sich gewappnet. Trotzdem gelang es den Aufständischen, große Teile der Innenstadt zu erobern. Darunter befanden sich aber keine wichtigen strategischen Punkte und keine der Brücken über die Weichsel. Auch der Jerusalem Boulevard, welcher quer durch die Innenstadt zur Weichsel führte, war von den deutschen Kräften beherrscht und spaltete die Innenstadt in zwei Teile, in Nord und Süd und unterbrach jegliche Verbindung zwischen den Stadtteilen.
Die Warschauer Bevölkerung war von dem Zeitpunkt der Erhebung überrascht worden. Sie waren arbeiten oder unterwegs und hatten keine Möglichkeit mehr, sich mit ihren Lieben in Verbindung zu setzen. So wussten sie nicht, wie es um ihre Familien und Freunde bestellt war.
Abbildung 1: An die Wand gemaltes Kennzeichen der „AK“
In dieser Not hatte der Pfadfinderführer Kazimierz Grenda die Idee, mit Hilfe „seiner“ Pfadfinder eine Notpost im südlichen Te

Der legendäre „Kartoffelstempel“

il der Innenstadt aufzubauen. Dazu wollte er aber die Zustimmung sowohl der Pfadfinderführung als auch der zivilen Verwaltung einholen, die jedoch im nördlichen Teil ansässig waren. Über Abwasserkanäle überwand Przemyslaw Gorecki diese lebensgefährliche Straße und erhielt die gewünschte Zustimmung – sogar für alle von der AK eroberten Stadtteile. Die vorgesehene eigene AK-Feldpost funktionierte zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Mit Feuereifer machten sich die Pfadfinder an die Arbeit. Neben der Hauptpost waren acht Anlaufstellen, die als „Postämter“ dienen sollten, geplant (sieben wurden verwirklicht) und an verschiedenen Stellen sollten 40 alte Briefkästen angebracht werden. Besondere Bestimmungen für die Benutzung dieser „Pfadfinderpost“ wurden ausgearbeitet. Die Nachrichten sollten:
* klein und leserlich geschrieben sein,
* in polnischer Sprache verfasst sein und 25 Worte nicht überschreiten,
* keine Fremdwörter und Abkürzungen enthalten,
* mit leserliche Anschrift versehen sein mit Absenderangabe bei Privatpersonen, Militärpost jedoch
ohne Absender.
* Briefe müssen unverschlossen sein und unterstehen einer Zensur.
* Der Postdienst ist kostenfrei. Sachspenden (Bücher, Zeitschriften)wurden angenommen.
Zum Kennzeichnen der Poststücke wurden acht (+ zwei) verschiedene Stempel benutzt, gefertigt aus Lino, Holz, Gummi und Metall – alle mit der Pfadfinderlilie im Bild. Die ersten davon waren aus Linoleum geschnitzt und nicht aus einer Kartoffel – wie man früher irrtümlich angenommen hatte. Trotzdem werden sie immer noch die legendären „Kartoffelstempel“ genannt.
Eine Zensur war notwendig, weil man sicher gehen wollte, dass bestimmte Informationen nicht in Feindeshand gerieten. Dieser Dienst wurde von Pfadfinder-Eltern, Ehefrauen und Geschwistern durchgeführt und entsprechend gekennzeichnet. Nachdem am 20. August die Pfadfinderpost und Militärpost zusammengelegt wurden, gab es noch die militärische Zensur.
Somit huschten und schlichen Buben und Mädchen an Barrikaden vorbei, von Keller zu Keller, wo man Durchgänge geschaffen hatte oder über die vielverzweigten Abwasserkanäle, um ihre so wichtige und sehnsüchtig erwartete Post auszuliefern. Als Erkennungszeichen diente eine rot-weiße Armbinde mit aufgenähter Pfadfinder-Lilie und den Initialen „S.P.“ (Hilfsdienst). Laut Bericht des Polnischen Pfadfindermuseums sollen 80 Pfadfinder/-innen bei diesem Dienst ihr Leben verloren haben. Während dieser
Abbildung 2: Der legendäre „Kartoffelstempel“
zwei Monate des Aufstandes sollen von der Pfadfinderpost und Feldpost, insgesamt 116317 Poststücke „behandelt“ worden sein, von denen aber nicht alle zugestellt werden konnten, einfach weil sich die Adressaten weit außerhalb der befreiten Zonen befanden oder nicht anzutreffen waren.
Die „Laczniczkas“, Mädchen aus den Reihen der AK, waren bekannt für ihre Tollkühnheit. So machte der Ausdruck die Runde: „Wo der Teufel selbst nicht mehr durchkommt, sende eine Laczniczka, die schafft es!“. Achtmal und mit Postgut beladen durchschwammen einige sogar die Weichsel.
Der Großteil dieser Briefe ist verloren gegangen, zum einen wegen der Zwangs-Evakuierung der Bevölkerung nach der Kapitulation und der nachfolgenden Zerstörung der Stadt, zum anderen weil diese Nachrichten oft nur auf einem Stück Papier geschrieben wurden. Was jedoch übrig geblieben ist, sind heute historische Dokumente und gesuchte, wertvolle Sammelobjekte.
Abbildung 5: Briefumschlag der Pfadfinderpost vom „Warschauer Aufstand 1944“ mit dem Rundstempel des Hauptpostamtes, dem rechteckigem Zensurstempel und länglichem Bestätigungsstempel einer Sachspende.
Die Rote Armee hatte am 13. September das rechte Weichselufer erreicht und die Vorstadt Praga eingenommen. Am 14. September kam über Radio der Aufruf des kommunistischen Komitees: „Die Hilfe kommt, kämpft weiter! Die 1. polnische Division ‚Kosciuszko‘ ist in Praga eingetroffen“. Bis auf einen kläglich gescheiterten Angriff über die Weichsel wurde nichts unternommen, um die AK im Kampf zu unterstützen.
Am 2. Oktober nach 63 Tagen Kampf streckten die letzten Aufständischen die Waffen. Am 4. Oktober begann für die AK-Abteilungen der Weg in die Gefangenschaft. Über 50 000 Männer, Frauen und

Briefumschlag der Pfadfinderpost vom „Warschauer Aufstand 1944“ mit dem Rundstempel des Hauptpostamtes, dem rechteckigem Zensurstempel und länglichem Bestätigungsstempel einer Sachspende.

Jugendliche landeten in den Arbeitslagern und KZ´s, wie Auschwitz, Groß-Rosen, Ravensbrück. Viele von ihnen erlebten nicht mehr das nahe Kriegsende. Drei Tage danach musste die verbliebene Bevölkerung die Stadt verlassen. Noch unter den Augen der nur mit Bündeln, Taschen und Kartons abziehenden Massen wurde Warschau geplündert – die größte Einzelplünderung des gesamten Weltkrieges. Nach einem vom Reichsführer-SS Himmler übermittelten Führerbefehl wurde zur Strafe die „vollständige Zerstörung Warschaus“ angeordnet.
Die Deutsche Armee musste die Front jedoch immer weiter zurückziehen. Somit konnte die Rote Armee am 12. Februar 1945 auf dem Weg nach Berlin den Trümmerhaufen Warschau „befreien“.
Nach Kriegsende war für die langsam aus den deutschen Lagern zurückgekehrten Mitglieder der ehemaligen Aufständischen und somit auch der „Grauen Reihen“ die Leidenszeit noch lange nicht beendet. Denn jetzt wurden sie von der nun kommunistischen polnischen Regierung verfolgt und diskriminiert. Sie galten als verantwortlich für die Zerstörung Warschaus. Stalin hatte sich schon am
16. August 1944 von diesem „Warschauer Abenteuer“ distanziert und die Führer der AK als „machthungrige Verbrecher“ bezeichnet. Der Aufstand war nicht nur gegen die deutsche Besatzung gerichtet, sondern indirekt auch gegen den Erzfeind Russland.
Als bei den Aufräumarbeiten aus dem Schutt im Keller des Hauptpostamtes drei Postsäcke mit Briefen aus der Zeit des Aufstandes gefunden wurden, versuchte man die Adressaten ausfindig zu machen und die Briefe auszuliefern. Der verbliebene Rest gelangte an einen Sammler, der diese Poststücke mit seinem Signum „Kr. JULIEM“ kennzeichnete. Noch im Jahre 1956 wurde im Schutt das Skelet eines Pfadfinders ausgegraben, zusammen mit seiner Umhängetasche der Pfadfinderpost.
Erst nach Stalins Tod 1953 durften die AK-Kämpfer wieder ihren Kopf erheben und langsam die ihnen gebührende Anerkennung erfahren. Eine ganze Reihe von ihnen war dies jedoch nicht mehr vergönnt, sie waren in den Gefängnissen umgekommen oder standrechtlich erschossen worden.
Heute wird die Erinnerung an den „Warschauer Aufstand“ in ganz Polen hoch gehalten. Jedes Jahr schrillen zum Gedenken in Warschau am 1. August um 17 Uhr die Sirenen. Die Menschen pilgern dann zum Friedhof „POWALZKI“, wo die Gefallenen der AK ihre letzte Ruhestätte gefunden haben und 105 Birkenkreuze für die Toten des Bataillons „Zoska“ aufgestellt wurden.
Nach der Wende wurde ein monumentales Denkmal aufgestellt und ein Museum eröffnet das dem „Warschauer Aufstand“ gedenkt.
Korrekturlesung: Ineke Scholz
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Kategorien: Pfadfinder

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